Wichtiger als Sex? Eine Motorola-Studie klärt über Smartphone-Nutzung auf

Übertreiben wir es schon mit der Smartphone-Nutzung?
Übertreiben wir es schon mit der Smartphone-Nutzung?(© 2018 picture alliance / PhotoAlto)

Smartphones sind ein fester Bestandteil in unserem Alltag. Aber übertreiben wir es nicht mit der Nutzung? Ausgerechnet eine Studie von Motorola, dem Erfinder des ersten Mobiltelefons, gibt die Antwort.

Egal ob in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit, nach Feierabend im Café oder gar im Kino: Ein Leben ohne Smartphone ist für viele Menschen gar nicht mehr denkbar. Das belegt ausgerechnet eine Studie, die von einem Smartphone-Hersteller online durchgeführt hat. Bei Motorolas "Phone Life Balance"-Kampagne haben über 3000 deutsche Nutzer im Zeitraum vom 22. Februar bis 1. März 2018 einen Persönlichkeitstest unter freiwilliger Angabe des Geschlechts online ausgefüllt. An dessen Ende wurde jeder Teilnehmer in eine fünf Nutzergruppen vom Smartphone-Muffel bis zum Smartphone-Junkie eingeteilt. Jetzt veröffentlicht Motorola die gesammelten Ergebnisse.

Sex oder Smartphone?

Und die geben Erstaunliches preis. Auf die Frage, ob man einen Monat lang eher auf Sex als auf das Smartphone verzichte, gaben gut die Hälfte aller teilnehmenden Männer bis 49 an, eher auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Anders sieht es bei den Frauen aus: Drei Viertel aller Teilnehmerinnen ziehen das Smartphone dem Sex vor. Männliche Teilnehmer nehmen ihr Smartphone dagegen öfter mit auf Toilette. Während nur 60 Prozent der  Nutzerinnen angaben, ihr Telefon auf dem Klo zu benutzen, waren es bei den Männern 80 Prozent. Man(n) muss Prioritäten setzen.

Immerhin: Beide Geschlechter sind gegenüber direkten Gesprächspartnern gleich höflich beziehungsweise unhöflich. Jeweils nur acht Prozent der Nutzerinnen und Nutzer gaben an, bei einer Unterhaltung direkt auf eine eingegangene Nachricht auf dem Smartphone zu reagieren.

Und wo wir gerade bei der sozialen Komponente sind: Ein Drittel aller Teilnehmer hat angegeben, während einer Hochzeit aufs Display geschaut zu haben. Auch beim Essen ist das Smartphone einer treuer Begleiter. So gaben 74 Prozent an, das Handy auch beim Essen dabei zu haben. Die Hälfte der Befragten lässt es immerhin in der Tasche, 28 Prozent legen es aber auf den Esstisch. Richtig höflich werden wir wohl erst dann, wenn es ganz romantisch wird. "Nur" drei Prozent der Teilnehmer haben ihr Smartphone auch beim Knutschen noch gecheckt. Wie das überhaupt möglich ist, verrät die Studie allerdings nicht.

Jüngere Nutzer auf Augenhöhe mit Älteren

Hat das vielleicht etwas mit dem Alter zu tun?. Sind die Smartphone-Junkies vielleicht einfach nur besonders jung und können in unserer modernen Zeit quasi gar nicht mehr ohne Smartphone in der Hand? Die Antwort: nein! Zwar gaben 17 Prozent der Teilnehmer zwischen 10 und 19 Jahren an, dass es ihnen schwerfiele, bei einem Wochenendausflug aufs Smartphone zu verzichten. Ähnlich viele ältere Semester zwischen 40 und 49 gaben aber die gleiche Antwort. In allen anderen Generationen gaben 60 Prozent an, ohne Problem und vor allem ohne Smartphone übers Wochenende verreisen zu können.

Die Aussagen seien allerdings mit Vorsicht zu genießen, sagt Professor Doktor Montag. Der Experte hatte Motorola bei der Bewertung der Ergebnisse unterstützt und gibt hier zu bedenken, dass drei Viertel aller Teilnehmer zwischen zehn und 29 Jahren schon kurz nach dem Aufwachen Nachrichten und E-Mails auf dem Smartphone abrufen. Im Detail gaben 36,6 Prozent aller Teilnehmer an, dass Smartphone in den ersten fünf Minuten nach dem Aufstehen zu nutzen. 40,7 Prozent nehme es in den letzten fünf Minuten vor dem Schlafengehen noch einmal in die Hand. Nicht ohne Folgen, denn darunter leide die Schlafqualität, so der Experte.

Warum macht Motorola das eigentlich?

Zum Schluss bleibt die Frage, warum Motorola als Hersteller von Smartphones eigentlich so eine Umfrage durchführt. Chong-Won Lim, Head of Marketing Central Region bei Motorola, sagt dazu in einer Pressemitteilung: "Als Erfinder des ersten Mobiltelefons fühlen wir uns verpflichtet, die Auswirkungen dieser Entwicklung zu verstehen."

Man habe beim Hersteller den Wunsch, dass "diese Technologie unser Leben unterstützt, ohne dabei zum Mittelpunkt unseres Lebens selbst zu werden", so Lim weiter. "Wir nennen das Phone-Life-Balance." Für Professor Doktor Montag sei es darüber hinaus wichtig, dass Nutzer den smarten Umgang mit den Smartphone erlernen und wieder mehr den Moment im Alltag leben.

Wenn ihr auch herausfinden wollt, ob ihr eher Smartphone-Junkie oder Smartphone-Muffel seid, könnt ihr den Test von Motorola hier selbst durchführen.


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