Mit dem Raumschiff um die Welt: Elon Musk will Flugreisen revolutionieren

Diesem Mann ist nichts zu groß: Nach Autos, Zügen und Raumfahrt will Elon Musk nun Flugreisen rund um den Globus revolutionieren. Mit Hilfe einer SpaceX-Rakete sollen Menschen in Zukunft Langstreckenflüge in wenigen Minuten absolvieren.

Langstreckenflüge, etwa von Deutschland in die USA, können ganz schön an den Kräften zerren. Die CURVED-Redaktion weiß, wovon sie spricht. Egal ob's zur Apple-Keynote nach Cupertino oder auf die CES nach Las Vegas geht: 15 Stunden ist man in der Regel immer unterwegs. Geht es nach Tesla- und SpaceX-Gründer Elon Musk, könnte sich das bald ändern. Wie The Verge berichtet, hat der Unternehmer auf dem International Astronautical Congress 2017 einen Plan vorgelegt, mit dem er die Dauer von Langstreckenflügen drastisch reduzieren will.

In unter einer Stunde an jeden Ort der Welt

Nötig sind dafür nichts weiter als ein Spaceshuttle und die neu vorgestellte SpaceX-Rakete BFR. (Ja, das steht wirklich für Big Fucking Rocket). Die ist noch einmal größer als die aktuell größte Rakete des Unternehmens, die Falcon Heavy, und eigentlich dazu gedacht, Menschen von der Erde auf den Mars zu befördern. Was zunächst nach Science Fiction klingt, scheint bei SpaceX aber durchaus schon als Idee gereift zu sein. So zeigte Musk auch ein Video, in dem er den Plan näher darlegte.

In dem animierten Clip ist zu sehen, wie Menschen in New York per Schiff zu einem Raketen-Launchpad gefahren werden. Dort steigen sie in das Raumschiff um und werden anschließend mit der BFR in den Orbit geschossen. Im All löst sich die Trägerrakete vom Shuttle und kehrt selbstständig zur Erde zurück. Das Schiff selbst nimmt Kurs auf sein Ziel, in diesem Fall Shanghai.

Im All erreicht die BFR Geschwindigkeiten von bis zu 27.000 km/h.(© 2017 YouTube/SpaceX)

Auf seinem Weg dorthin kann das Shuttle eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 27.000 Kilometern pro Stunde erreichen, bevor es wieder in die Atmosphäre eintritt und nach einer Gesamtflugzeit von nur 39 Minuten am Ziel ankommt. Dabei handelt es sich schon in dieser neuen Variante um einen längeren Flug. Die Strecke zwischen London und New York soll zum Beispiel in gerade einmal 22 Minuten zurückgelegt werden. 24 Minuten soll ein Flug von Los Angeles nach Toronto dauern. Teurer würden die Reisen trotz der fortgeschrittenen Methode laut Musk nicht. Ein Flug mit dem Raumschiff soll so viel kosten wie heutzutage eine Reise in der Economy-Klasse.

Diverse Probleme bis zum ersten Start

Bevor aber der erste Mensch für einen fixen Städtetrip ins Raumschiff einsteigt, muss SpaceX erst einmal diverse Probleme beseitigen. Zum einen gibt es die BFR noch gar nicht. Musk hofft laut The Verge, in den kommenden sechs bis neun Monaten mit dem Bau der ersten Rakete beginnen zu kommen. Deswegen ist auch noch gar nicht abzusehen, wann und ob der erste Flug um die Welt startet. 2024 will SpaceX die ersten Menschen mit der Rakete Richtung Mars befördern. Vorher starten sehr wahrscheinliche keine Shuttles als Linienflüge in Richtung Orbit.

Ein weiteres Problem: Das Unternehmen ist zwar bereits Auftragnehmer für die NASA für Versorgungsflüge zur ISS, einen bemannten Flug hat SpaceX aber noch nicht durchgeführt. Der soll erst 2018 stattfinden, wenn das Unternehmen Astronauten in einer Umlaufbahn um den Mond schickt. Dann kommt allerdings kein Spaceshuttle sondern die Dragon-Raumkapsel zum Einsatz. Ebenfalls im wahrsten Sinne des Wortes in den Sternen steht, wie die Belastung für Flugreisende aussieht. Astronauten müssen körperlich topfit sein, um die Strapazen eines Weltraumfluges ohne gesundheitliche Probleme zu überstehen.

Auch die Landung könnte zum Problem werden. In dem Video ist zu sehen, dass das Spaceshuttle senkrecht zur Landung ansetzt und mit Gegenschub abbremst. Das erspart zwar lange Rollfelder. In den vergangenen Jahren sind aber mehrere Falcon-9-Raketen explodiert, die nach ähnlichem Prinzip auf Drohnenschiffen landen sollten. Mittlerweile hat SpaceX diese Methode aber gemeistert. Vielleicht ist das ein erster Schritt zur Revolution der Langstreckenflüge.


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