"Dark Souls Remastered" für PS4 im Test: Eine Reise, die man nie vergisst

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Eure Rettung in der Dunkelheit: Das lebensspendende Lagerfeuer.
Eure Rettung in der Dunkelheit: Das lebensspendende Lagerfeuer.(© 2018 Bandai Namco)

Bei der Flut von Neuauflagen, im Neudeutschen "Remaster" genannt, ist es schwer,  aus der Masse herauszustechen. Doch es gibt einen Kandidaten, dem das absolut mühelos gelingt – auch wenn er euch oft zur Verzweiflung treibt: Vorhang auf für "Dark Souls Remastered", das wir uns für euch auf der PS4 Pro angesehen haben.

Ich kann mich noch sehr genau an mein erstes Aufeinandertreffen mit "Dark Souls" auf der Xbox 360 erinnern: "Hallo, ich bin Dark Souls! Du willst auf die Fresse? Dann immer hereinspaziert!" Was dann folgte, waren mit die denkwürdigsten 200 Spielstunden, die ich jemals erlebt habe. Das ich dabei wortwörtlich tausend Tode gestorben bin, versteht sich natürlich von selbst.

Schärfer und schneller

Falls ihr "Dark Souls" bereits auf den älteren Konsolen gespielt habt, hat es eure Herzen mit Sicherheit im Sturm erobert. Nun ist es also an der Zeit, sich erneut in die absolute, unbarmherzige und angsterfüllende Dunkelheit zu wagen und euch euren schlimmsten Albträumen zu stellen. Doch statt zähem Geruckel und Matsch-Optik erwarten euch im Remaster butterweiche 60 Bilder pro Sekunde bei einer knapp achtmal so hohen Auflösung wie beim Original aus dem Jahr 2011. Und es ist wirklich erstaunlich, wie gut "Dark Souls" in diesen sieben Jahren gealtert ist. Klar, der neue und deutlich schärfere Look trägt eine Menge zu dem Gefühl des Neuen bei, aber auch kleine und feine Verbesserungen bei Licht- und Spezialeffekten müssen sich mit Sicherheit vor fast keinem neuen Titel verstecken.

Das Licht der Sonne zu preisen ist immer eine gute Idee – besonders in "Dark Souls".(© 2018 Bandai Namco)

Abstieg in die Dunkelheit

Falls ihr "Dark Souls" noch niemals vorher gespielt habt, ist es nun wohl an der Zeit, sich eines der besten Action-Abenteuer-Rollenspiele endlich zu Gemüte zu führen. Im Idealfall habt ihr möglichst wenig in den zahlreichen Wikis gestöbert, die im Internet zu finden sind, sondern stürzt euch völlig unbeleckt in das haarsträubende Abenteuer. Aber es sei gesagt: Das Spiel ist sicher nicht jedermanns Geschmack – und das will es zum Glück gar nicht sein. Will man allen gefallen, gefällt man letztlich gar keinem mehr. Immerhin hat es "Dark Souls" aber geschafft, der Vorreiter eines völlig neuen Spiele-Genres zu sein, den "Souls-like"-Spielen. Die Kernmechanik dabei: Ihr stellt euch den zahlreichen Gegnern, Fallen, riesenhaften Bossen und anderen Unannehmlichkeiten, beisst – zweifellos – ins Gras und stellt euch erneut der Herausforderung. Und nochmal. Und nochmal. Nach und nach lernt ihr die organische Spielwelt und ihre Bewohner regelrecht zu lesen und was zu Beginn scheinbar unschaffbar war, entlockt euch später nur noch ein müdes Lächeln.

Auch dieses "Bürschchen" will gefällt werden – auf die eine oder andere Weise.(© 2018 Bandai Namco)

Leidensfähigkeit wird vorausgesetzt

Eure ersten Schritte in der unwirtlichen Welt hinterlassen dann sicher eine Menge Fragezeichen über eurem Kopf – aber genauso muss das bei "Dark Souls" sein: Ihr werdet ausrasten, kämpfen, wieder ausrasten, im Wahn euer Gamepad an die Wand pfeffern (deshalb sind hier unten im Shoplink die Ersatz-Gamepads eingebunden) und irgendwann werdet ihr einen lauten Schrei der Freude austoßen, während euch das Adrenalin aus den Ohren läuft. Dieses Gefühl, wenn ihr einen der zahlreichen und unnachgiebigen Bosse dann endlich zu Fall gebracht, hat "Dark Souls" in dieser Form absolut unnachahmlich kultiviert. Egal ob ihr lieber auf Nahkampf mit Schwert und Schild setzt, den Zauberstab schwingt oder einem Mix aus vielen Stilen verfolgt (nicht ratsam), jeder Spieler kann seinen Charakter so entwickeln, wie er auch gerne spielen möchte. Dass euch das Spiel auch dabei vor schier unüberwindliche Hürden stellt, steht natürlich ausser Frage. Aber es sind eben diese Unklarheiten, diese Fragezeichen und die später folgende Erhellung, die Dark Souls für die meisten Spieler zu einem absoluten Ausnahme-Erlebnis vor dem Bildschirm werden lässt.

Ahh, "Anor Londo!" Immer eine Reise wert, wären da nicht die riesenhaften Ritter.(© 2018 Bandai Namco)

Macht es euch leichter!

Die größte Faszination geht bei "Dark Souls" sicher davon aus, euch alleine in die Spielwelt zu schmeißen und auf eigene Faust zu erforschen. Wem das aber zu hart ist und wer trotzdem gerne sehen will, wie es weitergeht und was für vertrackte Gebiete und unbarmherzige Gegner noch warten, der hat in "Dark Souls Remastered" nun erstmals die Möglichkeit, bis zu fünf Freunde auf die Reise mitzunehmen. Da das Spiel den Schwierigkeitsgrad nicht an die Zahl der Spieler angleicht, wird der dornige Weg so zur hübsch anzusehenden Geisterbahn mit Wow-Faktor. Schon zu dritt lassen sich die Gegner ganz vorzüglich austanzen und die Bosse kommen oft eher zahnlos daher, wenn ihr sie gegenseitig vom anderen Spieler ablenken könnt. Klar, Ornstein und Smough sind immer noch knallharte Jungs, aber mit Freunden lange nicht so megaschwer, als wenn ihr euch ihnen alleine stellt.

Im Koop-Modus für bis zu sechs Spieler ist auch dieser Boss ein Zuckerschlecken.(© 2018 Bandai Namco)

Fazit: Gutes, noch besser

"Dark Souls" ist und bleibt ein absoluter Ausnahmetitel. Liebt es, oder hasst es. Aber verpassen solltet ihr diesen wilden Ritt auf keinen Fall! Es warten einige der denkwürdigsten Momente der Videospielgeschichte auf euch, die auch die Nachfolger "Dark Souls 2" und "Dark Souls 3" trotz üppigerer Optik nie toppen konnten. Konsolenspieler freuen sich zudem endlich über komplette Ruckelfreiheit, knackscharfe Texturen und den neuen Koop-Modus. Verwöhnten PC-Spielern, die sich schon alle Mods auf das Original geknallt haben, dürfte "Dark Souls Remastered" nur ein Achselzucken entlocken, aber Konsolen-Fetischischten bekommen hier nun die Version von "Dark Souls", die man sich sicher immer gewünscht hat.

"Dark Souls Remastered" ist ab dem 25.05. für PC, Xbox One (X) und Playstation 4 zum Preis von 39,99 Euro verfügbar und hat die Altersfreigabe "Ab 16 Jahren". Eine Version für die Nintendo Switch erscheint zu einem noch nicht näher definierten Zeitpunkt im Sommer.

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