Das Huawei P9 Lite im Test

Günstig, leicht und trotzdem schick: Das Huawei P9 Lite ist die abgespeckte Version der großen Brüder P9 und P9 Plus. Der Vorgänger war ein Beststeller. Da sind die Erwartungen an den Neuzugang groß.

Das Gehäuse ist wie beim Vorgänger in einen Metallrahmen eingefasst, die Rückseite aus Plastik. Dadurch wiegt das Gerät nur 147 Gramm, büßt aber auch einiges an Wertigkeit ein, mit der die großen Versionen punkten können. Halte ich es in der Hand, fühlt es sich ein bisschen wie ein Dummy an. Die Verarbeitung ist allerdings top. Außerdem ist das P9 Lite mit 7,5 mm Tiefe relativ schlank.

Keine Dualkamera, aber das macht nichts

Das P9 Lite hat ein 5,2 Zoll großes IPS-Display, das mit einer Full-HD-Auflösung (1920x1080 Pixel) ausgestattet ist. Der Vorgänger P8 Lite hatte noch eine niedrigere Auflösung. An der Schärfe des Displays gibt es nichts zu beanstanden. Allerdings hat der Bildschirm des P9 Lite ein Manko: die Helligkeit. Beim Test war das Wetter draußen so schön, dass die Sonne stark geschienen hat. Bei starkem Lichteinfall lässt sich auf dem Handy dann kaum noch etwas erkennen - auch wenn wir die Displayhelligkeit auf das Maximum gestellt haben.

Während die großen Brüder P9 und P9 Plus eine Dual-Kamera spendiert bekommen, hat das P9 Lite "nur" eine. Deren Fotos lösen mit 13 Megapixeln auf. Ein zweifarbiger Blitz unterstützt bei den Aufnahmen. Selfies schießt Ihr mit der 8-Megapixel-Frontkamera. Und auch diese sind besser als so mancher Schnappschuss anderer Geräte in dieser Preisklasse. Wie von Huawei gewohnt, gibt es auch in der Kamera-App auf dem P9 Lite einige Sonderfunktionen, wie zum Beispiel das "Verschönern" von Selfies. Im Dunkeln solltet Ihr von der Kamera nicht zu viel erwarten. Auslösen könnt Ihr die Fotos und Videos auch über den Fingerabdrucksensor, der sich auf der Rückseite des Smartphones befindet. Das erwies sich als besonders praktisch. Mit dem Sensor könnt Ihr außerdem Anrufe annehmen und das Smartphone entsperren. Der Vorgänger, das P8 Lite, hatte noch keinen Fingerabdrucksensor.

Gute Leistung und großer Akku

Unter der Haube steckt der hauseigene achtkernige HiSilicon Kirin 650 Prozessor (4x 2,0 GHz, 4x 1,7 GHz). Dieser ist zwar deutlich schwächer als der Kirin 955, der im P9 und P9 Plus verbaut ist, reicht aber, um ordentlich mit dem Smartphone arbeiten zu können. Ruckelfreies Scrollen ist möglich, die Ladezeiten von Apps liegen nicht im nervigen Bereich. Lediglich bei grafisch aufwändigen Spielen werdet Ihr mit Abstrichen rechnen müssen. Dem Prozessor zur Seite stehen drei Gigabyte Arbeitsspeicher.

Das Huawei P9 Lite erreichte im AnTuTu-Benchmark fast 53.000 Punkte - das ist zwar um einiges weniger als beim P), reicht aber für eine flüssige Bedienung(© 2016 CURVED)

Der Akku mit 3000 mAh soll Sprechzeiten von bis zu 18 Stunden bei 3G-Nutzung ermöglichen. Geladen wird er über einen herkömmlichen Micro-USB-Anschluss. Huawei hat hier leider auf den neuen USB-Typ-C-Anschluss verzichtet. Im Test hielt das Smartphone einen Tag bei starker Benutzung durch. Um am Folgetag aber noch das Smartphone nutzen zu können, musste es abends an die Steckdose.

Der interne Speicher ist mit 16 Gigabyte recht klein. Ihr könnt ihn allerdings per Micro-SD-Karte um bis zu 128 Gigabyte erweitern. Als Betriebssystem kommt Android Marshmallow 6.0 zum Einsatz. Darüber liegt Huaweis Benutzeroberfläche EMUI 4.1. Das P9 Lite wird in einer Single- und in einer Dual-SIM-Variante zu haben sein. Als Farbvarianten könnt Ihr zwischen Weiß, Schwarz und Gold wählen.

Fazit: ein Sehr gutes Alltagssmartphone

Die Leistung reicht für alltägliche Aufgaben, die Kamera macht gute Fotos und der Akku hat Power. Enttäuscht waren wir lediglich vom Display, das so eigentlich einen guten Eindruck macht, im starken Sonnenlicht aber leider unlesbar ist. Für einen Preis von 299 Euro bekommt ihr ein gutes Gerät der oberen Mittelklasse. Ein Top-Seller war der Vorgänger aber erst, als das Smartphone für unter 200 Euro zu haben war. Bis es soweit ist beim P9 Lite, müssen wir uns aber noch ein wenig gedulden. Bis dahin ist das Honor 5X für rund 230 Euro (UVP) der wohl größte Konkurrent.


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