Fossil Q Marshal im Test: Das Model mit dem Mini-Makel

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Durch den Lichtsensor ist das Display der Fossil Q Marshal leider nicht komplett rund.
Durch den Lichtsensor ist das Display der Fossil Q Marshal leider nicht komplett rund.(© 2016 CURVED)

Die Fossil Q Founder war der Beweis: Auch die "alte" Uhrenbranche kann tolle Smartwatches bauen. Aber kann auch die Fossil Q Marshal überzeugen? Wir machen den Test.

Wenn es um Android Wear geht, war 2016 ein maues Jahr. Außer Asus hat keiner der etablierten Hersteller eine neue Smartwatch mit dem Google-Betriebssystem auf den Markt gebracht. Lenovo hat sogar angekündigt, vorerst keine Moto-Uhren mehr zu bauen. Ist Android Wear damit am Ende? Zum Glück nicht. Denn traditionelle Uhrenhersteller haben sich dem Thema angenommen und bringen immer mehr Zeiteisen mit Android Wear heraus. Dazu gehört auch Fossil. Mit der Q Marshal hat das Mode-Unternehmen nun schon seine zweite Android-Wear-Uhr im Angebot.

Tolles Design mit Schönheitsfleck

Besonders beim Gehäuse kann das Unternehmen natürlich seine Stärken ausspielen. Und dass Fossil etwas davon versteht, merkt man sofort: Das Aluminiumgehäuse ist wertig verarbeitet, fühlt sich richtig gut an und sieht im dunklen Blau sehr edel aus. Zur gelungenen Optik tragen die Lünette und die Krone bei. Beide Elemente dienen, mit Ausnahme des Knopfes an der Krone, aber nur zur Zierde und lassen sich nicht bewegen. Im Gegensatz zur Q Founder wirkt die Q Marshal auch etwas schlanker.

Das ist aber ein Trugschluss. Die Gehäusehöhe und der Umfang bleiben mit 14 beziehungsweise 45 Millimetern gleich. Darüber hinaus ist die Q Marshal nach IP67 staub- und wasserdicht, darf also auch mal nass werden. Einen kleinen Dämpfer gibt es, wenn man aufs Display schaut. Denn dort ist wie bei der Moto 360 und der Q Founder der Helligkeitssensor untergebracht. Dieser "Plattfuß" sorgt dafür, dass ein kleiner Teil des ansonsten runden Displays verdeckt wird. Beim Lesen von Nachrichten stört das nicht weiter. Wohl aber, wenn Ihr auf runde Watchfaces steht. Zum vollendeten Glück fehlt außerdem ein Herzschlagsensor. Für Sportler eignet sich die Uhr also nur bedingt.

Gutes Arbeitstempo und lange Laufzeit

Mehr zu meckern gibt es aber nicht. Mit 360 x 290 Pixeln bietet das LC-Display eine ausreichend hohe Auflösung. Der Bildschirm bietet zwar nicht die stabilsten Blickwinkel, da man sich die Uhr zum Ablesen aber ohnehin vor die Nase hält, braucht es die nicht zwingend. Für ein ordentliches Arbeitstempo sorgt Qualcomms Snapdragon Wear 2100. Die Q Marshal reagiert fix auf Touch- und Spracheingaben. In den Menüs ruckelt nichts, das macht Spaß.

Dazu kommt die gute Akkulaufzeit. Fossil gibt eine Laufzeit von einem Tag an. Weil ich es aber nicht einsehe, dass das Display leuchtet, wenn ich die Uhr gar nicht benutze, stelle ich bei Android Wear immer zuerst die Option "Display immer an" ab. Nachts habe ich die Uhr dann noch in den Flugmodus versetzt. So kam ich auf eine Laufzeit von gut zwei Tagen.

Im Alltag fällt außerdem auf, dass die Q Marshal äußerst bequem sitzt. Das liegt auch am mitgelieferten Lederarmband mit Dornschließe. Wer das nicht mag, kann die Uhr auch mit einem Gliederarmband bestellen – oder ein eigenes verwenden. Denn die Q Marshal ist mit allen 22-Millimeter-Armbändern kompatibel.

Fossil Q Marshal: Das Armband ist bequem.(© 2016 CURVED)

Android Wear 2.0 kommt

Beim Betriebssystem handelt es sich um Android Wear in der aktuellen Version 1.5.0.3. Anders als etwa Asus bei der ZenWatch 3 versucht Fossil nicht, Euch zusätzliche Apps fürs Fitness-Tracking und Co. aufs Auge zu drücken. Es gibt ein paar vorinstallierte Watchfaces, die nebenbei bemerkt gar nicht so übel aussehen – und das war es. Gut zu wissen: Auf Nachfrage bestätigte Fossil, dass die Q Marshal ein Update auf Android Wear 2.0 erhält, sobald die Software fertig ist.

Bei der Bedienung gibt es keine Unterschiede zu anderen Android-Wear-Uhren. Wischt Ihr vom Watchface aus nach unten, seht Ihr eingegangene Nachrichten vom Smartphone und Google-Now-Karten. Nachrichten könnt Ihr, je nach Kompatibilität der App, per Spracheingabe über die Uhr beantworten, oder zur Seite wischen. Dann verschwinden sie auch aus dem Sperrbildschirm auf dem Smartphone. Habt Ihr Euch mal im System verfranzt, drückt Ihr einfach auf den Button an der Krone und gelangt wieder ins Watchface.

Damit Ihr die Fossil Q Marshal benutzen könnt, braucht Ihr ein Smartphone mit der Android-Version 4.3 oder höher. Theoretisch funktionieren "Android Wear"-Uhren seit einer Weile auch mit dem iPhone (ab iPhone 5 mit iOS 8 oder neuer). In der Praxis könnt Ihr einige Funktionen aber nicht nutzen.

Fazit: die perfekte Freizeit-Smartwatch

Auch mit der Q Marshal macht Fossil viel richtig. Die Uhr sieht gut aus, trägt sich bequem und arbeitet fix. Mit den richtigen Einstellungen hält der Akku zudem lange durch. Kurz: Die Uhr gehört mit zu den besten auf dem “Android Wear”-Markt – so lange Ihr sie nicht für sportliche Aktivitäten verwenden wollt. Denn dafür fehlt der Herzschlagsensor. Mit einem Preis ab 229 Euro ist sie nicht teurer als die Asus ZenWatch 3 und sogar noch deutlich günstiger als die Moto 360 aus dem Vorjahr. Wenn Ihr auf der Suche nach einer Smartwatch mit Android Wear seid, solltet Ihr die Q Marshal auf jeden Fall in Betracht ziehen.

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