Pokémon GO abgemahnt: Verbraucherschützer im Arena-Kampf mit Niantic

Peinlich !30
Pokémon GO wird vermehrt für die schlechten Datenschutzbestimmungen kritisiert
Pokémon GO wird vermehrt für die schlechten Datenschutzbestimmungen kritisiert(© 2016 CURVED)

Der  Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ist der Meinung, dass die Datenschutzbestimmungen von Pokémon GO gegen geltendes deutsches Recht verstoßen und hat eine Abmahnung eingereicht.

Bis zum 9. August wollen die Verbraucherschützer eine Unterlassungserklärung von Entwickler Niantic. "Das Spielekonzept setzt voraus, dass Nutzerinnen und Nutzer personenbezogene Daten preisgeben, die nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zum Teil gegen deutsche Verbraucherrechts- und Datenschutzstandards verstoßen", heißt es in der Pressemitteilung. Betroffen seien 15 Klauseln.

Persönliche Daten zur freien Verfügung

Besonders kritisch sehen die Verbraucherschützer, dass Niantic den einmal geschlossenen Vertrag mit dem Nutzer jederzeit ändern oder Dienste einstellen kann – betroffen wären auch In-App-Käufe durch echtes Geld, bei denen eine Rückerstattung ausgeschlossen ist.

Schwer verständliche und weitreichende Einwilligungserklärungen aus den Datenschutzbestimmungen verletzten nach Auffassung des vzbv ebenfalls deutsches Datenschutzrecht. Denn so könnten personenbezogene Daten auch an Dritte weitergegeben werden.

Zur Not auch vor Gericht

„Wer in Deutschland Geschäfte machen will, muss sich auch an die hier geltenden Verbraucherrechts- und Datenschutzstandards halten. Da sehen wir in den Geschäftsbedingungen von Pokémon GO noch erheblichen Nachholbedarf“, meint Heiko Dünkel, Rechtsreferent beim vzbv.

Der vzbv hat den Pokémon-GO-Entwickler abgemahnt. Das bedeutet, dass Niantic bis zum 9. August eine strafbewehrte Unterlassungserklärung unterschreiben soll. Danach darf das Unternehmen die bemängelten Punkte nicht mehr verwenden. Sollte Niantic nicht darauf eingehen, will der vzbv prüfen, ob sie eine Klage einreichen können. Bisher gibt es noch keine Stellungnahme von Niantic.


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