Huawei ohne Google-Dienste? Verwirrung um Bericht aus Österreich

Widersprüchliche Aussagen von Huawei sorgen für Verwirrung.
Widersprüchliche Aussagen von Huawei sorgen für Verwirrung.(© 2020 Via Instagram @huaweimobile)

Der Handelsstreit zwischen den USA und China belastet Huawei immer noch – und es ist kein Ende in Sicht. Wer sich für ein Hauwei-Smartphone interessiert fragt sich: Werde ich Android und alle Google-Dienste nutzen können? Ein Mitarbeiter meinte zuletzt, Huawei werde selbst dann keine Apps von Google nutzen, wenn sich die Lage vollständig entspannen würde. Doch ist dem wirklich so?

Im Rahmen eines Pressegesprächs in Wien haben die Kollegen des österreichischen Nachrichtenmagazins DerStandard den Country-Manager für die deutschsprachigen Nachbarn, Fred Wangfei, bei einem Pressegespräch befragt. Der habe gesagt, dass Huawei selbst dann nicht mehr auf Google-Dienste zurückgreifen werde, wenn der Handelsbann fällt. Der Grund: Es könne nicht garantiert werden, dass nicht eine weitere Handelssperre die Beziehungen in naher Zukunft noch einmal belasten.

Die angestrebte, langfristige Lösung sei ein eigenes Ökosystem, das allerdings auf dem Open-Source-Code von Android basiere und von der Handhabung dem Google-Betriebssystem möglichst nahekommen solle. Allerdings habe laut einem Twitter-Post ein Redakteur des niederländischen Portals Tweakers nahezu zeitgleich dieselbe Frage gestellt – nur eben dem Huawei-Mitarbeit, der für die Niederlande zuständig ist. Und der habe deutlich geantwortet: Huawei kehre zu Google zurück, sobald die Handelssperre fällt.

Huawei mit oder ohne Google: Was ist wahrscheinlicher?

Zunächst mal steht fest: Huawei arbeitet an seiner Alternative zu den Google Play Services, den Hauwei Mobile Services. Derzeit ist das Portal namens App Gallery eher sporadisch bestückt, viele beliebte Apps stehen schlichtweg nicht zur Verfügung. Besonders Anwendungen von Unternehmen aus den USA fehlen derzeit – Facebook und WhatsApp sucht ihr also vergeblich. Das will Huawei allerdings ändern.

Auf der anderen Seite sagte uns Huawei Deutschland: "Ein offenes Android-System sowie Ökosystem ist nach wie vor die erste Wahl von HUAWEI. Wird uns die Nutzung davon allerdings verwehrt, sind wir in der Lage ein eigenes Betriebs- und Ökosystem zu entwickeln.“

Damit hat das Unternehmen die Aussagen, dass sie sich völlig von Google abwenden wollen, dementiert. Das heißt: Es bleibt alles beim Alten. Huawei würde am liebsten bei Google bleiben, entwickelt aber Alternativen. Für die Huawei P40-Serie scheint es jedenfalls schon weitergehende Partnerschaften zu geben, wie DerStandard berichtet. Mit TomTom als Alternative zu Google Maps hat der chinesische Hersteller ja schon einen Schritt getan.


Weitere Artikel zum Thema
Huawei P40 (Pro): Tritt Huawei auf der Stelle?
Francis Lido
Bereits der Vorgänger (Bild) des Huawei P40 Pro lädt mit 40 Watt auf
Aus einer Zertifizierung gehen Specs des Huawei P40 (Pro) hervor. Ein Detail könnte euch enttäuschen.
Das Huawei P40 Lite ist offi­zi­ell: Vier­fach-Kamera für 300 Euro
Francis Lido
Her damit7Huawei P40 Lite
Huawei hat das P40 Lite enthüllt. Das Einstiegsmodell der P40-Serie kostet knapp 300 Euro und bringt eine Vierfach-Kamera mit.
Huawei erklärt AppGal­lery zum dritt­größ­ten App-Store der Welt
Claudia Krüger
Gefällt mir12Die Huawei AppGallery soll ein ganzes Stück gewachsen sein.
Huawei will seine AppGallery ausbauen und dafür bis zu einer Milliarde US-Dollar ausgeben. Schon beim letzten Update soll sich viel getan haben.