Libratone Q Adapt On-Ear im Test: Pendlers Delight

Der Name klingt italienisch, der Ursprung ist allerdings dänisch: Libratone, das sind die Gentlemen unter den Audio-Gadgets. Die Hardware der Dänen steht für Understatement im feinen Zwirn, kann mit den Bestsellern der Branche aber locker mithalten. Auf der IFA konnte ich die neuen On-Ears mit Noise-Cancelling ausprobieren, nun habe ich sie ausführlich getestet.

Libratone-typisch ist der Q Adapt On-Ear Kopfhörer-untypisch designt – angefangen bei der Farbe. Unser Testgerät kam in "Cloudy White". Muss man tragen können. Zu mir passt's. Aber ich hab ja mittlerweile auch graue Strähnen im Haar. Die Hörmuscheln sind mit Leder in derselben Farbe überzogen, der Bügel wiederum mit einem robusten Textil, das man schon von den Libratone Too und Click kennt. Schön: Auch die mitgelieferten Klinken- und USB-Kabel sind mit Textil ummantelt. Aufgehängt sind die Hörmuscheln über jeweils eine Schiene, die sich stufenlos an die Kopfgröße anpassen lässt. Ein feines Detail: Habt Ihr den On-Ear mal nicht auf den Ohren, leuchtet das Libratone-Vögelchen dezent. Wer möchte, kann es über die App auch dauerhaft illuminieren.

Viel versteckte Technik

Mindestens so raffiniert wie das Design ist die verbaute Technik. Eingebaute Mikrofone ermöglichen Telefonanrufe – wenn Ihr denn überhaupt noch jemanden anruft. Darüber hinaus könnt Ihr zwei Libratone-Kopfhörer miteinander koppeln, wenn Ihr gemeinsam Musik hören wollt. Spannender ist da noch ein Feature namens "Wear Detect": Der Kopfhörer erkennt bei diesem, ob Ihr ihn tragt und pausiert dann den Song bzw. spielt ihn wieder ab, sobald ihr die Libratones wieder aufsetzt.

Mit "Multi Finger Touch" könnt Ihr zudem Befehle ans Smartphone weiterschicken, ohne es aus der Hosentasche nehmen zu müssen. Sind Kopfhörer und iPhone miteinander via Bluetooth verbunden und drückt Ihr für zwei Sekunden außen auf die Hörmuschel, startet Siri. Haltet Ihr die Hand darauf, pausiert die Musik und die eingebauten Mikrofone schleifen die Umgebungsgeräusche verstärkt durch. So müsst Ihr den Kopfhörer nicht abnehmen, wenn ein Kollege etwas von Euch will. Wollt Ihr die Lautstärke runter- bzw. hochregeln, wischt Ihr einfach mit einem Finger um das Vögelchen nach hinten bzw. vorne.

Das Ein-Knopf-Vier-Stufen-Noise-Cancelling

Das eigentliche Killer-Feature versteckt sich aber hinter einem unscheinbaren Knopf auf der rechten Unterseite des Kopfhörers. Über ihn lässt sich das Noise-Cancelling aktivieren. Während andere Modelle nur zwischen "An" und "Aus" umschalten können, bringt der Q Adapt vier "CityMix"-Level mit. Hört man in der ersten Stufe noch die Kollegen, bewegen sich in der vierten die Münder nur noch stumm. Was im Büro praktisch ist, bewährt sich auch im täglichen Pendler-Alltag. Während man in der U-Bahn gerne für sich ist, kann es auf dem Fahrrad nicht schaden, auch noch den Straßenverkehr hören zu können. Die Referenz in Sachen Noise-Cancelling, Bose, war mir da zu strikt in der Auswahl: Entweder hört man alles um sich herum oder gar nichts. Die Libratones passen da besser zu, verzeiht mir den Ausdruck, meinem Lifestyle.

Aber wie klingen sie nun? Die kurze Antwort: Wie Ihr wollt. Die lange Antwort: Erst einmal neutral. In der Standard-Konfiguration sind Tiefen, Mitten und Höhen nahezu gleich verteilt. In der Libratone-App lassen sich aber auch zwei weitere Soundmodi auswählen: Extra Bass und Verbesserte Höhe – je nachdem, was besser zu Eurem Musikgeschmack passt. Ich bin gut mit dem neutralen Setup gefahren, bei dem der Bass auch nicht zu kurz kommt, aber vor allem nicht den Rest überlagert. Kleiner Nachteil des Noise-Cancelling: Der verbaute Akku hält keine 30 oder 40 Stunden, wie bei den Beats Solo3 Wireless. Die versprochenen 20 Stunden sind aber durchaus realistisch.

Fazit: perfekt für iPhone-Pendler

Klar, die Libratone-App gibt es auch für Android-Smartphones. Doch mit dem Q Adapt unter anderem Siri starten zu können, ist schon praktisch. Über die intelligente Steuerung bleibt das iPhone häufiger in der Hosentasche. Und dank Bluetooth schmerzt der Verlust der Klinke nicht mehr allzu stark. Mit 249 Euro ist der Libratone Q Adapt On-Ear alles andere als günstig. Was dem Dänen in puncto Räumlichkeit im Vergleich zum kürzlich getesteten Marshall Mid Bluetooth fehlt, macht er mit vierstufigem Noise-Cancelling und raffiniertem Design wett.

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