Garmin vivoactive 3 Music Test: Vielseitige Smartwatch mit Beats

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Die Garmin vivoactive 3 Music im Test.
Die Garmin vivoactive 3 Music im Test.(© 2019 CURVED)

Mit der Garmin vivoactive 3 Music hat der Hersteller seine Top-Smartwatch noch einmal aufgewertet und ihr einen MP3-Player verpasst. Daneben bleiben die vielfältigen Funktionen der "alten" Smartwatch erhalten. Der Garmin vivoactive Music Test zeigt: Gerade für diejenigen unter euch, die viel und regelmäßig Sport treiben und vor allem verschiedene Sportarten ausüben ist die smarte Uhr eine richtig gute Ergänzung.

Aber erst mal von vorn. Meine Garmin vivoactive 3 Music ist Granitblau, der Knopf an der Seite, das angedeutete Ziffernblatt am Rand sowie die Uhrenschließe Roségold. Die Smartwatch gibt es auch in Schwarz, was mir persönlich besser gefällt.

Was mir bei den ganzen Smartwatches dagegen nicht gefällt, ist der Anschluss für das USB-Ladekabel. Da kocht jeder Hersteller wieder seine eigene Suppe und auch Garmin hat ein eigenes Konzept. Der Stecker sitzt fest auf und die Uhr ist wirklich ziemlich fix geladen, trotzdem habe ich ein Kabel mehr im Schrank.

Das Anschalten der Garmin vivoactive 3 Music

Beim ersten Einrichten solltet ihr euch auf jeden Fall Zeit nehmen. Ihr stellt Sprache ein, koppelt das Smartphone mit der Uhr und legt ein paar Aktivitäten fest, die ihr regelmäßig treibt. Und da gibt es einige zur Auswahl. Ich habe ein paar Standards gewählt, wie Treppensteigen, Spazierengehen, Yoga und Radfahren. Daneben gibt es aber auch sehr spezielle Sportarten wie Drachenfliegen, Jagen/Angeln oder Golfen – für letzteres gibt es auch noch eine extra App.

Apropos App: Die Garmin-App namens Connect ist modular aufgebaut, das heißt, ihr legt fest, welche Aktivitäten und Statistiken direkt angezeigt werden sollen, wenn ihr die App öffnet. App und Funktionen sind komplex und vielseitig, da braucht es schon eine Weile, bis man alle Features entdeckt hat. Da gibt es Intensitätsminuten, man kann sein Gewicht protokollieren und die Ausrüstung angeben, die ihr nutzt. Wie gesagt: Nehmt euch viel Zeit zum Einrichten, ihr könnt aus der Vivoactive 3 wirklich viel rausholen – sie ist mehr als "nur" nur ein Fitness-Tracker.

Komplex sind auch die unzähligen Watchfaces, die ihr wiederum in einer separaten App findet. Ich bin zwar beim Standard-Display geblieben, aber es gibt so ziemlich jedes Ziffernblatt, das ich mir vorstellen könnte. Egal, ob mit digitalen Zahlen oder analog plus Sekundenzeiger und Datum. Das Beste an den Extra-Ziffernblättern: Ihr bekommt alle Daten auf einen Blick. Aber Vorsicht – je mehr Features ihr euch anzeigen lasst, desto mehr Strom verbraucht die Uhr.

Akkuleistung stimmt – Tracking mit kleinen Aussetzern

Der Akku hat bei der Vivoactive 3 gute vier Tage durchgehalten, ich habe die Displayhelligkeit auf das Maximum gestellt – da bereitet auch Sonneneinstrahlung keine Probleme. Die Displaybeleuchtung geht automatisch an, wenn ich die Uhr zu mir drehe – leider auch bei ähnlichen Bewegungen, obwohl ich das Licht gar nicht brauche. Während des Garmin vivoactive 3 Music Tests hatte ich die Smartwatch immer mit dem Smartphone verbunden, habe Nachrichten und Anrufe angezeigt bekommen sowie meinen Kalender synchronisiert. Auch das GPS habe ich stets aktiviert. Dass das alles noch mal am Akku zehrt, ist logisch – wer da ein bisschen optimiert, kann sicher noch einiges herausholen.

Die Basics zeichnet die Uhr wie ein Fitness-Tracker automatisch auf: Im Garmin vivoactive 3 Music Test habe ich meine Schritte gezählt, meine Spaziergänge getrackt oder gestiegene Treppen aufgezeichnet. Das Radfahren muss ich aber manuell starten und beenden. Der Schrittzähler reagiert leider auch, wenn ich mit meinen Armen wild durch die Gegend fuchtele.

Manchmal hat der Treppenzähler auch reagiert, als ich auf einer Rolltreppe stand. Außerdem will mich meine Uhr immer auf den Weg schicken, wenn ich eine Weile auf meinem Bürostuhl sitze – etwas nervig. Dafür kann ich einstellen, wann ich normalerweise schlafe und bekomme in dieser Zeitspanne keine Benachrichtigungen, die sich mit einer deutlichen Vibration bemerkbar machen.

Der Garmin vivoactive 3 Music liefert Zahlen über Zahlen

Was mir sehr gefällt, ist der Kalorienzähler, der euch anzeigt, was ihr am Tag verbraucht und in Aktiv- und Ruhe-Kalorien unterscheidet. Wer abnehmen oder zumindest nicht zunehmen will, kann sich super daran orientieren. Außerdem macht Sport damit noch mal richtig Spaß – 5.000 verbrannte Kalorien am Ende des Tage sind schon eine Motivation!

Noch interessanter finde ich das Tracken des Schlafes. Ich habe die Uhr nun einige Nächte lang getragen und kann mir so ein gutes Bild von meinem Schlafverhalten machen. Da wird unterschieden in leichten Schlaf, Tiefschlaf und REM-Phase, außerdem zeigt mir die Statistik in der App an, wie stark ich mich bewege. Bei acht Stunden Schlaf bekomme ich auch eine Trophäe namens "gut erholt" – stark, denn ausreichend Ruhe ist natürlich wichtig, besonders wenn man viel Sport treibt.

Move IQ: ein faszinierendes Feature im Hintergrund

Natürlich misst die Vivoactive 3 Music auch meinen Puls und zeichnet meinen durchschnittlichen Ruhepuls auf sowie die Höchstwerte meiner Herzfrequenz. Auch mein Stresslevel misst die Garmin vivoactive 3 Music – im Test hatte ich aber meistens ein eher geringes Stresslevel. Das Stress-Messen ist irgendwie etwas holprig, manchmal ist das einfach nicht möglich – so entstehen Lücken in der Statistik. Was auch witzig ist: ich bin gestresster, wenn ich mit Menschen interagiere, während ich kurz vor Abgabe eines Artikels laut Smartwatch die Ruhe in Person bin. Mit der Herzfrequenz hat das übrigens kaum was zu tun.

Bei der Auswertung der Herzfrequenz ist mir aufgefallen, dass die Smartwatch eine Radtour getrackt hat, obwohl ich sie nicht angegeben habe und sie auch sonst in meinen Aktivitäten nicht auftaucht. Dabei steht: "Dies ist ein Move-IQ-Ergebnis" – also ein Ergebnis, bei dem die Uhr mithilfe von "Move IQ" automatisch erkannt hat, dass ich Rad fahre. Jedoch nicht genau genug, dass es mir dazu Statistiken ausgeben möchte.

Und wie sieht's mit der "Music" aus?

Um die Garmin vivoactive 3 Music zu bekommen, müsst ihr laut Hersteller rund 300 Euro hinlegen. Die Smartwatch ohne Musik gibt es schon ab ungefähr 230 Euro. Der interne Speicher bietet Platz für 500 Lieder, sagt der Hersteller. Tatsächlich stehen euch 4 Gigabyte auf der Smartwatch zur Verfügung, die extra für den Musikplayer bereitgestellt werden. Dann kommt es natürlich darauf an, wie lang die Lieder sind oder in welcher Qualität ihr sie abgespeichert habt.

Ich habe ein paar meiner Lieblingsalben auf die Smartwatch kopiert, mit den 500 Titeln wohl eher dreiminütige Radiolieder mit 128 kbit/s – bei mir war nach 20 Alben mit jeweils etwa 10 Liedern, die meist eher sechs als drei Minuten gehen, erst einmal Schluss. Meine mp3-Dateien speichere ich aber auch mit 320 kbit/s ab. Ihr könnt über die Garmin-App "Connect" Lieder von Spotify, Apple Music oder anderen Anbietern auf eure Smartwatch schicken – da braucht ihr aber meist einen Premium-Account, der euch berechtigt, Lieder herunterzuladen.

Die Verbindung meiner Bluetooth-Kopfhörer mit der Smartwatch verlief problemlos, die Musikbibliothek ist schlicht und benutzerfreundlich organisiert. Entweder ich höre einfach alle Lieder im Shuffle, die Songs eines Interpreten oder eben dessen neues Album. Auch nach Genres sortiert die Uhr, sofern eure Dateien diese Information hergeben. Ansonsten könnt ihr euch auch einfach eine eigene Playlist erstellen – das geht aber nicht direkt auf der Uhr.

Und wer braucht das Musik-Feature eigentlich?

Als Vielhörer nutze ich meist die Steuerungseinheit an meinen Kopfhörern, um einen Song zu skippen oder lauter und leiser zu machen. Das kann ich immer noch tun, wenn ich per Bluetooth meine Over-Ears mit der Garmin verbunden habe – aber eben auch über die Uhr. Blöd: Den Akku könnt ihr beim Musikhören beim Fallen zuschauen. Nach einer Stunde ist mein Akkustand um 20 Prozent gefallen – das reicht locker für das Work-out, wer aber im ICE quer durch Deutschland fahren und über die Uhr Musik hören will, wird ins Schwitzen kommen.

Für wen ist die Garmin vivoactive 3 mit Musikplayer interessant? Für Sportler, die beim Joggen, Schwimmen oder Work-out nicht auf Musik verzichten wollen und es nicht leiden können, das Smartphone oder ein anderes Musikwiedergabegerät in der Tasche haben zu müssen. Für mehr reicht es leider nicht, dafür ist der Speicherplatz für Musik meiner Ansicht nach zu klein und der Akkuverbrauch zu hoch.

Garmin vivoactive 3 Music im Test: Ein kleiner Tick zu viel Smartwatch

Die vivoactive 3 Music hat im Smartwatch-Test wirklich Spaß gemacht. Hat man eine kleine Vorliebe für Zahlen, könnt ihr mit der Smartwatch so gut wie alles messen. Die Komplexität der Uhr macht es aber auch ein bisschen umständlich, sie zu bedienen – das ein oder andere Mal habe ich schon in der Online-Hilfe von Garmin gestöbert.

Wer wirklich viel Sport treibt und es dabei liebt, Ergebnisse zu sehen oder einen zusätzlichen Ansporn sucht, wird mit der Garmin vivoactive 3 auf jeden Fall glücklich. Und wer beim Sport treiben noch gerne Musik hört, holt sich die Smartwatch mit Music-Feature, noch besser, man hat Spotify Premium. Aber ganz ehrlich: Mir persönlich ist die Smartwatch von allem etwas zu viel. Und auch bei der Optik finde ich, dass die Uhren von Samsung die Nase vorn haben. Aber das ist ja letztlich auch Geschmackssache.


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