Senioren-Handy Doro 8040 im Test: Mehr Smartphone brauchen Großeltern nicht

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Das Doro 8040 mit extragroßen Schaltflächen
Das Doro 8040 mit extragroßen Schaltflächen(© 2018 CURVED)

Bei Geräten für Senioren dachte ich bislang immer an Handys mit riesigen Tasten. Dass es auch anders geht, zeigt Doro mit dem Android-Smartphone Doro 8040. Was das kann, verraten wir im Test.

Wenn ihr euch ein neues Smartphone kauft, sind die Anforderungen wahrscheinlich klar: Der Bildschirm sollte möglichst hochauflösend sein, die Hardware mindestens schnell genug für alltäglich Anwendungen, der Akku ausdauernd. Dazu braucht es eine brauchbare Kamera. Aber wie schaut es aus, wenn sich Oma und Opa auf die Suche nach dem allerersten Smartphone machen? Sei es, um im Internet zu surfen oder um über die Familien-WhatsApp-Gruppe mit den Lieben in Kontakt zu bleiben? Dieser Frage hat sich Doro mit dem Doro 8040 angenommen.

Schwer, aber schwer in Ordnung

Schon beim Design hat sich der Hersteller Gedanken gemacht: Das Smartphone sieht etwas anders aus als andere Geräte, die gerade in Mode sind. Ein dünnes Gehäuse oder möglichst dünne Display-Ränder gibt es beim Doro nicht. Stattdessen ist das 8040 vergleichsweise schwer. Das finde ich aber genau richtig. Denn das Gewicht vermittelt eine gewisse Robustheit, auch wenn das Smartphone nicht wasserdicht ist. Man hat das Gefühl, richtig was in der Hand zu halten.

Dazu trägt die Ausbuchtung auf der Rückseite bei. Besonders wenn man das Gerät in der einen Hand hält und mit der anderen bedient, sorgt sie für einen guten Halt. Außerdem hat sie noch einen anderen Sinn: Denn neben der Kamera ist der sogenannte SAR-Button (Search and Rescue) untergebracht, ein Notfall-Knopf, mit dem der Besitzer im Ernstfall vorher gespeicherte Kontakte alarmieren kann. Auch an der Front setzt der Hersteller auf möglichst große Buttons, um das Smartphone gut bedienen zu können. Lediglich die Lautstärketasten hätten größer ausfallen dürfen.

Das Display misst in der Diagonalen fünf Zoll. Doro bewirbt es zwar mit dem Wort "groß", tatsächlich haben Smartphones in dieser Größenordnung mittlerweile aber Seltenheitswert. Das macht aber nichts. Weil die virtuellen Tasten durch die physischen ersetzt wurden, bleibt auf dem Bildschirm mehr Platz für Inhalte. Die Auflösung ist zwar nach modernen Maßstäben nicht mehr ganz zeitgemäß. Dennoch reicht es, um alle Inhalte einwandfrei zu erkennen. Ein Pluspunkt sind die stabilen Blickwinkel, dank derer man das Geschehen auf dem Display auch sehen kann, wenn man nicht direkt drauf schaut.

Große Schaltflächen und kleine Probleme

Für eine gute Übersicht auf dem Bildschirm sorgt die vom Hersteller angepasste Android-Oberfläche. Große Symbole und verständlich gemachte Inhalte machen es in vielen Menüs einfach, sich zurecht zu finden. Dazu tritt das Betriebssystem ständig mit dem Nutzer in den Dialog. Schaltflächen beginnen häufig mit "Ich möchte". Wer drauf tippt, bekommt im nächsten Menü weitere Optionen übersichtlich angezeigt. Das System hat aber auch seine Tücken.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Kamera. Denn es gibt zwei Wege, auf diese zuzugreifen. Über die App "Kamera" und den Menüpunkt "Aufnehmen". Wer auf letzteren tippt, wird gefragt, was er aufnehmen möchte. Zur Wahl stehen die Einträge "Ein Foto", "Ein Video" und "Ein Selfie". Die andere Kamera-App lässt den Nutzer dagegen allein. Außerdem gibt es gerade bei der ersten Einrichtung immer wieder die typischen Berechtigungsanfragen von Apps, etwa ob Anwendungen auf das Telefonbuch oder den Standort zugreifen dürfen. Selbsterklärend sind diese Schaltflächen für neue Nutzer leider nicht immer.

Neben dem einfachen Modus gibt es übrigens auch eine erweiterte Ansicht, in der die Symbole nicht mehr ganz so groß sind. In der hat man mehr Möglichkeiten, die Optik des Systems an persönliche Vorlieben anzupassen. Dieser Modus empfiehlt sich aber eher dann, wenn man sich bereits einige Zeit mit dem Gerät beschäftigt hat und sich im Umgang sicher fühlt. Aber auch wenn man die Ansicht beim Ausprobieren versehentlich eingeschaltet hat und nicht mehr zurück weiß, gibt es Hilfe: Mit dem MyDoroManager können etwa Familienmitglieder per Fernzugriff auf das Smartphone zugreifen. Wie das genau funktioniert, haben wir in diesem Artikel festgehalten.

Zwei Geräte in einem dank Ladestation

Richtig gut gefällt mir, wie Doro die Problematik mit dem Ladeanschluss gelöst hat. Denn dem Smartphone liegt eine Station bei der, in die man das 8040 zum Aufladen im Querformat einlegen kann. Dann dient das Smartphone auf Wunsch auch als digitaler Bilderrahmen für die Bilder auf dem internen Speicher. So bekommt man zwei Geräte auf einmal Praktisch. Auf Reisen muss man die Station aber nicht mitnehmen. Es gibt auch einen separaten Stromanschluss für Mikro-USB-Kabel.

Ebenfalls als nettes Extra darf man die Kamera ansehen. Deren Bildqualität taugt nämlich nicht für mehr als ein paar nette Schnappschüsse. Für mehr reichen die Farbdarstellung und die Detailgenauigkeit beim Doro 8040 leider nicht aus. Das Gleich gilt auch für die Frontkamera, die das Konterfrei bei Selbstporträts doch etwas unscharf aussehen lassen. Gemessen am Gesamtpaket und am Preis ist das aber ok. Das Doro 8040 ist in erster Linie ja kein Kamera-Smartphone.

Testfoto Doro 8040(© 2018 CURVED)

Fazit: eine gute Alternative für Senioren

Machen wir es kurz: Das Doro 8040 punktet nicht bei den Standards, die üblicherweise wichtig für einen CURVED-Test sind. Die verbaute Hardware ist nicht die schnellste, die Kamera nicht die beste. Das macht aber überhaupt nichts. Denn das Smartphone glänzt durch große Schaltflächen, Übersicht, kurz, durch Einfachheit. Wollt ihr das Smartphone an Großeltern verschenken, solltet ihr aber bei der Einrichtung helfen und kurz alle wichtigen Funktionen durchgehen und den MyDoroManager einrichten. Ploppen keine nervigen App-Freigaben auf, ist das Doro 8040 aber eine richtig gute Alternative.

Übrigens bieten auch viele andere Smartphones einen Ansicht für Senioren. Welche Geräte sich in dieser Hinsicht besonders lohnen, erfahrt ihr hier.

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