Neue Biografie: Wie Steve Jobs wurde, was er war

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Viel zu lesen für Apple-Fans: Die Biographie "Becoming Steve Jobs" umfasst 464 Seiten
Viel zu lesen für Apple-Fans: Die Biographie "Becoming Steve Jobs" umfasst 464 Seiten(© 2015 Random House LLC)

Es klingt nach einem echten Überraschungscoup: Heute in drei Wochen bekommen Apple-Fans die wohl intimsten Einblicke in die Lebensgeschichte von Steve Jobs seit der Veröffentlichung der gleichnamigen Biografie von Walter Isaacson. Jobs-Kenner Brent Schlender wartet in seinem knapp 500 Seiten starken Machwerk "Becoming Steve Jobs" angeblich mit Storys auf, die noch in Jahrzehnten erzählt werden...

Es sind absolute Festtage für Apple-Fans. Der Apple Watch-Launch ist nur noch einen Monat entfernt, die Keynote mit den letzten Details zum Start steht unmittelbar bevor, seit Tagen werden immer neue Details zur Apple Watch bekannt – dem ersten neuen Produkt der Post-Steve-Jobs-Ära.

Auch wenn Apple seinen Börsenwert unter Tim Cook in weitaus höhere Sphären gesteigert hat und bald die irrwitzige Marktkapitalisierung von 1 Billion Dollar anvisieren dürfte, ist der Schatten zum vor dreieinhalb Jahren auf tragische Weise verstorbenen Apple-Gründer weiter  überlebensgroß. Steve Jobs ist bis heute das Fundament, auf dem Apple fußt –, daran lässt weder Tim Cook noch Designchef Jony Ive einen Zweifel.

Walter Isaacsons Jobs'-Biografie umstritten

Seit Jahren wird die Verfilmung des hollywoodreifen Lebens des ikonischen Apple-Gründers verfolgt, das auf der autorisierten Biografie von Walter Isaacson basiert und endlich im Oktober in die US-Kinos kommen soll. Dass Apple-Fans dabei indes nur drei kleine Einblicke in die Genese von Steve Jobs bekommen, liegt nicht nur in der von Andrew Sorkin szenisch verkürzten Erzählform, sondern auch im zugrunde liegenden Material, das von Weggefährten immer wieder kritisiert wurde.

Die millionenfach verkaufte Biografie von  Walter Isaacson wird dem Leben des Tech-Visionärs und "Managers des Jahrhunderts" (Fortune) trotz 40 Stunden Interviewmaterial offenkundig nicht gerechnet. "Ich könnte keine schlechtere Meinung haben", erteilte  Apples Nummer zwei, Jony Ive, im großen New Yorker-Porträt vor zwei Wochen dem Bestseller über das Leben seines bestens Freundes eine ungewohnt rüde Abfuhr.


Es ist also offenkundig Zeit für eine Neubetrachtung des Lebens des Apple-Gründers! Daran hat sich abseits jeder Ankündigung und aller Erwartungen ein Veteran des Techjournalismus gemacht: Brent Schlender,  ein halbes Journalistenleben Reporter beim Wall Street Journal, das andere Leitender Redakteur beim Time Magazin, veröffentlicht am  24. März zusammen Fast Company-Chefredakteur Rick Tetzeli beim Random House-Ableger Crown Books "Becoming Steve Jobs". In anderen Worten: Die Geschichte, wie Steve Jobs wurde, was er ist bzw. war.

"Das ist das Steve Jobs-Buch, das die Welt verdient" – John Gruber über "Becoming Steve Jobs"

Der einflussreiche Apple-Blogger John Gruber ("Daring Fireball"), der das 464 Seiten starke Machwerk vorab gelesen hat, ist voll des Lobes: "Das ist das Steve Jobs-Buch, das die Welt verdient. 'Becoming Steve Jobs' enthält einige Storys, die sensationell sind. Sie werden noch in einigen Jahrzehnten zitiert werden."

Zugang zu Jobs seit 1986

Woher hat Schlender das Wissen, die Steve Jobs-Saga umzuerzählen? Er kannte Jobs wie kaum ein anderer Journalist  (mit Ausnahme vielleicht von Walt Mossberg) – nämlich seit Jobs' Beginn seiner "Wildnis Jahre" 1985 nach dem Rauswurf bei Apple;  legendär ist etwa das 1991 erschienene gemeinsame Interview mit Microsoft-Chef Bill Gates.

Vor drei Jahren sorgte  Schlender bereits  mit den "Lost Steve Jobs Tapes" für Furore: Auszüge aus verschollenen Interviews, die Schlender verteilt über zweieinhalb Jahrzehnte   (vor allem während seiner NeXT- und Pixar-Zeit von 1985 bis 1996) mit dem Apple-Gründer geführt hatte, veröffentlichte der Techjournalist bei Fast Company.

Die Bergung des verschollen geglaubten Material war offenbar die Initialzündung zur neuen Jobs-Biografie, an der Schlender laut LinkedIn exakt nach Publikation bei Facst Company im Mai 2012 zu arbeiten begann.  Für "Becoming Steve Jobs" ging  Schlender weiter und interviewte u.a. Jony Ive, Jobs' Witwe Lauren Powell, Apples Internet-Chef Eddy Cue, Pixar-Starregisseur John Lasseter oder  Disney-CEO Bob Iger. "Becoming Steve Jobs" erscheint am 24. März und kann bereits via iBooks oder Amazon vorbestellt werden.


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