CAT B15Q im Test: Harte Schale, langsamer Kern

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CAT B15Q: ein Outdoor-Handy mit großem Bruder
CAT B15Q: ein Outdoor-Handy mit großem Bruder(© 2014 CURVED)

Wenn es hart auf hart kommt: Das CAT B15Q ist wasserdicht und sturzfest - ein Outdoor-Smartphone eben. Aber reicht das? Im Test entpuppt sich das Gerät als harter Kerl mit kleinen Schwächen. 

Der Hersteller hat das Gehäuse des CAT B15Q nach IP67 zertifizieren lassen. Das bedeutet, dass es staubdicht ist uns bis zu 30 Minuten lang in maximal einem Meter Wassertiefe tauchen kann, ohne Schaden zu nehmen. Zusätzlich soll es Stürze aus bis zu 1,8 Metern Höhe überstehen. Hier besteht der Rand des Gehäuses aus dickem Gummi und die Ränder an den langen Seiten aus Metall. Damit ist es natürlich klobiger als ein LG G3 oder Samsung Galaxy S5, aber insgesamt ordentlich verarbeitet.

Der Kopfhörer-Anschluss und die Micro-USB-Schnittstelle sind mit Gummidichtungen gesichert, die sich gut öffnen und schließen lassen, aber trotzdem sicher und fest sitzen. Die Abdeckung der Rückseite ist mit einem Riegel gesichert und ist etwas aufwendiger zu öffnen und vor allem wieder passgenau einzusetzen, damit sie komplett dicht ist. Wechselt Ihr aber nicht täglich den Akku, die SIM- oder die Speicherkarte, dann hält sich der Ärger in Grenzen.

Die vom Hersteller angegebe Betriebstemperatur reicht von -20 bis 55 Grad Celsius und damit deutlich weiter als bei herkömmlichen Handys. Das bedeutet vor allem, dass der Akku im Winter nicht so schnell schlapp machen sollte. Apropos Akku: Der ist austauschbar und verfügt über eine Kapazität von 2000 mAh, was für eine Sprechzeit von bis zu 16 Stunden reichen soll.

Wo das Gerät versagt, ist die Bedienung mit Handschuhen - bei einem Outdoor-Smartphone ein absolutes Muss. Die Tasten heben sich nur dezent vom Gehäuse ab. Mit Handschuhen wird es schwerer bis unmöglich die Lautstärke zu regulieren, das B15Q einzuschalten oder mit dem Mittelknopf den Lautstärkeregler oder die Taschenlampe ein- und auszuschalten.

Ein Display für feuchte Finger

Das CAT B15Q verfügt über ein vier Zoll großes Display mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln, das von robustem, aber nicht unkaputtbarem Gorilla Glas bedeckt ist. Für seine Größe verfügt der Bildschirm über eine ausreichend hohe Auflösung und genügend große Betrachtungswinkel. Die Farben wirken allerdings abgestumpft, insgesamt ist der Touchscreen nicht so leuchtstark wie bei AMOLED-Displays. Das wird im Freien bei Sonnenlicht deutlich, wenn sich der Inhalt des Touchscreens nur noch erahnen lässt. Outdoor-Qualität beweist das CAT hier nicht.

Immerhin: Das Smartphone beherrscht sogenanntes "Wet Finger Tracking". Das sorgt dafür, dass Ihr den Touchscreen auch mit nassen Fingern bedienen könnt. Allerdings funktioniert es nicht, wenn das Smartphone komplett unter Wasser oder zu viel Flüssigkeit auf dem Display ist.

Mittelklasse-Hardware und aktuelle Software

In Sachen Hardware tritt das CAT B15Q nicht in Konkurrenz zu Top-Geräten, sondern ordnet sich im unteren Bereich der Mittelklasse ein. Der Quad-Core-Prozessor von Mediatek ist mit 1,3 Gigahertz getaktet, der Arbeitsspeicher ein Gigabyte groß. Beim internen Speicher ist der Hersteller knauserig und verbaut nur vier Gigabyte. Die könnt Ihr zwar mit einer microSD-Karte um bis zu 32 Gigabyte erweitern, aber für große Spiele eignet sich das Smartphone damit nicht, da sie sich in der Regel nur zum Teil auf den externen Speicher auslagern lassen.

Die Kamera liefert Fotos mit einer Auflösung von fünf Megapixeln und für Schnappschüsse, die Ihr bei Facebook und Co. teilen wollt, reicht das vollkommen aus - sofern die Beleuchtung ausreichend ist. Die Frontkamera mit VGA-Auflösung bietet sich dagegen maximal für Videochats an, an Selfies werdet Ihr keine Freude haben.

Die verbaute Hardware des CAT B15Q gehört zwar nicht zur Spitzenklasse, lässt aber das installierte Android 4.4.2 flüssig laufen. Auch bei Apps konnte ich keine störenden Geschwindigkeitseinbußen feststellen.

CAT greift nahezu auf die Stock-Version von Android zurück. Als zusätzliche Apps sind nur die Tastatur Swiftkey und der Ocearch Shark Tracker - ein Ortungs- und Forschungsprojekt, das CAT finanziell unterstützt - vorinstalliert.

Fazit: Gutes Outdoor-Smartphone, aber nicht immer die beste Lösung

Für ein Outdoor-Smartphone liegt das CAT B15Q angenehm in der Hand. Mit der fast neuesten Android-Version lässt es so gut wie alle seine direkten Konkurrenten alt aussehen, auch die Hardware reicht für die meisten Anwendungen völlig aus. Sie und das kleine, nicht besonders leuchtstarke Display sorgen wiederum für eine vergleichsweise lange Akkulaufzeit. Auch mit Mankos ist das B15Q das derzeit ausgewogenste Outdoor-Smartphone.

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 329 Euro ist es allerdings kein Schnäppchen. Benötigt Ihr das robuste Gehäuse nicht dauerhaft fahrt, Ihr mit einem Outdoor-Case für Euer bisheriges Smartphone unter Umständen günstiger und habt in den übrigen Momenten auch leichteres Smartphone in der Hand.


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