Saygus V2 angetestet: Wie super ist das Super-Smartphone?

Ist das Saygus V2 wirklich das krasseste Smartphone ever, ever, ever? Felix hat auf dem MWC Hand angelegt an das Schweizer Messer der Smartphones.

Amir schwärmt vom Galaxy S6 Edge, Shu ist vom HTC One M9 angetan, Gerd gefällt das neue Lumia 640 richtig gut. Ich hab mich auf Barcelona und den Mobile World Congress aber vor allem gefreut, weil ich endlich einmal Hand anlegen kann ans Saygus V2. Jenes Smartphone, das ich einst - als die ersten Specs auftauchten - noch als krassestes Smartphone aller Zeiten anpries. Nun gab es damals noch kein vorzeigbaresDevice, das diese Aussage hätte untermauern können. Doch machte alleine die Liste der Specs im V2 Lust auf mehr - offenbar erging es Euch ähnlich. 3701 "Unfassbars" sprechen eine deutliche Sprache!

So viel vorab: In Barcelona gab es kein voll funktionstüchtiges Exemplar zu sehen. Insofern lässt der erste Eindruck von dem Smartphone noch keinen Rückschluss auf die Alltagstauglichkeit des Saygus V2 zu. Auch wenn im Video erwähnt, hier nochmal die ziemlich beeindruckenden Fakten im Schnelldurchlauf:

  • 5-Zoll-Display mit 1080p
  • biometrischer Fingerabdruckscanner an der Seite
  • Snapdragon 801 mit 2,5 Gigahertz
  • 3 GB RAM
  • 64 GB interner Speicher
  • zwei (!) microSD-Kartenslots für jeweils bis zu 200 GB für insgesamt 464 GB (!) Speicher
  • zwei Frontlautsprecher mit Harman Kardon Sound Technology mit 3D Movie Audio
  • erstmalig Wireless HDMI zur kabellosen Übertragung von HD-Material
  • Rückkamera mit 21 MP und optischem Bildstabilisator
  • Frontkamera mit 13 MP und optischem Bildstabilisator
  • wasserfestes Gehäuse nach IPX7-Standard bis zu 30 Minuten bis zu einer Tiefe von einem Meter wasserdicht
  • Akku mit 3100 mAh, der sich kabellos via Qi-Standard laden lässt
  • KitKat 4.4, das Release von Android 5.0 Lollipop ist in Arbeit
  • Dualboot von SD-Karte möglich (per Root-Zugriff lassen sich andere Android-ROMs oder Ubuntu Phone installieren)

Saygus macht meines Erachtens viel richtig und setzt glücklicherweise nicht auf ein marketingwirksames WQHD-Display, sondern spendiert dem V2 auf fünf Zoll eine Pixeldichte von 446 ppi - das ist Nexus-5-Niveau und dürfte in Benchmarks dafür sorgen, das sich das Device in Verbindung mit dem Snapdragon 801 und 3 GB RAM vorne platziert.

Haptik und Look: männlich

Während der Hands-On über die Arbeitsgeschwindigkeit wenig Aufschluss gibt, lässt sich doch eine erste Aussage über die Verarbeitung des V2 treffen. Es mutet recht...männlich an. Die Rückseite aus Kevlar im Schachbrett-Muster, das gebürstete Metall der Buttons. Nein, ein Frauenmagnet ist der 5-Zöller nicht.

Ich mochte schon den Tarnkappenbomber-Look beim iPhone 5 bzw. 5s. Insofern spricht mich auch das matte Design des V2 an. Gut gefällt mir die großzügige Anordnung der Buttons. Auf der rechten Seite finden sich die beiden Lautstärke-Buttons, darunter ein Powerbutton und darunter wiederum ein Auslöser für die Kamera-Funktion. Darüber befindet sich der biometrische Fingerabdruckscanner. Schlau gelöst, denn schließlich befindet sich mein Daumen sowieso an dieser Position. Laut Hersteller ist es egal, ob Ihr horizontal oder vertikal darüber wischt. Linkshänder müsste dann den Zeigefinger einscannen.

Damit bleibt die Vorderseite frei für zwei Lautsprecher, von deren Klang ich mich noch nicht überzeugen konnte. Leider funktionierte das 3D-Audio-Feature zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Gewöhnungsbedürftig, aber auf jeden Fall ein Hingucker, ist die ungewöhliche Fraktalantenne, die sich über das untere Drittel der Rückseite erstreckt und einen besseren Empfang garantieren soll. Auch diesen Beweis ist das finale Produkt uns schuldig.

Doch zurück zum Ersteindruck: Zu sehen bekam ich neben der schwarzen Variante noch das Modell in Weiß, Grau, Orange und….Pink. Von letzter Farbe möchte ich, in Kombination mit dem Schachbrettmuster der Kevlar-Rückseite abraten! Von der ungewöhnliche Farbwahl einmal abgesehen ist das Gerät zum jetzigen Zeitpunkt gut verarbeitet. Zwar saß bei den verfügbaren Demo-Geräten mal hier und da die Kamera nicht richtig im Gehäuse, doch wies die Hülle keinerlei Spaltmaße auf. Trotz des etwas brutaleren Looks liegt das V2 angenehm in der Hand.

Erstes Fazit: Zu schön, um wahr zu sein?

Es ist, als hätte man mir mein Traum-Smartphone gebacken. 5 Zoll groß, gediegenes Design, robuste Verarbeitung für den Einsatz im Alltag, aber auch bei Freizeitaktivitäten, mordsmäßig viel Speicher, ein mit 3100 mAh ausreichend großer und kabellos aufladbarer Akku, Fingerprintscanner, eine optimierte Antenne, ein extra Kamerabutton für zwei beeindruckende Optiken, ein Soundbild, das auf dem Papier sogar HTCs Boom-Sound-Boxen das Fürchten lehren könnte: Zu einem Preis von 549 Dollar ist das fast schon zu gut, um wahr zu sein. Die verfügbaren Geräte auf dem MWC räumen bei mir noch nicht alle Zweifel aus, dass das finale Produkt es schwer haben wird, die großen Erwartungen zu erfüllen. Fraglich ist auch, wie der Hersteller der hohen Nachfrage aus laut eigenen Angaben über 50 Ländern zeitnah gerecht werden will.

Dennoch: Saygus gebührt Respekt für den Versuch, den etablierten Flaggschiffen mit einem ganzen Bündel spannender Features etwas entgegenzusetzen. Ich bin gespannt auf den ausführlichen Test.

Ihr auch? Würdet Ihr Euch das Saygus V2 kaufen? Teilt uns Eure Meinung in den Kommentaren mit.


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