Basis Peak im Test: Das kann Intels 100-Millionen-Wearable wirklich

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Basis Peak: Fitnesstracker mit Smartwatch-Ambitionen.
Basis Peak: Fitnesstracker mit Smartwatch-Ambitionen.(© 2015 CURVED)

Optisch kommt der Basis Peak einer klassischen Digitaluhr sehr nahe, technisch gesehen handelt es sich aber eher um einen mit Sensoren vollgepackten Fitnesstracker, der nebenbei noch Benachrichtigungen vom Smartphone anzeigt. Wie gut das Wearable ist, dessen Hersteller inzwischen ein Teil von Intel ist, erfahrt Ihr in unserem Test.

100 Millionen Dollar soll Intel das Startup Basis im Frühjahr 2014 wert gewesen sein. Die Basis Peak ist das erste Wearable des Unternehmens nach der Übernahme. Mit seinen vier Sensoren zählt der Fitnesstracker nicht nur Eure Schritte, sondern unterscheidet sehr genau zwischen Gehen, Laufen und Fahrradfahren.

Body IQ weiß, was Ihr treibt

Body IQ nennt Basis die Technologie im Peak, die mit Hilfe eines Pulsmessgeräts, einem 3-Achsen-Beschleunigungssensor sowie einem Hauttemperatur- und einem Hautreaktionssensor erkennt, ob Ihr nur spazieren geht, joggt oder eine Runde mit dem Rad dreht. Im Test klappte das sehr verlässlich - zumindest für diese drei Bewegungsformen. Als ich mit dem Longboard unterwegs war, konnte der Fitnesstracker damit nichts anfangen, sondern zählte nur gelegentlich einzelne Schritte beim Schwung holen.

Der Basis Peak erwies sich im Test als sehr genau und die Abweichungen beim Schritte zählen bewegen sich im Promillebereich. Durch Body IQ zählt der Fitnesstracker auch wirklich nur Eure gelaufenen Schritte und schlägt nicht, wie zum Beispiel der Fitbit Charge HR, eine Fahrradfahrt auf die Schrittzahl drauf.

Aber nicht nur wenn ich aktiv bin, weiß der Peak was ich tue, sondern auch wenn ich schlafe. Anhand der Herzfrequenz und meiner Bewegungen im Schlaf misst der Tracker nicht nur die Dauer meines Schlafs fast auf die Minute genau, sondern informiert mich auch darüber, wann und wie lange ich im Leicht-, Tief- und REM-Schlaf war, wie oft ich wach war und wie oft ich mich gedreht habe.

Monochromes Display zum Wischen

Standardmäßig liegt dem Basis Peak ein Gummi-Armband bei. Gefällt es Euch nicht, lässt es sich ohne Werkzeug herausnehmen und zum Beispiel gegen eines der anderen Bänder aus dem Angebot des Herstellers austauschen. Für den Alltag und zum Sport finde ich das Standard-Armband aber völlig brauchbar. Nur für die Abendgaderobe würde ich ein anderes auswählen. Der Peak lässt sich problemlos anlegen, nur die zweite Lasche am Armband ist überflüssig und macht das befestigen des durchgesteckten Armbandendes unnötig kompliziert - und sorgt meiner Wahrnehmung nach nicht für einen besseren Halt. Positiv fällt mir auf, das der Fitnesstracker nicht supereng sitzen muss, sondern es für eine kontinuierliche Pulsmessung ausreicht, wenn man ihn bequem befestigt.

Tagsüber ist das monochrome Display gut zu erkennen. Im Dunkeln muss man dagegen die Beleuchtung einschalten, um etwas auf ihm sehen zu können. Da ich in der Verpackung und auf der Homepage von Basis verzweifelt nach einer kurzen Bedienungsanleitung gesucht habe, verrate ich Euch hier, wie hier die Beleuchtung einschaltet: durch eine Wischbewegung von unten nach oben am rechten Rand der Vorderseite.

Das Display reagiert auf Berührungen. In der Regel bewege ich mich mit Wischbewegungen durch die Nutzeroberfläche und sehe neben der Uhrzeit auch meinen aktuellen Puls, eine Übersicht meiner letzten Aktivitäten und kann einen Wecker stellen. Ein kleines Menü gibt es natürlich auch, in dem ich die einzelnen Einstellungen durch antippen verändere. Beim Wecker bestätige ich die Weckzeit durch antippen und kann auf dem Startbildschirm zur Uhrzeit noch das Datum hinzufügen.

Erkennt der Basis Peak einen Spaziergang, eine Laufrunde oder eine Radfahrt wechselt die Anzeige automatisch von der Uhrzeit zu einer Übersicht mit Angaben über die aktuelle Aktivität. Hierzu gehören neben der Dauer auch die verbrauchten Kalorien, die zurückgelegten Schritte, die Uhrzeit und meine Herzfrequenz.

Der Akku des Peak hält die vom Hersteller versprochenen vier Tage durch - bei dauerhafter Pulsmessung und Bluetooth-Verbindung. Ich habe das Wearable an einem Dienstag morgen angelegt und erst Samstag Abend meldete es, dass der Akku nur noch zu zehn Prozent geladen sei. Angesichts des Funktionsumfangs eine ordentliche, aber noch nicht herausragende Laufzeit. Zum Aufladen kommt der Fitnesstracker in eine Ladeschale, die immerhin an jedes Micro-USB-Kabel angeschlossen werden kann und so das Reisegepäck nur ein klein wenig vergrößert.

Und noch eine gute Nachricht für alle Schwimmer und Taucher: Ihr müsst den Peak erst ablegen, wenn Ihr tiefer als 50 Meter unter die Oberfläche taucht. Bis dahin soll sein Gehäuse wasserdicht sein.

Eine App und sonst nichts

Die App von Basis für iOS und Android ist die einzige Möglichkeit die gesammelten Daten des Peak zu betrachten. Eine Web-Version gibt es nicht und auch keine Synchronisation jenseits der Bluetooth-Verbindung zum Smartphone. Im Dashboard zeigt sie Euch quasi live Puls, Schritte und Kalorien an und gewährt schnellen Zugriff auf die letzten Aktivitäten. Natürlich gibt es zusätzlich noch einen eigenen Bereich für die Aktivitätsübersicht und in einer Grafik seht Ihr den Verlauf von Puls, Schritten und Kalorienverbrauch.

Ein für mich neuer Motivationsansatz sind die Routinen von Basis. Dabei handelt es sich um Tagesziele, die es auch bei anderen Fitnesstrackern gibt. Beim Peak ist zum Start erst eine Routine freigeschaltet. Absolviert Ihr eine erfolgreich, belohnt die App dies mit Punkten, für die Ihr weitere Tagesziele freischalten könnt. Mit der Zeit soll die Anwendung die Ziele der Routinen automatisch an Euer Bewegungspensum anpassen, um Euch am Ende zu mehr Bewegung zu motivieren. Aber die Test-Woche war zu kurz, um dies beobachten zu können.

In der App könnt Ihr den Basis Peak auch mit Google Fit verbinden und vor allem einstellen, welche Apps Euch Benachrichtigungen auf dem Display des Wearables anzeigen dürfen. Prinzipiell stehen hier alle Apps, die Benachrichtigungen auf Eurem Smartphone anzeigen können zur Auswahl, wobei es einen eigenen Schalter für Google Hangout, WhatsApp, den Facebook Messenger und HipChat gibt.

Allerdings vibriert es an meinem Handgelenk noch nicht bei jeder eintreffenden Benachrichtigung. Für die Apps befindet sich die Funktion noch in der Beta-Phase und löst noch keine Vibration aus. Die sehe ich bisher nur, wenn ich gerade zufällig auf die Uhr schaue - aber das soll sich nach Angaben des Herstellers mit der finalen Fassung ändern. Anders verhält sich das bei ankommenden E-Mails, SMS oder Anrufen - da macht sich der Peak bemerkbar.

Neuartige Technologie, nicht optimal verpackt

Der Basis Peak ist mehr ein Fitnesstracker in der Form einer Uhr mit minimalen Funktionen einer Smartwatch, aber noch weit vom Funktionsumfang der Apple Watch und den Android Wear-Geräten entfernt. Mir haben die Benachrichtigungen im Alltag weniger geholfen als zum Beispiel beim Sony Smartband Talk, aber das dürfte sich mit dem Ende der Testphase für die Benachrichtigungen noch ändern. Insgesamt ist das Wearable klobiger, schwerer und mit einer unverbindliche Preisempfehlung von 229 Euro teurer als etwa der Fitbit Charge HR, der ebenfalls kontinuierlich den Puls misst. Als großer Pluspunkt bleibt am Ende die automatische Erkennung von Aktivitäten mittels Body IQ und der sehr akkurate Schrittzähler.


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