Huawei-Embargo und Android-Bann: Deal löst Abhängigkeit von Google Maps

Huawei hat offenbar eine Alternative für Google Maps gefunden.
Huawei hat offenbar eine Alternative für Google Maps gefunden.(© 2020 Getty Images)

Im Handelsstreit zwischen der USA und China ist für Huawei immer noch kein Ende des Embargos in Sicht. Daher geht das chinesische Unternehmen weiterhin neue Wege, um sich weiter von der Abhängigkeit des US-Konzerns zu lösen. So soll Huawei für eine Alternative zu Google-Maps nun mit einer bekannten Firma zusammenarbeiten.

Auch wenn die Unterzeichnung des Teilabkommens zwischen den Handelsmächten USA und China für ein deutliches Zeichen der Entspannung sorgen sollte: Für Huawei ist die Zukunft immer noch ungewiss. Denn der Umgang mit dem chinesischen Unternehmen soll separat verhandelt werden, weitere Verhandlungen wurden jedoch bis auf Weiteres vertagt.

Für Huawei bedeutet das, dass sich das Unternehmen weiterhin Alternativen zu den Google-Diensten schaffen muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch wenn Huawei trotz Embargo einen Umsatzanstieg im letzten Jahr verzeichnen konnte: Bis das hauseigene Betriebssystem Harmony OS an den Start gehen kann, wird wohl noch etwas Zeit vergehen.

Einer dieser neuen Pfade ist die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen TomTom. So berichtet der Nachrichtendienst Reuters, dass der niederländische Hersteller von Navi-Karten Ende letzter Woche einen Vertrag mit Huawei geschlossen habe. Inhaltlich gehe es dabei um Nutzungsrechte für Kartenmaterial und damit zusammenhängende Dienste.

Huawei-Embargo: TomTom verfügt über Expertise

Warum Huawei jedoch nicht auf bekannte Alternativen wie das Crowd-Sourcing basierte OpenStreetMap oder Here Maps zurückgreift, bleibt ungeklärt. Für TomTom spricht jedoch, dass das Unternehmen schon seit vielen Jahren eigene Karten, Live-Verkehrsdaten und Navigationssoftware nutzt und kein Newcomer auf diesem Feld ist.

Ob die Zusammenarbeit zwischen Huawei und TomTom sich explizit nur auf die Smartphone-Sparte beschränke, lässt Reuters jedoch aus. Denkbar wären auch alternative Android-Dienste, die über Google Maps hinausgingen, beispielsweise eine Alternative zu Android Auto –  also ein ganzheitliches System, das Kartendienst, Kommunikation und Mediathek miteinander verbindet; optimiert fürs Autofahren.

Darüber lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt aber nur spekulieren. Es bleibt also spannend, welche Wege Huawei wegen des Embargos weiterhin einschlagen muss.


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