Beats Pill XL im Test: Die portable Power-Pille im Test

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Beats Pill XL: Bekommt man wieder die Beats-Überdosis?
Beats Pill XL: Bekommt man wieder die Beats-Überdosis?(© 2014 CURVED)

Kopfhörer produzieren und verkaufen kann Beats by Dr. Dre, auch wenn der basslastige Sound nicht unbedingt jedermanns Geschmack trifft. Den Erfolg seiner Kopfhörer will Beats nun auch auf den Markt der Bluetooth-Lautsprecher ausweiten. Wir haben haben unsere Ohren an die Beats Pill XL gelegt und lauschten gebannt den Klängen, die aus der portablen Sound-Pille drangen.

Für einen Kopfhörer-Hersteller liegt es nahe, Lautsprecher herzustellen, wenn er seinen Geschäftsbereich ausdehnen möchte. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Beats by Dr. Dre 2012 mit dem Pill seinen ersten Bluetooth-Lautsprecher auf den Markt brachte. Nur ein Jahr später wurde die Sound-Pille aktualisiert und mit besserem Akku, NFC und einer Lademöglichkeit für andere USB-Geräte ausgestattet. Im vergangenen Jahr launchte Beats dann mit der XL-Variante eine Maxi-Pille, die das Verlangen nach noch fetterem Sound befriedigen sollte.

Design und Verarbeitung

Mit gut 34 Zentimetern Länge und stolzen 1,4 Kilogramm Gewicht ist die Beats Pill XL etwas größer als die Big Jambox von Jawbone, aber kompakter als die Solemate Max von Jabra. Wie es sich für ein modernen Lautsprecher für Smartphones und Tablets gehört, empfängt die Pill XL Musik entweder kabellos via Bluetooth oder klassisch und batterieschonend per 3,5-mm-Miniklinke. Wie Beats-Kopfhörer wird auch die Pill XL in verschiedenen Farben angeboten. Zur Auswahl stehen Schwarz oder Weiß, aber auch extravagantere Farben wie Metallic Sky, Titanium oder, wie in unserem Fall, Pink.

Die Front der Pill XL ist schlicht gehalten, nur in der Mitte prangt das obligatorische Beats-Logo, das zugleich auch als Play/Pause-Taste und Status-LED fungiert. Pulsiert das Logo, dann befindet sich die Sound-Pille im Pairing-Modus. Leuchtet das Logo konstant, dann steht die Verbindung und es kann losgehen mit der Beschallung.

Die Rückseite ist wie ein Griff geformt und mit Anschlüssen, Bedienelementen und weiteren LEDs versehen. Neben dem Netzteilanschluss befinden sich ein 3,5-mm-Miniklinken-Steckplatz und ein USB-Anschluss, über den Ihr Euer Smartphone oder Tablet auch laden könnt. Mit Ausnahme des Netzteilanschlusses sind sämtliche Steckplätze hinter einer Gummilippe versteckt, welche die dahinter liegenden Buchsen vor Schmutz schützen soll. Ebenfalls im Griff integriert sind die Lautstärke-Tasten, der Power-Schalter sowie LED-Anzeigen für Bluetooth und verbliebene Akkukapazität. Für einen sicheren Stand sind noch vier Gummifüße im Griff integriert.

Für meinen Geschmack liegen die Tasten zur Justierung der Lautstärke am falschen Ort. Warum? Das ist schnell erklärt: Sitzt Ihr vor der Pill XL von Beats, müsst Ihr versuchen, die Regler blind auf der Rückseite zu ertasten – gar nicht so einfach. Hier hätte Beats besser die obere Gehäusekante nutzen sollen, um die wichtigen Tasten zu platzieren.

Anschließen und loslegen

Wie fast alle Bluetooth-Laustprecher am Markt unterstützt die Beats Pill XL unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten für Smartphone oder Tablet. Entweder koppelt Ihr Euren mobilen Zuspieler manuell per Bluetooth, oder es geht noch einfacher, wenn Ihr ein Smartphone oder Tablet mit NFC habt. In diesem Falle reicht es schon, wenn Ihr dieses an die kleine Markierung neben den Power-Schalter haltet und die Koppelung am Smartphone-Display akzeptiert. Bei meinem Test mit dem Samsung Galaxy S5 und auch einem LG G3 hat die Verbindung per NFC anstandslos funktioniert.

Alternativ und stromsparender geht es natürlich, wenn Ihr Mobilgerät und Lautsprecher mit dem beigelegten 3,5-mm-Klinkenkabel verbindet. Sobald Ihr hier das Kabel in die Pille hineinsteckt, deaktiviert sich praktischerweise die Bluetooth-Einheit in der Beats Pill.

Sound: viel Bass, aber auch Höhen und Mitten

Bei Beats by Dr. Dre Produkten erwartet man immer, dass es druckvoll und basslastig klingt. Auch die Beats Pill in der XL-Variante wird Euch in dieser Hinsicht nicht enttäuschen. Aber was ist das? Erstaunlicherweise kann auch man die Mitten und Höhen bei der Pill XL gut identifizieren. Der positive Eindruck verstärkt sich, je weiter Ihr Euch von der Beats Pill XL entfernt. Während der Bass auf kurze Distanz noch sehr dominant ist, nimmt die Intensität mit größerer Entfernung leicht ab, sodass die mittleren und hohen Frequenzen präsenter werden.

Auch bei der maximalen Lautstärke ist die Maxi-Pille stark und hat keine Probleme, größere Räume zu beschallen. Da die Speaker aber frontal abstrahlen, müsst Ihr Euch immer vor der Beats Pill XL positionieren. Einen 360-Grad-Beschallungsradius wie der UE Boom besitzt der Lautsprecher leider nicht.

Akkuleistung: genug Saft für ausschweifende Parties

Der Akku der Beats Pill XL soll laut Hersteller satte 15 Stunden Dauerbeschallung durchhalten – und das schafft die Sound-Pille auch. Natürlich nimmt die Akkuleistung aber ab, wenn man parallel am USB-Port sein Handy oder Tablet auflädt. Gut ist auch, dass die Pill XL sich nach zehn Minuten ohne bestehende Bluetooth-Verbindung selbst abschaltet und somit zu einer längeren Akkulaufzeit beiträgt.

Fazit

Stolze 299,95 Euro verlangt Beats für die Maxi-Variante der pillenförmigen Bluetooth-Lautsprecher und kann damit vom Klang her durchaus überzeugen. Wie schon bei unseren Tests zum Solo 2 und den PowerBeats 2 Wireless stellen wir auch beim Pill XL erfreulicherweise fest, dass Beats nun nicht mehr nur Bässe kann, sondern auch die Höhen und Mitten beherrscht. Trotzdem werden ausgemachte Beats-Hasser sich immer noch nicht mit dem Klang anfreunden können. Sound ist eben etwas sehr subjektives und hängt immer vom Hörer ab.

Bei der Mobilität kann sich die Pill XL aber sehen lassen. Mit satten 15 Stunden Spielzeit fernab der Steckdose und einer USB-Ladefunktion für Smartphone und Co. steht der nächsten Party nichts mehr im Wege. Nur allzu feuchtfröhlich darf die Feier nicht sein, denn das würde die teure Pill XL von Beats nicht überleben.


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