Nvidia Shield Tablet: Was der Nachfolger können muss

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Nvidia Shield Tablet
Nvidia Shield Tablet(© 2014 CURVED)

In der vergangenen Woche kamen erste konkrete Gerüchte zu einem Nachfolger des Shield Tablets von Nvidia auf, nach denen ein solches Gerät bereits im März dieses Jahres erscheinen und auf den jüngst auf der CES vorgestellten Super-Chip X1 setzen könnte. Die Gamer in der CURVED-Redaktion wären über so ein Tablet natürlich hocherfreut, hätten aber auch ein paar Wünsche, die das Shield 2.0 erfüllen sollte, um als mobile Spielkonsole zu taugen.

Mehr als einen Vorstellungstermin im März und die wenig überraschende Tatsache, dass ein Nachfolger des Shield Tablet von Nvidias nagelneuem X1-Prozessor befeuert werden würde, kolportieren die Kollegen von fudzilla.com nicht, berufen sich dabei aber wenigstens auf eine vertrauenswürdige Quelle, die sie seinerzeit schon Monate vor der Präsentation mit akkuraten Informationen zum ersten Shield Tablet versorgt hätte. Da Nvidia — außer speziellen Gerätschaften für den Automotive-Sektor — bislang kein Referenzgerät mit dem X1-Prozessor vorgestellt hat, wäre ein Shield Tablet 2.0, das auf den neuen Mobile-Chip setzt, jedenfalls naheliegend. Und auch ein baldiger Launch eines solchen Produktes scheint angebracht, schließlich dürfte den Grafikspezialisten daran gelegen sein, die Versprechungen, die sie in Las Vegas bezüglich der Leistung des X1 gemacht haben, auch anhand von serienreifer Hardware untermauern zu können.

Das erste Shield Tablet mit dem Tegra K1-Prozessor erfreut sich derweil nicht nur in der CURVED-Redaktion mit seiner tollen Gaming-Performance allergrößter Beliebtheit. Es sucht in Sachen Rechenleistung innerhalb der Android-Flotte auch immer noch seinesgleichen. Und es bietet zahlreiche Features, die Gamer-Herzen höher schlagen lassen: Twitch.tv-Integration, ein optionales Gamepad, einen HDMI-Ausgang inklusive Konsolen-Modus sowie mit GRID einen Service, der es erlaubt, AAA-PC- und Konsolen-Titel via Streaming-Technologie auf dem Tablet zu zocken.

Was kann Nvidia also in einem Nachfolger besser machen? Nun, einiges — wir haben da ein paar Prognosen und Ideen ...

Chipsatz: mehr Leistung, weniger Energie

Erste Vorführungen mit Nvidias neuem X1-Prozessor zeigen, dass die Kalifornier vor allem den Stromverbrauch optimiert haben: Was aus Gaming-Sicht zunächst etwas dröge klingt, heißt im Umkehrschluss vor allem, dass der X1 die doppelte Leistung des K1 erreichen kann, ohne dabei übermäßig Akkuleistung zu saugen oder gar Hitzeprobleme zu verursachen. Auf das Niveau von Apples A8X gedrosselt soll der X1 eine 1,7-fache Effizienz aufweisen. Gleichzeitig soll der X1 bei voller Leistungsentfaltung in der Lage sein, 4K-Videomaterial mit 60 Bildern pro Sekunde abspielen zu können.

Wenn sich Nvidias Angaben und Demonstrationen also 1:1 in ein Shield Tablet 2.0 übertragen lassen, dann dürfen wir von einem Gerät ausgehen, das entweder bei gleichem Stromverbrauch doppelt so schnell rechnen kann wie das erste Shield Tablet; oder aber die, je nach App, ausreichende Leistung auf K1-Niveau bei geringerem Energieverbrauch garantiert.

Display: 4K auf 8 Zoll?

In Sachen Displaygröße sollte Nvidia die 8 Zoll des Vorgängers aus unserer Sicht tunlichst nicht vergrößern — schließlich ist ein Vorteil des Shield Tablet ja dessen Tragbarkeit. Mit 10 Zoll oder mehr spielt es sich unterwegs einfach nicht mehr so entspannt.

Auch die Auflösung des verbauten Screens müsste für unseren Geschmack eigentlich nicht größer als die aktuellen 1080p sein, solange die 4K-Ausgabe über den HDMI-Port vorhanden bleibt — wovon auszugehen ist. Und wie gerade im Abschnitt zum Chipsatz erwähnt, dürfte dies dann beim Shield Tablet 2.0 auch mit 60 Hz möglich sein.

Akku: mehr Rennzeit!

Im aktuellen Shield Tablet versorgt ein etwa 5.200 mAh großer Akku den K1-Chipsatz mit Strom. Was zunächst nach jeder Menge Ausdauer klingt, entpuppt sich gerade beim Spielen als gar nicht mal so üppig: Nach etwa zwei Stunden Real Racing 3 beispielsweise — und die sind von Enthusiasten schon mal schnell gefahren — muss nicht etwa der virtuelle Rennwagen sondern das Shield Tablet einen Boxenstopp am Ladegerät einlegen. Klar, es lässt sich auch mit eingesteckten Stromkabel weiterfahren, oder ballern, oder rätseln, aber längere Stints ohne Steckdose wären dennoch begrüßenswert.

Ob Nvidia in einem 8 Zoller einen merklich größeren Akku verbauen kann, ist fraglich — hier könnte allerdings die genannte verbesserte Energieeffizienz des Tegra X1 positiv zum Tragen kommen.

Stylus? Muss nicht. Aber die Software-Features ausbauen und verbessern, bitte.

Ein Gimmick des aktuellen Shield Tablet, das ich so gut wie nie benutze, ist der integrierte Stylus — nun bin ich auch kein Künstler, sondern Gamer. Da aber Grafiker und Hobby-Zeichner tendenziell wohl auch nicht zum Shield Tablet greifen, könnte sich Nvidia dieses Zubehörteil beim Shield Tablet 2.0 getrost sparen ... und stattdessen vielleicht lieber das praktische Flipcover als Gratis-Zugabe beilegen.

Mit der Screen Recording-Funktion haben die Kalifornier mobilen Let's-Playern bereits eine feines Werkzeug an die Hand gegeben. Während dies im Shield Tablet 2.0 tunlichst so beibehalten werden sollte, gibt es bei GRID und dem PC-to-Tablet-Streaming durchaus Verbesserungspotenzial: So beeindruckend beide Features sind, wenn sie denn funktionieren, so fehleranfällig sind sie derzeit auch noch. Hier spielen natürlich auch äußere Faktoren, allen voran die Netzwerkumgebung, eine große Rolle. Dennoch ist es unter Umständen möglich, beide Services noch etwas feinzutunen. Ach ja, gegen noch mehr tolle Titel in der GRID-Bibliothek hätten wir natürlich auch nichts einzuwenden.

Preis: Hoffentlich identisch

Erscheinen soll das Shield Tablet 2.0 — das Nvidia bislang allerdings in keinster Weise offiziell bestätigt hat — wie eingangs erwähnt bereits im März, behaupten die Gerüchte. Ein Release im Sommer wäre aber ebenso denkbar, schließlich wurde auch das Vorjahresmodell im Juli 2014 vorgestellt.

Mit 299 Euro respektive 379 Euro für das 32 GB-Modell mit LTE ist das Shield Tablet ein echter Preis-Leistungs-Kracher — natürlich hegen wir die Hoffnung, dass auch ein Shield Tablet 2.0 sich in ähnlichen Gefilden bewegen wird. Nicht unwahrscheinlich ist allerdings auch, dass Nvidia bei einem X1-befeuerten Gerät den Preis etwas anhebt: 399 Euro für ein Shield Tablet 2.0 würden uns den Atem zumindest nicht verschlagen. Denkbar auch, dass die Amerikaner hier eine Doppelstrategie fahren und das alte Shield sozusagen als Einsteiger-Modell neben der neueren Version im Portfolio behalten. Das könnte dann entweder preislich stabil, aber eben günstiger als der Nachfolger, angeboten werden — oder auch im Preis gesenkt werden, falls das Shield Tablet 2.0 doch besonders günstig werden sollte.

Haben wir was vergessen? Was wünscht Ihr Euch von einem Nachfolger des Shield Tablet? Welche Features vermisst Ihr derzeit, welche Hardware fändet Ihr sinnvoll? Schreibt es in die Kommentare — denn wir sind sicher, dass Nvidia hier mitliest ...


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