Ein Allround-Tablet: Samsung Galaxy Tab 3

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Tablet, Telefon, WLAN-Hotspot und Fernbedienung in Einem: das Samsung Galaxy Tab 3
Tablet, Telefon, WLAN-Hotspot und Fernbedienung in Einem: das Samsung Galaxy Tab 3(© 2014 CURVED)

Dass ein Tablet nicht nur zum Spielen oder Arbeiten geeignet ist, beweist das Samsung Galaxy Tab 3, das als Fernbedienung nicht nur Fernseher und DVD-Player fernsteuert.

Samsung baut in das Galaxy Tab 3 eine Infrarot-Schnittstelle ein. Mit dieser fungiert das Tablet als Fernbedienung für zahlreiche Geräte. Im Test war die Einrichtung mit einem älteren Fernseher von Samsung und einem DVB-T-Receiver kein Problem und innerhalb weniger Minuten erledigt. Die vorinstallierte App Peel bietet eine Übersicht über das aktuelle TV-Programm, lädt mit ihrem verbesserungswürdigem Layout aber nicht zum ausgiebigen Zappen ein. Zusätzlich war die Verzögerung beim Umschalten deutlich länger als mit der Original-Fernbedienung.

Erst die Arbeit und dann...

Samsung installiert Polaris Office auf dem Galaxy Tab 3 und lädt damit dazu ein, das Tablet auch zum Arbeiten zu benutzen. Die App erstellt Word-Dokumente, Tabellen, Präsentationen und reine Text-Dokumente, die mit allen Office-Anwendungen auf dem PC kompatibel sein sollen.

Wenn Du ernsthaft in Erwägung ziehst, das Tab 3 zum Schreiben zu nutzen, empfiehlt sich dringend die Installation einer hilfreichen Android-Tastatur oder sogar die Verwendung einer externen Tastatur. Die virtuelle Tastatur von Samsung lädt nicht zum dauerhaften Arbeiten ein, wie ich beim Schreiben des größten Teils dieses Tests auf dem Tablet selber feststellen musste. Ich vermisse eine Swype-Funktion und werde vom Layout zu überdurchschnittlich vielen Tippfehlern verleitet.

Um mit zehn Fingern zu tippen, muss das Tab 3 stabil auf einem Tisch oder einer ähnlichen Unterlage liegen. Für zwei Hände am Gerät ist es im Querformat zu breit und im Hochformat zu schmal, um bequem schreiben zu können.

Spielen, speichern und fotografieren

Beim Galaxy Tab 3 gibt sich Samsung mit vergleichsweise durchschnittlicher Hardware zufrieden. Der Dualcore-Prozessor Atom Z2560 von Intel ist nur mit 1,6 Gigahertz getaktet und verfügt über einen integrierten Grafikchip. Zusammen mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher bietet das Tablet eine ähnliche Rechenkraft wie das fast zwei Jahre alte Smartphone Galaxy S3. Trotzdem eignet sich das Tab 3 nicht nur zum Arbeiten und Surfen, sondern hat auch mit rechenintensiveren Spielen keine Probleme.

Beim 10,1 Zoll großen Touchscreen des Galaxy Tab 3 setzt Samsung allerdings den Sparstift an. Das Display reagiert zwar einwandfrei auf Berührungen, bietet gleichzeitig aber nur eine Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln. Vor allem im Vergleich zum iPad Air, aber auch manch anderen Android-Tablet, sind das zu wenige Bildpunkte, um eine ernsthafte Konkurrenz zu sein. Da hilft es auch nicht, dass die geringe Auflösung ohne direktes Vergleichsgerät nicht negativ auffällt.

Beim internen Speicher habt Ihr die Wahl zwischen Kapazitäten von 16 und 32 GB, wobei etwa sieben GB bereits durch das Betriebssystem, die TouchWiz-Oberfläche und die vorinstallierten Apps belegt sind. Den internen Speicher könnt ihr mit einer microSD-Karte um bis zu 64 GB erweitern. Beim Betriebssystem steht aktuell Android 4.2.2 Jelly Bean zur Verfügung.

Tablets sind anders als Smartphones nicht zum Fotografieren bestimmt. Diesem Umstand trägt Samsung beim Galaxy Tab 3 mit einer 3-Megapixel-Kamera Rechnung. Für mehr als Schnappschüsse bei sehr guter Beleuchtung eignet sie sich nicht. Die Frontkamera ist mit 1,3 Megapixeln so gerade noch für Videochats geeignet.

Internet überall und für alle

Das Galaxy Tab 3 gelangt in allen Varianten per WLAN ins Internet. Das getestete Modell verfügt zudem noch über einen Steckplatz für eine SIM-Karte und nutzt das UMTS-Netz für den mobilen Internetzugang. Eine Preisklasse höher surft ihr mit dem Tablet sogar in LTE-Geschwindigkeit. Praktisch: Das Tablet dient als WLAN-Hotspot und stellt seine Internetverbindung anderen Geräten über ein eigenes drahtloses Netzwerk zur Verfügung.

Sogar eine Telefon-Funktion hat Samsung dem Tablet spendiert, aber mal ganz ehrlich: ein zehn Zoll großes Gerät will man sich nicht wirklich ans Ohr halten. Neben ästhetischen Fragen sorgen das vergleichsweise hohe Gewicht und die Unhandlichkeit des Tab 3 dafür, dass Ihr nicht wirklich damit telefonieren wollt.

Glattes Gehäuse und große Modell-Vielfalt

Die Rückseite des Galaxy Tab 3 ist Samsung sehr glatt geraten. Beim Sitzen auf dem Sofa hält man das Tablet trotzdem sicher in der Hand, aber unterwegs hält man es schon fast krampfhaft fest, da man ständig fürchtet, dass es einem entgleitet. Eine Schutzhülle sorgt hier für mehr Grip.

Schick anzusehen, aber die Griffigkeit fehlt. Schutzhülle empfohlen!

Samsung verzichtet beim Tab 3 auf viele seiner hauseigenen Anwendungen und Bedienhilfen. So steht dir nur die Sprachsteuerung zum Annehmen oder Ablehnen von Anrufen, Stoppen von Alarmen oder Starten der Schlummerfunktion, Aufnehmen eines Fotos oder Steuern der Musikwiedergabe zur Verfügung. Darüber hinaus kannst du Smart Stay aktivieren. Die Funktion soll dafür sorgen, dass das Tablet seinen Bildschirm abschaltet, wenn Du ihn nicht mehr betrachtest. Bei mir als Brillenträger funktionierte die Augenerkennung allerdings nicht.

Der Einschaltknopf ragt für meinen Geschmack nicht weit genug aus dem Rand heraus und befindet sich zu weit in der Ecke. Beim Einschalten drücke ich aus Versehen oft zuerst auf den direkt daneben liegenden Lautstärke-Regler.

Samsung bietet das Galaxy Tab 3 in verschieden Ausführungen mit unterschiedlichen Displaygrößen und Ausstattungen an. Unser Testgerät heißt vollständig Galaxy Tab 3 10.1 3G und trägt den Produktnamen GT-P5200. Es verfügt über einen 10,1 Zoll großen Touchscreen und gelangt per UMTS unterwegs ins Internet. Daneben steht das Tablet auch in einer reinen WLAN-Variante sowie einer LTE-Version zur Auswahl. Bei der Größe des Touchscreens hat Samsung noch acht und sieben Zoll große Alternativen im Angebot.

Fazit

Ohne zusätzliches Zubehör liegen die Stärken des Samsung Galaxy Tab 3 in der Nutzung auf dem heimischen Sofa. Hierfür reicht dann in der Regel auch die reine WLAN-Variante aus. Trotz einer durchschnittlichen Ausstattung und deutlicher Kritik in einzelnen Punkten eignet sich das Tablet im Großen und Ganzen für alle Bereiche: Internet, Arbeiten, Unterhaltung und Spielen – nur für Fotos solltet Ihr in jedem Fall zu anderen Geräten greifen.


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