Acer Iconia Tab 10 im Test: Wer braucht noch HDMI?

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Acer Iconia Tab 10
Acer Iconia Tab 10(© 2014 CURVED)

Das Acer Iconia Tab 10 versinkt auf den ersten Blick im großen Angebot an Mittelklasse-Tablets mit Android. Drei Merkmale lassen es doch aus der Masse hervorstechen: Der Preis von 200 Euro, die Rückseite aus Metall und der HDMI-Ausgang. Ob es sich lohnt deswegen zuzuschlagen werde ich Euch im folgenden verraten.

Fangen wir mit den guten Nachrichten an: Die Metall-Rückseite des Acer Iconia Tab 10 sieht nicht nur schick aus, sondern fühlt sich auch schön an und liegt geschmeidig sowie sicher in der Hand. Noch ein wenig schöner wäre sie geworden, wenn der obere Rand um die Kamera optisch nicht abgetrennt, sondern die gesamte Fläche aus einem Guss wäre.

Weniger Positives kann ich hingegen über das zehn Zoll große Display berichten. Bei unserem Testgerät verfügte es nur über eine Auflösung von 1280 x 800 Pixeln. Das entspricht zwar HD-Niveau, genügt aber nicht, um auf einem Bildschirm dieser Größe ein scharfes Bild darzustellen. Wenn man genau hinschaut, wirken die Bilder und Schriften pixelig und dadurch sogar leicht unscharf. Die Blickwinkelstabilität ist nicht sehr hoch, für einen Betrachter aber völlig ausreichend.

Auf dem Werbeaufkleber des Tablets bewirbt Acer zwar die Anti-Fingerprint-Technologie des Displays. Aber ich konnte keinen Unterschied zu anderen Touchscreens feststellen.

Zumindest für die kleine Auflösung ist Besserung in Sicht, den Acer bietet das Iconia Tab 10 auch mit einem Full-HD-Display mit 1920 x 1080 Pixeln an. Das sollte auch bei einem zehn Zoll großen Bildschirm für ein deutlich schärferes Bild reichen, kostet am Ende aber auch 50 Euro mehr.

Spielen nur mit Einschränkungen

Acer verbaut im Iconia Tab den mit 1,3 Gigahertz getakteten Quadcore-Prozessor MT8127 von Mediatek mit 1 GB Arbeitsspeicher. Zusammen schaffen sie im Antutu-Benchmark 21.524 Punkte. In der Praxis bedeutet das, dass Android und die Benutzeroberfläche sowie die meisten Apps flüssig laufen. Die Wartezeiten fallen etwas länger als bei aktuellen Top-Geräten aus. Zudem müsst Ihr bei Apps mit aufwändiger Grafik - also vor allem Spielen - zu Abstrichen bereit sein. Das Rennspiel Asphalt 8 lief zum Beispiel nur bei mittlerer Grafikqualität flüssig.

Der interne Speicher ist mit 16 Gigabyte nicht riesig, aber sollte für die meisten Nutzer ausreichend sein. Dazu trägt die gute Speicherverwaltung von Acer ihren Teil bei. Android und die vorinstallierten Apps belegen rund 3,7 Gigabyte, sodass für Eure Daten noch etwa 12,3 Gigabyte zur Verfügung stehen - ein gute Quote in der Android-Welt. Zudem lässt sich der Speicher bei Bedarf noch mit einer microSD-Karte unkompliziert erweitern.

Neben der HD-Version bietet Acer auch eine Full-HD-Variante des Tablets an. Sie hat neben der bereits erwähnten höheren Bildschirmauflösung auch einen größeren internen Speicher mit einer Kapazität von 32 Gigabyte. Beide verfügen über einen Akku mit einer Kapazität von 5700 Milliamperestunden. Das reicht bei typischer Nutzung für einen Tag aus. Wer allerdings viel spielt oder ohne Unterbrechung im Internet surft, wird spätestens nach sieben bis acht Stunden die Segel streichen müssen.

Ich bin ja bekanntlich kein Fan von Foto-Kameras bei Tablets. Das Acer Iconia Tab 10 bestätigt mich darin. Die 4-Megapixel-Kamera befindet sich oben in der Mitte der Rückseite und liefert nur bei guter Beleuchtung eine Bildqualität, die für Schnappschüsse geeignet ist. Die Frontkamera bietet zwar nur zwei Megapixel, aber für die Videochats, für die sie gedacht ist, ist das brauchbarer als die vier Megapixel für Fotos und Videos.

Lautsprecher auf der Rückseite

Die Lautsprecher des Iconia Tab befinden sich auf der Rückseite und zwar an den unteren, äußeren Rändern. Das bedeutet, dass man mit den Fingern einen Hohlraum bildet, um den Schall zu den eignen Ohren zu werfen, wenn man das Tablet in den Händen hält. Andernfalls legt der Schall weitere Wege zurück und kommt weniger druckvoll an.

Der HDMI-Ausgang ist eine praktische Sache, doch in Zeiten drahtloser Übertragungstechnologien wie Bluetooth und WLAN sowie praktischen Helfern wie Chromecast oder dem Fire TV Stick von Amazon, sehe ich kaum noch einen Sinn darin, mein Tablet zur Bildübertragung mit einem Kabel an einen externen Bildschirm zu verbinden.

Android KitKat mit überflüssigen Apps überhäuft

Acer liefert das Iconia Tab 10 mit Android 4.4.2 aus und versieht Googles Betriebssystem mit einer eigenen Nutzeroberfläche. Diese liegt optisch noch nahe an der Stock-Version von Android, enthält allerdings zahlreiche Apps des Herstellers. Das führt dazu, dass von den 16 Gigabyte internen Speicher rund 2,7 Gigabyte schon durch das Betriebssystem und etwa 1,1 Gigabyte durch die vorinstallierten Apps belegt sind. So bleiben am Ende noch rund 12,2 Gigabyte Speicherplatz für Eure Daten übrig - eigentlich keine schlechte Quote.

Allerdings habe ich für die meisten der zusätzlich vorinstallierten Apps keine Verwendung und ärgere mich über den verschwendeten Speicherplatz. Zudem lassen sich die meisten von ihnen nicht komplett deinstallieren, sondern nur deaktivieren und belegen so immer noch unnötig Speicherplatz.

Mehr Geld ausgeben lohnt sich

Acer macht beim Iconia Tab 10 vieles richtig, schafft es aber nicht, bei mir für Begeisterung zu sorgen. Das Gehäuse ist schick, die Hardware ausreichend, aber vor allem das pixelige Display enttäuscht mich. Da würde ich lieber 50 Euro mehr ausgeben und die Full-HD-Version nehmen. Sie hat einen besseren Bildschirm und für 249 Euro auch gleich doppelt so viel internen Speicher an Bord.


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