Honor 10 im Test: Die günstige Alternative zum Huawei P20

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Das Honor 10
Das Honor 10(© 2018 CURVED)

Ähnliches Design, ähnliche Ausstattung und eine Dualkamera mit künstlicher Intelligenz: Auf dem Papier gibt es kaum Unterschiede zwischen dem Honor 10 und dem Huawei P20. Dass es im Alltag etwas anders aussieht, zeigt der Test.

Unser Test hat gezeigt: Das Huawei P20 ist besonders in Sachen Kamera ein ziemlich gutes Smartphone, mit 625 Euro aber nicht für jedermann erschwinglich. Wie gut, dass es die Unternehmenstochter Honor gibt. Die hat mit dem Honor 10 ein Smartphone im Programm, das dem Huawei P20 nicht nur sehr ähnlich sieht, sondern auch ähnliche Funktionen mitbringt. Das zeigt zumindest der Vergleich der Datenblätter. Allerdings ist das Honor 10 mit einem Preis ab 399 Euro deutlich günstiger als das Huawei P20. Muss man dafür Abstriche machen?

Wie fühlt sich das Honor 10 an?

Eine Rückseite aus Glas, ein Rahmen aus Metall: Obwohl das Gerät vergleichsweise günstig ist, ihr müsst ihr auf Premium-Feeling nicht verzichten. Auch beim Honor 10 fühlt sich diese aktuell bei vielen Herstellern beliebte Materialkombination sehr hochwertig an. Für den perfekten Sitz in der Hand hätten die Ränder aber durchaus noch etwas geschwungener sein können. Was das Luxus-Gefühl etwas trübt, sind die Fingerabdrücke, mit denen die Rückseite des Honor 10 recht schnell übersät ist. Auch hier gilt die Ansage: Hülle oder Mikrofasertuch.

Beides ist eigentlich Frevel zu gleichen Teilen. Denn wer das Smartphone ohne Hülle mit sich führt, riskiert Kratzer. Durch die glatte Oberfläche läuft das Smartphone außerdem Gefahr, vom Tisch zu rutschen. Wer die Rückseite dagegen hinter Kunststoff versteckt, der verpasst die tollen und immer anders aussehenden Reflexionen, die entstehen, wenn Licht auf die Rückseite fällt. Was dem Honor 10 fehlt, ist ein vernünftiger Wasserschutz, das ist beim Huawei P20 aber nicht anders.

Vorne bestimmt das Display die Optik. Es misst in der Diagonalen 5,84 Zoll und zeigt Inhalte mit 2280 x 1080 Pixeln an. Die Frontkamera bringt Honor in der "Notch" genannten und mittlerweile beliebten Display-Aussparung unter. Die soll dafür sorgen, dass ihr mehr Platz auf dem Bildschirm habt. Das gelingt erst, wenn man die Steuerung in den Einstellungen umstellt und das Smartphone über Gesten auf dem unter dem Bildschirm liegenden Fingerabdrucksensor bedient. Denn dann verschwinden die virtuellen Bedientasten und ihr habt mehr Platz auf dem Bildschirm.

Wie gut ist die Kamera?

Prunkstück soll aber nicht das stark ans Huawei P20 erinnernde Design sein, sondern die Dualkamera auf der Rückseite. Sie setzt sich aus einem 16-Megapixel-Farbsensor und einem Monochrom-Sensor mit 20 Megapixeln (jeweils f/1.8) zusammen. Was auffällt: Dem Honor 10 fehlt der der Leica-Schriftzug. Zur Erinnerung: Seit mehreren Jahren arbeitet Konzernmutter Huawei bei der Entwicklung seiner Kameras mit der deutschen Edelmarke zusammen. Honor bleibt das verwehrt. Statt des Firmennamens ziert der Zusatz "AI" die Rückseite des Smartphones.

Um das Optimum aus der Knipse herauszuholen, stattet der Hersteller sein Gerät mit einer künstlichen Intelligenz aus. Diese Bilderkennung soll dabei helfen, dass auch ungeübten Fotografen gute Schnappschüsse gelingen. Sie erkennt mehrere Aspekte des Szenarios vor den Linsen und stellt daraufhin die Parameter selbstständig passend ein. Das Ergebnis sind dynamischere Bilder.

Davon konnten wir uns im Rahmen eines Spaziergangs durch die City of London bei typisch englischem Wetter überzeugen. Fotos, die wir ohne die unterstützende künstliche Intelligenz aufnahmen, wirkten dem Wetter entsprechend, ein wenig trist und farblos. Mit der KI am Steuer sahen die Farben bei den gleichen Motiven deutlich knalliger aus, außerdem waren Kontraste viel stärker zu sehen. Besonders deutlich wurde das beim Tower of London: Ohne KI ging das Bauwerk im englischen Grau beinahe unter, mit Hilfe ist das Bild nicht nur deutlich heller, auch Details wie Fensterrahmen sind viel stärker hervorgehoben. Aber die Unterstützung bringt nicht nur Vorteile. Manche Bilder sehen aufgrund der Nachbearbeitung fast zu künstlich aus.

Tower of London: links mit, rechts ohne künstliche Intelligenz.(© 2018 CURVED)

Anders als beim P20 und P20 Pro sind die Ergebnisse bei schlechtem Licht wenig überzeugend. Ein Grund dafür: Dem Honor 10 fehlt ein optischer Bildstabilisator. So verwackeln Fotos, die ihr im Nachtmodus schießt ohne Stativ ziemlich fix.

Ein Bokeh-Modus, mit dem ihr Personen im Vordergrund ausschneiden und den Hintergrund unscharf werden lasst, darf nicht fehlen. Das soll auch bei Gruppenfotos gut funktionierten. Dafür blendet das Smartphone automatisch einen Rahmen ein, in dem möglichst jeder Protagonist auf dem Foto stehen sollte. Zusätzlich spendiert Honor einen "Portrait Lightning"-Modus, mit dem ihr diverse Belichtungsmöglichkeiten, wie etwa ein Bühnenlicht, simulieren könnt.

Selfie-Freunde dürfen sich auf eine Frontkamera mit 24 Megapixeln freuen. Im P20 sorgte das Pendant (ebenfalls 24 Megapixel) für eine sehr hohe Detailgenauigkeit, kräftige Farben und eine ausgeglichene Beleuchtung. Selbstportraits ohne Zusatzfilter können sich tatsächlich ebenfalls sehen lassen. Zwar gibt es noch den obligatorischen Schönheitsfilter, der Falten verschwinden lässt, aber auch Details wie Brillenränder. Zusätzlich gibt es auch für die Frontkamera einen Bokeh-Modus. Der macht aber auch gerne Haare unscharf.

Was muss ich noch wissen?

Im Inneren taktet der Kirin 970, also der gleiche Prozessor, der auch im P20 zum Einsatz kommt. Beim Arbeitsspeicher ist das Honor 10 auf dem Papier sogar besser ausgestattet, als das Huawei-Gerät. Es kommen sechs statt vier Gigabyte (GB) zum Einsatz. In den einschlägigen Leistungstests liegt das Honor trotzdem knapp hinter dem P20. Das ist aber ein Unterschied, den man kaum spürt. Sämtliche Apps und Spiele aus dem Play Store könnt ihr mit der Ausstattung ohne Probleme zocken. Aufwendige Games, etwa "Playerunknown's Battleground" ("PUBG") laufen in den höchsten Einstellungen ohne Probleme.

Für Apps, Fotos, Videos und Co. gibt es vom Hersteller wahlweise 64 oder 128 Gigabyte Speicherplatz. Hier solltet ihr weise wählen: Die Möglichkeit zur Speichererweiterung gibt es nicht. Ein Akku mit 3400 mAh verspricht dazu eine gute Ausdauer. Wer nicht zockt und nur wenige Videos schaut, kann es auch über zwei Tage schaffen.

Als Betriebssystem installiert Honor das aktuelle Android 8.1 Oreo, darüber legt der Hersteller seine eigene Oberfläche, genannt EMUI 8.1. Die sieht dem iPhone-Betriebssystem iOS deutlich ähnlicher als etwa die nahezu unverfälschte Android-Version, die zum Beispiel auf den Nokia-Smartphones zum Einsatz kommt. Zum Glück ist Android aber so vielfältig, dass ihr euch eine andere Oberfläche aus dem Play Store herunterladen könnt.

Preise und Verfügbarkeit

Das Honor 10 mit 64 Gigabyte ist in Schwarz, Silber und Blau für 399 Euro verfügbar. Für das 128-Gigabyte-Modell, das es zusätzlich noch in Grün gibt, werden 449 Euro fällig.

Fazit

Die Unterschiede zwischen dem Honor 10 und dem Huawei P20 sind auf den ersten Blick marginal. Beide Geräte kommen mit einer Dualkamera samt KI-Unterstützung, ausreichend Leistung für den Alltag und einem modernen Design. Das Honor 10 ist aber ungleich günstiger als das 629 Euro teure Huawei P20. Dafür fehlt dem Smartphone der Leica-Schriftzug – und der überragende Nachtmodus. Wer darauf verzichten kann, macht für 399 Euro aber wenig falsch.


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