Google Pixel 3a XL im Test: Kann es mit aktuellen Smartphones mithalten?

Das Pixel 3a liegt mit der matten Rückseite gut in der Hand.
Das Pixel 3a liegt mit der matten Rückseite gut in der Hand.(© 2020 CURVED)

Das Google Pixel 3a XL erschien im Mai 2019 und ist eine abgespeckte Variante des Google Pixel 3. Das ist in der schnelllebigen Smartphone-Branche schon ein gewisses Alter, allerdings ist es dafür recht günstig. Wir haben das Gerät einem Test unterzogen und sind zu überraschenden, aber auch erwartbaren Ergebnissen gelangt.

Um mal ganz ehrlich zu sein: Am Anfang war ich nicht sonderlich begeistert, als ich das Google Pixel 3a XL zum Testen bekam. Ein Blick auf die Specs verriet mir gleich, dass das Phone weder das schnellste noch das mit der besten Kamera sein würde.

Was ich nach einiger Zeit aber feststellen durfte: Das Smartphone verspricht nichts, was es nicht auch hält – und einige Überraschungen blieben dabei nicht aus. Und immerhin kommt das Smartphone von Google direkt: Es sollte also perfekt mit Android abgestimmt sein.

Übrigens unterscheiden sich das Google Pixel 3a und das Pixel 3a XL in wenigen Punkten: Klar, das XL ist größer. Es ist 6 Zoll groß, das 3a misst 5,6 Zoll und ist 20 Gramm leichter. Dadurch gibt es auch einen etwas höheren Energiebedarf: Das XL hat einen Akku mit 3.700 mAh, während das 3a 3.000 mAh stark ist. Ansonsten sind die Geräte gleich.

Das Auspacken - Der erste Eindruck ist gut

Während ich also auf das Pixel 3a XL wartete, stieg in mir nicht unbedingt Vorfreude auf. Auch die edle Verpackung, die mich gleich an die des iPhones erinnerte, konnte daran anfangs nichts ändern. Da war schon auch ein kleiner Perspektivenwechsel notwendig.

Der begann, als ich das Google-Phone erstmals in der Hand hielt. Denn: Das Pixel 3a XL hat eine angenehm handliche Größe und passt locker in die Hosentasche – für mich immer ein enormer Pluspunkt und ab einer absurden Bildschirmdiagonale auch Ausschlusskriterium. Mit dem Daumen lassen sich alle Ecken des 6-Zoll-Displays bequem erreichen.

Manko: Das Display ist nicht randlos und oben und unten durch einen Rahmen abgebunden. Viele Hersteller verzichten heutzutage auf einen solchen – aus gutem Grund. Mir persönlich ist der Rahmen etwas zu breit und lässt das Pixel 3a XL etwas aus der Zeit gefallen wirken. Sich darüber zu beschweren, ist allerdings auch Jammern auf höherem Niveau.

Das Gehäuse ist aus Kunststoff und nicht aus Metall. Das kann man bemängeln, mir persönlich macht das allerdings nichts aus – schließlich ist auch das ein Grund, aus dem das Google Pixel mit einem moderaten Preis von Stand jetzt 350 bis 400 Euro aufwarten kann. Dafür ist die Rückseite in einem matten Finish gehalten: Damit entstehen keine Fingerabdrücke, außer am oberen Ende, wo die Kameralinse sitzt. Und die Haptik ist elegant.

Das Einschalten - Einfach und schnell

Bei der Einrichtung des Smartphones begann meine Sympathie für das Pixel 3a XL weiter zu wachsen. Ist man auch schon vor dem Kauf des Gerätes im Besitz eines Android-Phones, kann man beide Geräte über ein USB-C-Kabel miteinander verbinden und so innerhalb von Minuten alle Bilder, Videos und Anmeldedaten von einem Smartphone auf das nächste übertragen.

Ziemlich smart und ziemlich praktisch, wenn ich mir überlege, dass ich schon frustrierende Stunden damit verbracht habe, meine Dateien und Kontakte von meinem alten iPhone über Google Drive auf mein neues Handy zu transferieren. Auch die restliche Einrichtung verlief intuitiv und schnell.

Das Display: solide mit kräftigen Farben

Das 6-Zoll-OLED-Display hat mich ebenfalls überzeugt. Man muss dabei immer den Preis im Hinterkopf behalten. Im Großen und Ganzen gab es am Bildschirm nichts auszusetzen. Für ein paar Videos in der Bahn reicht das Displaymehr als aus. Mit einer Auflösung von 2.160 x 1.080 Pixeln (402 ppi) ist das Google-Handy fähig, Videos in FHD+ abzuspielen – das ist schon nicht schlecht.

Die Intensität der Farben ist kräftig. Das Pixel 3a hat einen intelligenten Sensor im Display, der die Bildschirmhelligkeit an die Umgebung anpasst. Darüber hinaus gibt es einen Nachtlicht-Modus, also einen Blaulicht-Filter.

Die Kamera ist eine echte Überraschung

Kommen wir zur wohl größten Überraschung des Google-Smartphones: Der Kamera. In Zeiten, in denen Smartphones über bis zu sieben Kameras verfügen, wirkte die Aussicht, eine Einfach-Kamera zu testen, auf mich zu Anfang geradezu frustrierend. Doch während ich mir im Kopf schon einen Text zurechtlegte, wie ich die Kamera am besten verreißen könnte, schoss das Pixel absolut hervorragende Bilder. Kein Scherz, diese Kamera hat es wirklich in sich.

So wie iPhones für gewöhnlich über weniger Arbeitsspeicher verfügen als Android-Geräte, weil die Hardware-Software-Abstimmung einfach passt, verfügt das Pixel-Handy auch über weniger Linsen – weil es zusätzliche einfach nicht braucht. 12,2 Megapixel, eine f/1.8-Blende und ein optischer Bildstabilisator sind genug, um ausgezeichnete Fotos zu schießen.

Den Ultraweitwinkelsensor habe ich allerdings schon ein wenig vermisst - vor allem bei Panorama-Shots. Denn: Sogar Xiaomis günstige Smartphones wie das Redmi Note 8T oder Pro verfügen über den Modus und kosten knapp 150 bis 200 Euro weniger. Aber: Das Pixel 3a XL erschien immerhin Anfang 2019, man darf also auch nicht zu hart urteilen.

Doch es gibt einen Trost: Der Nachtmodus des Pixel 3a XL ist phänomenal, wie die folgenden Bilder zeigen. Da konnte selbst der Nachtmodus des Redmi Note 8 Pro nicht mithalten – nicht mal ansatzweise. Ab diesem Punkt fing das Pixel 3a XL an, mir richtig gut zu gefallen.

Die Leistung - Nicht überwältigend, aber stabil

Auf der Leistungsseite bewegt sich das Pixel im Mittelfeld. Angetrieben wird das Pixel von Qualcomms Snapdragon 670. Es verfügt über 4 GB Arbeitsspeicher und läuft damit recht solide. Klar, es geht nicht alles so fix wie bei den High-End Geräten, aber dafür kostet das Device eben auch nur ungefähr die Hälfte. Das Öffnen von Apps, Videos, Links und Dokumenten geht recht flott, da gibt es wenig zu beanstanden. Trotzdem muss man leider festhalten, dass günstigere und neuere Modelle aus China da zum Teil eine bessere Performance abliefern. Dafür hat das Google-Phone andere Vorteile.

Zum Beispiel der Akku. Das Gerät ist außerordentlich ausdauernd. Eine Geschichte: Ich ließ das Pixel am Freitagabend bei einem Akkustand von 75 Prozent im Büro – als ich am Montag wiederkam, war es noch immer bei knapp 20 Prozent. Danach hing ich es an die Steckdose und als ich eine Stunde später einen Blick auf den Stand warf, lag dieser schon wieder im oberen Drittel. Wirklich beeindruckend für ein "älteres" Gerät.

Einen Kritikpunk in Sachen Speicherkapazität muss ich allerdings noch anbringen. Der interne Speicher des Pixel 3a XL beträgt gerade einmal 64 GB. Das ist heutzutage nicht besonders viel, vor allem, wenn man ein paar Videos in 4K (auch dazu ist die Kamera fähig) aufgenommen hat. Der fehlende SD-Karten-Slot war mir persönlich ein kleiner Dorn im Auge. Da kann mich Google auch noch so oft auf die Möglichkeit hinweisen, dass ich meine Dateien auch über Drive abspeichern könne. Es gibt auch keinen zweiten SIM-Karten-Slot.

Fazit: Ein gutes Smartphone, aber zu teuer

Wer sich das Pixel 3a XL zulegt, muss schlicht und ergreifend wissen, worauf er sich einlässt. Das Smartphone ist kein Premium-Gerät – aber das will es auch gar nicht sein, dafür gibt es das Google Pixel 3 XL. Ich selbst nutze ein Xiaomi Redmi Note 8 Pro - das schlägt das Pixel 3a XL meiner Ansicht nach in beinahe jeder Hinsicht (ausgenommen im Nachtmodus) und ist dabei auch noch günstiger.

Für diejenigen, die ein Google-Phone wollen, weil sie zum Beispiel die neueste Android-Version immer als erste aufspielen möchten, ist es eine gute Wahl. Ist euch hingegen ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wichtiger, würde ich vom Google Pixel 3a XL allerdings abraten. Da solltet ihr mal einen Blick auf Xiaomi werfen – oder zum Pixel 3a greifen, das kleinere ist ein ganzes Stück günstiger als das Pixel 3a XL.


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