Nie wieder "Spider-App": Displays könnten sich bald selbst reparieren

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Ein Polymer könnte Displayschäden in Zukunft rückgängig machen
Ein Polymer könnte Displayschäden in Zukunft rückgängig machen(© 2015 CURVED)

Wenn euer Smartphone-Display kaputt ist, könnt ihr es aktuell nur reparieren lassen. Womöglich ist der Screen in Zukunft aber selbst dazu in der Lage, Schäden rückgängig zu machen. Möglich macht dies ein Material, dessen Entdeckung aber wohl eigentlich gar nicht beabsichtigt war.

An der Universität von Tokio haben Forscher eine Art Glas entwickelt, das sich selbst wieder zusammensetzen kann, berichtet The Guardian. Bei dem Material handle es sich um "Polyether-Thioureas" – ein Polymer, das durch Zufall entdeckt worden ist. Der Student Yu Yanagisawa wollte seine Entdeckung eigentlich als Kleber nutzen.

Reparieren durch Drücken

Das Polymer muss offenbar gar nicht zunächst auf hohe Temperaturen erhitzt werden, wie es bei anderen Materialien der Fall sei, die sich selbst reparieren können. Es genüge schon, das Polymer bei 21 Grad zusammenzudrücken, damit Risse wieder verschwinden. Nach ein paar Stunden soll das Material sogar wieder den ursprünglichen Zustand erreichen – als sei es nie beschädigt worden.

In Zukunft könnte das Polymer etwa für Smartphone-Displays als Glas zum Einsatz kommen. Student Yanagisawa hofft jedenfalls, dass seine Entdeckung eines Tages tatsächlich Anwendung findet, da es die Umwelt entlasten dürfte, wenn weniger kaputte Displays in den Müll wandern. Wann die ersten Geräte mit dem Glas-Ersatz ausgestattet werden könnten, bleibt aber unklar. Womöglich ist das Material noch lange nicht bereit für die Massenproduktion.

Viele Top-Geräte wie das iPhone X, das Huawei Mate 10 Pro und das Galaxy S8 besitzen zusätzlich eine Rückseite aus Glas. Besonders letztgenanntes Gerät soll allerdings sehr fragil sein. Sollte der Trend zur Glas-Rückseite weiterhin anhalten, dürfte die zufällige Entdeckung des Studenten vielen Nutzern sehr gelegen kommen – auch, da Display-Reparaturen je nach Hersteller sehr teuer werden können. Die Spider-App gibt es eben niemals umsonst.


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