BQ Zowi im Test: Tanz für mich, mein kleiner programmierbarer Roboter!

Programmieren lernen, muss nicht trocken und langweilig sein. Das dachte sich der spanische Smartphone-Hersteller BQ und hat einen kleinen Roboter entwickelt, mit dem Jung und Alt spielend leicht programmieren lernen sollen. Zowi ist ein türkisfarbener Würfelschädel, der nicht nur laufen kann, sondern auch einen spitzenmäßigen Moonwalk aufs Parkett legt.


Aber bevor Ihr mit Zowi spielen oder den Roboter programmieren könnt, benötigt Ihr ein Android-Smartphone oder -Tablet. Außerdem braucht Ihr einen Computer mit USB-Anschluss, auf dem Googles Browser Chrome installiert ist.

Ultraschallsensor und Geräuscherkennung

Die Technik des Roboters steckt in seinem Kopf: Hier befinden sich neben der von BQ entwickelten Platine noch ein Akku und zwei Servo-Motoren, die Zowis Beine drehen. Die anderen beiden Motoren stecken direkt in den Beinen, um die Füße zu steuern. Sein Mund besteht aus einer LED-Matrix mit 5 x 6 Pixeln und kann dadurch verschiedene Formen annehmen.

Damit der Roboter auch auf Geräusche reagieren kann, hat der Hersteller auf seiner Platine ein Mikrofon eingebaut. In den Augen stecken Ultraschallsensoren, die Wellen aussenden und die Reflektionen messen, um den Abstand zu einem Objekt zu erkennen. Dadurch kann Zowi sogar Hindernissen ausweichen.

Damit die Nutzer noch mehr über Technik und ihre Funktionsweise lernen, legt BQ dem Roboter eine detaillierte Anleitung zum Auseinanderbauen und Wiederzusammensetzen bei. Das passende Werkzeug wird ebenfalls mitgeliefert. Nach dem Lösen von zwei Schrauben, kann der Kopf einfach abgehebelt werden. So wird der Blick auf Platine und Innenleben frei.

Falls Ihr zu Hause auch noch einen 3D-Drucker stehen habt, könnt Ihr für Zowi auch eigene Köpfe drucken und damit den Roboter umbauen. Alternativ legt der Hersteller eine Stickerpalette mit Motiven wie Schnurrbärten, Brille oder Pflaster bei, damit Ihr Zowi individuell anpassen könnt.

Tanz für mich!

Mit Zowi programmiert Ihr hauptsächlich Bewegungsabläufe. Das geht ganz einfach über die gleichnamige kostenlose Android-App. Hier findet Ihr zum Beispiel das Menü "3, 2, 1 – und los!". Mit wenigen Klicks baut Ihr hier eine Abfolge von bunten Bausteinen, die für Bewegungen oder Grimassen stehen. Der Roboter interpretiert diese als Befehlskette und arbeitet sie ab. Auch Geschwindigkeit und Dauer der einzelnen Abschnitte lassen sich festlegen. So erstellt Ihr beispielsweise ganz intuitiv lustige Tanzchoreografien.

Der Gamepad-Modus lässt Euch den kleinen Gefährten steuern. Über Pfeiltasten bewegt er sich in alle Richtungen, dreht sich oder macht Faxen, in dem er sich zum Beispiel auf die Zehenspitzen stellt. Die Steuerung funktioniert einwandfrei. In dem Moment, wo Ihr die Taste auf dem Smartphone drückt, führt Zowi die Bewegung auch schon aus. Der Akku soll laut Hersteller bis zu acht Stunden halten.

Im Spiel "Wiederhole mit Zowi" muss sich der Nutzer die Bewegungen, die Zowi vortanzt, merken und dann in der richtigen Reihenfolge in der App anklicken. Außerdem gibt es noch ein paar andere Möglichkeiten: In der App findet Ihr schon vorgefertigten Programmiercode, den Ihr direkt vom Smartphone aus auf den Roboter schicken könnt. Unter anderen kann Zowi als Zufallsgenerator und Würfel programmiert werden ("Hellsehen mit Zowi"). Hier formt er je nach Modus mit seiner Mundanzeige ein Häkchen für Ja und ein X für Nein oder gibt Zahlen von eins bis sechs aus. Auch ein fertiges Programm, um Zowi zu einem Bewegungsmelder umzufunktionieren, ist dabei.

Programmieren mit bitbloq

Um den Roboter noch etwas individueller zu programmieren, könnt Ihr ihn per Micro-USB-Kabel an Euren Computer anschließen. Darauf muss eine aktuelle Version des Chrome-Browsers laufen. Mit diesem besucht Ihr die Webseite bitbloq.bq.com – nicht erschrecken, die Seite ist auf Spanisch. Wenn ihr bis ganz nach unten scrollt findet Ihr aber das Wort "Deutsch". Ein Klick darauf stellt die Sprache um. Jetzt scrollt Ihr wieder nach oben und klickt auf "Jetzt ausprobieren". Entweder erstellt Ihr nun ein Konto oder fahrt als Gast fort.

Auf der rechten Seite wählt Ihr unter Roboter "Zowi" aus, links klickt Ihr auf Software. Dann könnt Ihr mit dem Programmieren beginnen. Dafür zieht Ihr bunte Blöcke mit Anweisungen in die Felder in der Mitte. Alles, was Ihr unter "Initialanweisungen (Setup)" schiebt, führt Zowi aus, wenn Ihr ihn startet. Die "Hauptschleife (Loop)" folgt unmittelbar danach und wiederholt sich so lange, bis Ihr den Roboter ausschaltet.

Die Bausteine abstrahieren tatsächlichen Quellcode so, dass jeder sie versteht. Anstatt Fachbegriffe wie "While-Schleifen" finden wir hier Bausteine mit dem Text "Solange X = Y ausführen:" wobei die Werte für X und Y und auch das Gleichheitszeichen durch andere Bausteine definiert werden.

Hier können Laien durch Herumspielen schon viel selbstständig herausfinden, denn mit einem Klick wird das Programm auf den Roboter geschoben und die Resultate können ausprobiert werden. Fortgeschrittene bekommen noch mehr Funktionen und können sich auch andere Codebausteine als die Bewegungen von Zowi anschauen. Profis können auf die bunten Buttons völlig verzichten und auf die Quellcode-Ansicht umschalten. Hier können sie direkt Befehle für Zowi setzen und sind nicht mehr eingeschränkt.

Fazit: Cooler Kumpel ohne Langzeitspaß

Zowi hat uns sehr begeistert. Der Roboter ist niedlich und macht lustige Bewegungen. Doch der Spielspaß war wie bei Furby und den anderen Spielzeugen aus dieser Kategorie auch irgendwann wieder vorbei. Für den ersten Kontakt mit Programmierung und dem Lernen und Verstehen von Technik finden wir ihn aber sehr geeignet.

Am sinnvollsten wäre es wahrscheinlich, wenn der Roboter Teil von Bildungsprogrammen in Schulen werden würde. Denn zu Hause wird möglicherweise nach anfänglicher Euphorie irgendwo im Regal verstauben. Zowi ist bereits auf dem Markt und für knapp 130 Euro im Handel erhältlich.

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