Fitbit Versa Lite im Test: Ein Fitness-Wearable für alle Landratten

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Ihr bedient die Fitbit Versa Lite über den Touchscreen und eine Taste an der Seite.
Ihr bedient die Fitbit Versa Lite über den Touchscreen und eine Taste an der Seite.(© 2019 CURVED)

Die Fitbit Versa Lite soll der günstige Einstieg in die Welt der Fitness-Uhren sein. Dafür müsst ihr gegenüber der Versa einige Abstriche hinnehmen, die allerdings nur für wenige Nutzer schwer ins Gewicht fallen, wie unser Test zeigt.

Die Fitbit Versa Lite kann anders als die Versa keine Etagen im Treppenhaus oder Bahnen im Schwimmbecken zählen und keine Musik abspeichern. Sprich: Solange ihr beim Training weder Stockwerke erklimmt noch Schwimmen geht und das Wearable nicht als Musik-Player braucht, fehlt euch nichts.

Praktischer Begleiter beim Sport und im Alltag

Fitbit selber bezeichnet die Versa Lite als Smartwatch, da sie nicht nur Fitness-Gadget ist, sondern auch Benachrichtigungen vom Smartphone anzeigt und man Apps installieren kann. Für mich ist sie aber vom Funktionsumfang sowie von den angebotenen und sinnvoll nutzbaren Apps immer noch weit von der Apple Watch, Modellen mit Wear OS oder der Samsung Galaxy Watch sowie der Huawei Watch 2 entfernt. Deswegen spreche ich lieber von einer Fitness-Uhr.

Und die hinterlässt beim Sport auch einen guten Eindruck. Denn sie zählt nicht nur im Alltag Schritte, berechnet Kalorien und überwacht euren Schlaf. Sie misst auch noch dauerhaft den Puls und verfügt über eine ziemlich gute Aktivitätserkennung. Das bedeutet, dass ihr eure sportlichen Aktivitäten nicht händisch stoppen müsst, sondern die Fitbit Versa Lite dies automatisch für euch macht – und das ziemlich zuverlässig. Nur wenn ihr euch jenseits weit verbreiteter Sportarten wie Joggen, Radfahren usw. bewegt, kann es passieren, dass die Aktivität lediglich allgemein als Sport protokolliert wird. Ihr könnt dann aber nachträglich eintragen, was ihr genau gemacht hat. Mit der Zeit lernt Fitbit dazu und erkennt zum Beispiel Kanupolo automatisch.

Ihr könnt aber natürlich auch weiterhin ein Training händisch tracken. Dafür stehen euch auf der Versa Lite unter anderem Radfahren, Laufen, Aerobic und ähnliches zur Auswahl. Wenn eure Sportart dabei ist, lohnt sich das. Vor allem wenn ihr draußen unterwegs seid und die GPS-Daten vom verbundenen Smartphone abgreifen wollt. Das Fitbit-Wearable selber hat kein eingebautes GPS. Dagegen vorhanden ist eine automatische Pausenerkennung, die ziemlich zuverlässig die Aktivität pausiert, wenn ihr z.B. beim Joggen oder mit dem Fahrrad an einer Ampel warten müsst.

Dabei müsst ihr im Kajak keine Angst um die Fitbit Versa Lite haben. Ihr fehlt zwar das 3-Achsen-Gyroskop um Schwimmbewegungen zu erkennen, aber wasserdicht ist sie nach Herstellerangaben trotzdem bis zu einer Tiefe von 50 Metern. Regen ist also keine Ausrede mehr, nicht die Laufschuhe zu schnüren. Den Akku müsst ihr nach vier bis fünf Tagen wieder laden, je nachdem wie intensiv ihr das Wearable benutzt.

Großes Display und hilfreiche App

Das Display der Versa Lite könnt ihr mit einer großen Auswahl an Zifferblättern ganz nach euren Wünschen gestalten. Insgesamt ist die Anzeige groß genug, um alle wichtigen Daten gut erkennbar anzuzeigen. Die Helligkeit könnt ihr selber in drei Stufen regeln oder sie der Automatik überlassen, die gute Entscheidungen trifft und auch bei Sonnenschein dafür sorgt, dass ein kurzer Blick reicht, um die Uhrzeit oder andere Daten abzulesen.

Die Bedienung erfolgt über den Touchscreen und eine Taste an der linken Seite der Versa Lite. Auf Eingaben reagiert das Display zuverlässig und das Prinzip der Steuerung hat man nach kurzer Zeit verinnerlicht.

Die Fitbit Versa Lite sitzt bequem und stört weder beim Sport noch beim Schlafen. Ein Armband in zwei Größen gehört zum Lieferumfang. Es besteht aus Kunststoff und wirkt vom Material her auf mich weniger hochwertig als die Standard-Armbänder, die Fitbit bisher anderen Wearables beilegte. Geht euch das ähnlich, könnt ihr aber aus dem großen Angebot von Fitbit weitere Armbänder aus verschiedenen Materialien erwerben, wobei die Preise von 30 bis 60 Euro reichen.

Zu einem Wearable gehört natürlich auch eine App und da seid ihr bei Fitbit gut aufgehoben. Die Fitbit-App zeigt die von der Versa Lite gesammelten Daten übersichtlich an und sieht dabei auch schick aus. Zusätzlich könnt ihr noch Daten wie euer Gewicht oder eure Nahrungsaufnahme – Lebensmittel und Getränke – in die App eingeben, um unter anderem zu sehen, ob ihr ein Kaloriendefizit oder einen -überschuss habt. Zusätzlich könnt ihr euch noch mit Challenges motivieren, die ihr alleine oder mit, bzw. gegen eure Freunde bewältigt.

Fazit

Die Fitbit Versa Lite ist keine vollwertige Smartwatch, aber ein praktisches und hilfreiches Fitness-Wearable. Die Einsparungen gegenüber der Fitbit Versa dürften nur wenige Nutzer betreffen, allerdings hält sich der Preisvorteil aktuell in engen Grenzen.

Mit Blick auf die unverbindliche Preisempfehlung von 160 Euro ist die Fitbit Versa Lite 40 Euro günstiger als die Fitbit Versa – und wie anfangs geschrieben, dürften nur wenige von euch eine der drei Funktionen vermissen. Allerdings ist die Fitbit Versa mit ihrer umfangreicheren Ausstattung im Handel bereits günstiger geworden und bewegt sich preislich auf einem ähnlichen Niveau.


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