Huawei P20 im Test: Die beste Dualkamera bei Nacht

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Beim Huawei P20 sorgt eine Dualkamera für die schönen Bilder.
Beim Huawei P20 sorgt eine Dualkamera für die schönen Bilder.(© 2018 CURVED)

Das Huawei P20 hat zwar nur eine Dualkamera, aber das Potential zum Königsmörder am gerade ernannten Kamera-König, dem Huawei P20 Pro, zu werden. Was euch neben einer hervorragenden Bildqualität beim deutlich günstigeren Flaggschiff noch erwartet, erfahrt ihr im Test.

Das Huawei P20 ist 250 Euro günstiger als das Huawei P20 Pro. Neben dem etwas kleineren Display ist vor allem die fehlende dritte Kameralinse ein auffälliger Unterschied. Aber auch nur mit zwei Linsen liefert das P20 hervorragende Fotos.

Gute-Nacht-Kamera

Bei Tageslicht nimmt das Huawei P20 mit seiner Dualkamera sehr schön anzusehenden Bilder auf. Sie überzeugen mit einer hohen Detailgenauigkeit und kräftigen aber trotzdem natürlich wirkenden Farben. Der HDR-Modus gleicht dunkle und helle Bereiche etwas an und sorgt für allem für mehr Struktur in den Aufnahmen. Die zwei Kameras mit Auflösung von 20 und 12 Megapixeln sorgen zudem für einen schönen Bokeh-Effekt bei dem das Motiv im Vordergrund fokussiert und der Hintergrund unscharf ist.

In der Nacht liegt das P20 fast mit dem P20 Pro gleichauf. Die Kamera-Software liefert bei wenig Licht hervorragende Aufnahmen. Neben dem P20 Pro ist das P20 bisher das einzige Smartphone, dass so gut helle und dunkle Bereiche in der Nacht ausgleicht. Wird es allerdings richtig dunkel und gibt es nur dezente Lichtquellen, hat das P20 Pro wiederum die Nase vorn. Da kann selbst der Nacht-Modus des P20 nur bedingt mithalten.

Auch beim Zoom lassen sich Unterschiede zu Ungunsten des Huawei P20 erkennen. Das Smartphone kommt mit zweifachem, das P20 Pro mit fünffachem Hybrid-Zoom. In der Folge sind deutlich Qualitätseinbußen zu erkennen, die so bei den drei Kameralinsen des Pro nicht auftreten.

Die Frontkamera des Huawei P20 liefert Selfies mit einer Auflösung von 24 Megapixeln. Auf einen extra HDR-Modus müsst ihr verzichten, aber schon die herkömmliche Automatik sorgt für einen guten Ausgleich von dunklen und hellen Bereichen. Foto-Puristen werden sich beschweren, dass die Aufnahmen nicht natürlich wirken. Alle anderen freuen sich über Selfies mit einer sehr hohen Detailgenauigkeit, kräftigen Farben und einer ausgeglichenen Beleuchtung.

Display mit Rand und eine Taste für die Bedienung

Das Display vom Huawei P20 ist mit 5,7 Zoll etwas kleiner als beim P20 Pro, aber immer noch ordentlich groß. Die Auflösung von 2244 x 1080 Pixeln sorgt auf dem in die Länge gezogenen Bildschirm für ein scharfes Bild und auch farblich stellt das Display die Augen zufrieden. Trotz einer Notch – die Einkerbung um die Frontkamera am oberen Rand des Touchscreens – kann man das P20-Display aber nicht als randlos bezeichnen. Dafür sind die Ränder nicht nur oben und unten, sondern auch an den Seiten einfach nicht schmal genug. Mögt ihr die Notch nicht sehen, könnt ihr sie ausblenden. Das Smartphone färbt dann die Bereich links und rechts von ihr schwarz ein.

Unterhalb des Displays befindet sich auf der Vorderseite eine Taste mit integriertem Fingerabdrucksensor. Mir persönlich gefällt das, da mein Smartphone oft herumliegt und sich dann über den Sensor auf der Vorderseite bequemer entsperren lässt, als wenn er auf der Rückseite sitzen würde. Alternativ steht beim P20 noch eine Gesichtserkennung bereit, die aber Huawei selbst aus Sicherheitsgründen nicht empfiehlt. Im Test konnten wir sie problemlos mit einem Selfie auf einem anderen Smartphone entsperren.

Die Taste auf der Vorderseite des Huawei P20 ist aber nicht nur ein Fingerabdrucksensor, sondern kann auch zur Bedienung des Smartphones genutzt werden. Sie ersetzt dann die Onscreen-Tasten, die das Display dann nicht mehr kleiner machen. An "antippen" zum Zurückgehen, "gedrückt halten" für die Startseite und "seitlich drüber wischen" für die App-Übersicht gewöhnt man sich zügig.

Hardware, Software und was sonst noch wichtig ist

Technisch ist das Huawei P20 mit dem Kirin 970 als Chipsatz sowie vier Gigabyte Arbeitsspeicher für alle denkbaren Aufgaben gut gerüstet. Selbst anspruchsvolle Aufgaben wie die Berechnung von AR- und VR-Anwendungen sollten damit kein Problem sein – alltägliche Apps und Spiele sind es auf keinen Fall. Der interne Speicher lässt sich nicht mit einer microSD-Karte erweitern, sollte aber mit 128 Gigabyte für die meisten Nutzer ausreichend groß sein.

Als Betriebssystem erwartet euch das momentan aktuelle Android 8.1 Oreo. Huawei versieht es auch auf dem P20 mit seiner Nutzeroberfläche EMUI, die ihr aber auch durch andere Launcher aus dem Play Store ersetzen könnt.

Mit dem 3400-mAh-Akku des Huawei P20 kommt man bei typischer Nutzung gut über den Tag. Aufgeladen wird dieser über den USB-C-Anschluss, der auch die einzige Möglichkeit ist, Kabel-Kopfhörer zu verbinden. Auf einen 3,5mm-Anschluss verzichtet Huawei.

Fazit: Hier stimmt der Preis

Ja, das Huawei P20 Pro liefert mit seinen drei Kameras bei totaler Dunkelheit bessere Bilder und hat auch einen besseren Zoom. Ansonsten lässt das Huawei P20 jedes andere Smartphone bei Nachtaufnahmen deutlich hinter sich – und liefert auch am Tag schöne Bilder. Bei der Hardware und beim Design bewegen sich beide auf dem gleichen Niveau und von mir persönlich gibt es noch Pluspunkte für die Möglichkeit, die Notch "auszublenden" und für die Taste auf der Vorderseite. Dafür verzichte ich gerne auf ein komplett randloses Display.

Preislich ist das Huawei P20 mit einer unverbindlichen Empfehlung von 649 Euro für ein Flaggschiff vergleichsweise günstig. Ich würde den Aufpreis von 250 Euro für das P20 Pro nicht zahlen. So viel sind mir weder die besseren Bilder bei totaler Dunkelheit, noch das etwas größere Display, der größere Arbeitsspeicher und der größere Akku wert. Einzig der deutlich bessere Zoom könnte mich schwach werden lassen.

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