iPad Pro und Surface Pro 3: Der Versuch eines Vergleichs

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Das Microsoft Surface Pro 3 und das iPad Pro sind auf den ersten Blick gleich und doch so verschieden.
Das Microsoft Surface Pro 3 und das iPad Pro sind auf den ersten Blick gleich und doch so verschieden.(© 2015 Apple, CURVED)

Großes Display, Stylus und Tastatur-Cover: Macht Apple mit dem iPad Pro jetzt dem Microsoft Surface Pro 3 Konkurrenz? Wir machen den Vergleich.

Tim Cook hatte noch nicht einmal ausgeredet, da gab es schon die ersten Tweets, die das iPad Pro als dreiste Kopie das Surface Pro 3 von Microsoft anprangerten. Aber stimmt das wirklich? Wenn man rein aufs Äußere schaut, hinkt der Vergleich schon. Das iPad Pro sieht aus wie ein gigantisches iPad Air 2. Außerdem fehlt dem Apple-Riesen der vom Surface bekannte Kickstand. Beim verwendeten Material setzt Microsoft auf eine Mischung aus Magnesium und Kunststoff. Bei Apple kommt (natürlich) Aluminium zum Einsatz.

Auch beim Bildschirm gibt es keine Gemeinsamkeiten. Apple setzt auf das 4:3-Format, Microsoft auf 3:2. Das Display des Surface misst zwölf, das des iPads 12,9 Zoll. Bei der Auflösung liegt Apple mit 2732 x 2048 Pixeln (264 ppi) deutlich vor Microsoft (2160 x 1440 Pixel, 216 ppi). Fairerweise muss man aber sagen, dass das Surface Pro 3 schon über ein Jahr auf dem Buckel hat und die vorhandene Auflösung trotzdem noch ordentlich scharf ist.

Microsoft hat mehr zu bieten als Apple

Bei der Ausstattung ist Microsoft deutlich transparenter als Apple. Es gibt das Surface Pro mit Core-i3-, Core-i5- und Core-i7-Prozessoren von Intel. Je nach dem ob Ihr Euch für 64, 128, 256 oder 512 Gigabyte Flash-Speicher entscheidet, bekommt Ihr das Microsoft-Tablet mit vier oder acht Gigabyte Arbeitsspeicher. Apple lässt Euch dagegen mehr oder weniger im Dunkeln. Ja, es gibt einen A9X-Chip. Wie schnell der taktet bleibt aber geheim. Aussagen wie "320 mal so schnell wie das erste iPad" oder "schneller als 80 Prozent aller Desktop-PCs" geben wenig Aufschluss. Außerdem lässt Euch Apple wenig Wahl bei der Ausstattung: Ihr könnt Euch lediglich aussuchen, ob Ihr das iPad Pro mit 32 oder 128 Gigabyte Speicher und WLAN oder als LTE-Version mit 128 Gigabyte haben wollt.

Bei den Kameras setzt Microsoft vorne wie hinten auf fünf Megapixel. Bei Apple kommt auf der Rückseite eine Acht-Megapixel-Knipse zum Einsatz. Selfies knipst Ihr mit 2,1 Megapixeln. Welches Tablet jetzt die besseren Bilder macht, lässt sich in Ermangelung eines iPad Pros jetzt natürlich nicht sagen. Außerdem: Fotografieren? Mit einem Zwölf-Zoll-Tablet? Kommt schon!

Die restliche Ausstattung von Apple beschränkt sich auf einen Kopfhöreranschluss, die vier Lautsprecher im Gehäuse und den Lightning-Anschluss für die Datenübertragung zu PC oder Mac und zum Laden. Microsoft spendiert dagegen einen vollwertigen USB-3.0-Anschluss und einen microSD-Kartenleser. Außerdem könnt Ihr das Surface per Mini DisplayPort an externe Bildschirme anschließen. Bei Apple müsst Ihr dafür einen Adapter kaufen. Außerdem liegt dem Windows-Tablet der Surface-Stift schon bei. Beim Unternehmen aus Cupertino müsst Ihr den Apple Pencil zusätzlich kaufen.

Die Software: Apple mit Birnen vergleichen

Das vollwertige Betriebssystem Windows 10, das mittlerweile auf dem Surface Pro 3 läuft, braucht man gar nicht erst mit iOS 9 vergleichen. Punkt. Apples iOS ist für Smartphones und Tablets gedacht. Den Funktionsumfang erweitert Ihr mit Apps. Da erzähle ich Euch nichts neues. Auf dem Surface laufen dagegen auch vollwertige PC-Programme. Das heißt: Statt Photoshop Express läuft das komplette Photoshop auf dem Microsoft-Tablet. Statt Angry Birds 2 könnt Ihr theoretisch auch Call of Duty installieren. Ob Ihr das ruckelfrei spielen könnt, ist eine andere Sache. Der Punkt ist: Windows 10 bietet ganz andere Möglichkeiten als iOS 9. Dass das System optisch auch noch komplett anders aussieht, kommt noch dazu.

Fazit: Der Vergleich hinkt. Überall!

Hat Apple nun also einen Surface-Klon im Angebot? Die Antwort lautet "Nein!". Beide Geräte sind nicht nur optisch grundverschieden. Auch die Anwendungsmöglichkeiten sind ganz andere. Das Microsoft Surface Pro 3 richtet sich eindeutig mehr an Arbeitstiere als das iPad Pro. Das macht schon die Software deutlich. Auch die verschiedenen Hardware-Konfigurationen zeigen, dass Microsoft sein Gerät viel mehr als Notebook-Ersatz ansieht, als Apple. Nebenbei kommt es durch die zusätzlichen Anschlüsse auch viel mehr an einen Laptop heran. Das merkt man auch am Preis: Für 2149 Euro bekommt Ihr bei Microsoft die volle Montur mit Core-i7-Chip, 512 Gigabyte Flash- und acht Gigabyte Arbeitsspeicher. Ab (wahrscheinlich) 799 Euro bekommt Ihr bei Apple ein großes, sehr wahrscheinlich aber auch ein sehr gutes, iPad.

Dass Apple nun auch ein Tastatur-Cover und einen Stift anbietet? Geschenkt! Microsoft war nicht das erste Unternehmen, das Tablets mit Tastatur-Dock angeboten hat. Genauso gut könnte man argumentieren, dass die Redmonder mit dem ersten Surface das iPad kopiert hätten.


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