WhatsApp: Darum sind Eure Fotos unter Android nicht geschützt

Über WhatsApp versendete Nachrichten sind durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt und können von Dritten nicht mitgelesen werden. Diese Sicherheit gilt allerdings nicht für über den Messenger verschickte Daten wie Fotos und Videos. Diese können unter Android nicht nur abgefangen, sondern auch manipuliert werden.

Die Schwachstelle in WhatsApp hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit entdeckt, heißt es in der Pressemitteilung. Zwar werden etwa Bilder, Videos und Dokumente über den Messenger verschlüsselt verschickt; sobald diese jedoch auf einem Smartphone ankommen, können Dritte diese Daten abfangen. Anders als Textnachrichten werden die Inhalte unverschlüsselt auf dem Gerät gespeichert. Jede App eines Drittanbieters, die Lese-Zugriff auf den Speicher oder auf die SD-Karte besitzt, könne dann problemlos auf die Daten zugreifen.

Manipulation durch Schreibrechte

Sobald die App eines Drittanbieters jedoch auch Schreibrechte für den Speicher besitzt, können Inhalte sogar verändert oder ausgetauscht werden. Noch bevor ein WhatsApp-Nutzer ein empfangenes Bild ansieht, könne dies somit gezielt manipuliert werden. Die entsprechende App sei dabei nicht schwer zu programmieren. Im Video oberhalb des Artikels demonstrieren die Forscher eine solche Manipulation mit dem Fraunhofer-Logo. Böswillige Programme könnten das Schlupfloch jedoch zum Beispiel für Spam-Nachrichten nutzen, die über empfangene Bilder gelegt werden.

Genau 16.764 beliebte Apps aus dem Google Play Store wurden von den Forschern untersucht. Das Ergebnis: Rund 71 Prozent dieser Programme besitzen die Leseberechtigung, um über WhatsApp verschickte Fotos, Videos, Dokumente oder Sprachnachrichten vom Smartphone-Speicher auszulesen. 69,8 Prozent der überprüften Programme sollen sogar Schreibrechte besitzen, was eine Manipulation von Inhalten in der Theorie möglich macht.

Laut CHIP sei das unverschlüsselte Ablegen von über den Messenger verschickte Dateien jedoch im Sinne der Benutzerfreundlichkeit. Andernfalls müsste WhatsApp beispielsweise immer dann ein Passwort einfordern, wenn Ihr ein empfangenes Foto betrachten oder über eine andere App teilen wollt. Unter iOS bestehe das Sicherheitsproblem nicht, da die Dateien auf Apple-Geräten in einem geschützten Bereich abgespeichert werden, auf die andere Apps keinen Zugriff haben. Allerdings kopiert WhatsApp Bilder und Videos standardmäßig in die Mediathek, wodurch diese wiederum nicht geschützt seien.


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