Honor 6C Pro im Test: Günstiger Bolide mit einem Haken

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Ganz in Schwarz: Hinter edler Optik verbirgt Honor ein preis- und einsteigerfreundliches Smartphone.
Ganz in Schwarz: Hinter edler Optik verbirgt Honor ein preis- und einsteigerfreundliches Smartphone.(© 2017 CURVED)

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft hat Honor ein neues Smartphone vorgestellt. Knapp 200 Euro wird das Honor 6C Pro kosten. Ob es sich damit als Weihnachtsgeschenk eignet, klärt der Test.

Als das 6C im Frühjahr 2017 erschien, enttäuschte uns das Gerät bereits im Hands-On. Dabei war die C-Reihe von Honor durchaus vielversprechend gestartet. Als günstiger Einstieg in die Smartphone-Welt erfüllte etwa das 2016 erschienene 5C nahezu alle Ansprüche, die man für 200 Euro erwarten kann. Mit dem 6C Pro will Honor diesem Anspruch erneut gerecht werden.

Aluminium-Gehäuse und vielfähiger Fingerprintsensor

Das Metall-Chassis erweckt aufgrund seines mattschwarzen Finish einen wertigen Look und gewährt genügend Halt auch bei schwitzigen Händen und für Fingerabdrücke. Auf der an sich unaufgeregten Rückseite findet sich unterhalb der Hauptkamera der Fingerabdrucksensor. Während das Objektiv dezent aus dem Aluminium – in der Preisklasse beileibe keine Selbstverständlichkeit – hervorsteht, ist der Sensor in selbiges eingelassen. So lässt er sich problemlos blind ertasten, ohne die Kamera in Mitleidenschaft zu ziehen.

Wie bei den meisten anderen Android-Gerätem reicht es beim 6C Pro, den Finger auch bei ausgeschaltetem Display auf den Sensor zu legen, um das Gerät zu wecken und gleichzeitig zu entsperren. Apples Geräte verlangen vorab einen Druck auf den Sensor, damit der Finger gescannt wird. Honor hat den Fingerabdrucksensor zudem um einige sinnvolle Funktionen erweitert: So lassen sich etwa Anrufe durch Berühren entgegennehmen, Fotos schießen oder die Benachrichtigungsleiste durch Wischen von oben nach unten herunterziehen.

Erwartungsgemäß ist das Display einer der größten Schwachpunkte des 6C Pro. Denn dieser löst nur mit 1280 x 720 Pixeln auf und erreicht somit nur 282 ppi – ein vergleichsweise schwacher Wert. Zumal das Vorjahresmodell, das 5C, bereits mit einem Full-HD-Display ausgestattet war und zeitgemäße 424 ppi erreichte. Warum sich Honor hier für einen Rückschritt entschieden hat, leuchtet mir nicht ein. Apropos leuchten: Immerhin ist die Helligkeit des 5,2 Zoll großen LCDs ausreichend kräftig. Weniger überzeugend fallen hingegen die insgesamt zu blasse Farbwiedergabe und der Kontrast aus. Etwas Verbesserung verspricht die Möglichkeit, die Farbtemperatur in den Einstellungen den eigenen Sehgewohnheiten anzupassen – wobei der Spielraum hier technisch bedingt keine Wunder vollbringt.

Leistung, um durch den Tag zu kommen

Statt eines Snapdragon 435 von Qualcomm wie im 6C setzt Honor beim 6C Pro auf Mediatek. Deren Chipsatz, der MT 6750, rechnet mit acht Kernen mit vier Mal 1,5 GHz und vier Mal 1,0 GHz. Unterstützung bekommt der Prozessor von drei Gigabyte Arbeitsspeicher und 32 GB ROM. Allerdings belegt das Betriebssystem und die Vielzahl vorinstallierte Apps bereits gut ein Drittel des Gesamtspeichers. Deshalb ist es ratsam direkt zum Kauf eine microSD-Karte in den Warenkorb zu packen. Bis zu 128 GB können so zusätzlich gewonnen werden. Genügend Platz also für Schnappschüsse oder Urlaubsvideos.

Denn viel mehr wird man mit den zwei Kameras des 6C Pro nicht erzielen. Sicher, am Strand lassen sich bei feinstem Sonnenschein auch mit dem 6C Pro tolle Instragram-Selfies knipsen. Aber schon bei ungleichmäßigeren Lichtverhältnissen stößt die f/2.2-Blende der Hauptkamera (13 Megapixel) an ihre Grenzen, was sich unter anderem in starkem Bildrauschen bemerkbar macht. Sonnenuntergänge oder Spaziergänge im herbstlichen Zwielicht gestalten sich als schwierige Motive.

Die Kamera des Honor 6C Pro kämpft mit Schwächen.(© 2017 CURVED)

Ein weiteres Defizit, das aber den wenigsten Nutzern der anvisierten Zielgruppe auffallen dürfte, ist das Betriebssystem. Honor hat trotz bereits erschienenem Android 8 Oreo auf dessen Vorgänger Nougat samt ihrer eigenen Benutzeroberfläche EMUI 5.1 gesetzt. Schade, da Oreo nicht nur der Performance zugute kommt, sondern auch die Akkuleistung erhöht. Allerdings bedarf die Anpassung von EMUI an Oreo noch etwas Zeit. Ein Update ohne genaues Datum ist aber bereits in Arbeit.

Dennoch reichen die 3000 Milliamperestunden gut und gerne für einen 24-Stunden-Tag bei normaler Nutzung. Smombies und Vielspieler sollten neben der microSD-Karte auch gleich noch eine Powerbank kaufen. Denn Schnellladen ist für das Honor 6C Pro ein Fremdwort.

Fazit

Leider hat Honor nicht aus den Fehlern des 6C gelernt. Der Preis ist zum Glück zwar wieder unter die psychologische 200-Euro-Grenze gefallen. Technisch, vor allem in Hinblick auf das Display, reicht die preisliche Neuausrichtung aber nicht aus. Dass Honor auch Full HD für unter 200 Euro anbieten kann, hat das Unternehmen 2016 bewiesen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich dieser Preis heutzutage nur noch erreichen lässt, wenn entweder das Display niedriger auflöst oder aber Standards wie ein Fingerabdrucksensor fehlen. Sollte im Nachfolger ein Full-HD-Display nebst Sensor verbaut sein, gibt's auch wieder Lob, Honor.

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