Moov Now im Test: Die Fitness-Fußfessel wird zum Fitnesstracker

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Moov Now: Personal Coach und Fitnesstracker in einem Wearable.
Moov Now: Personal Coach und Fitnesstracker in einem Wearable.(© 2015 CURVED)

Moov Now ist die in vielen aber leider nicht allen Punkten verbesserte Version der Fitnessfußfessel. Und mehr: Der Personal Coach bleibt jetzt aber auch nach dem Training als Fitnesstracker an Hand- oder Fußgelenk.

So schön es auch ist eine Meisterschaft zu gewinnen und ein paar Wochen nicht trainieren zu müssen: Auch als Spieler der Randsportart einer Randsportart freue ich mich schon jetzt auf die neue Saison. Die beginnt in der Deutschen Flag Football Liga (DFFL) allerdings erst im Mai 2016, bis dahin ist noch viel Zeit Muskeln aufzubauen, die Ausdauer zu erhöhen und schneller zu werden. Schon vor dem Beginn des Hallentrainings im Dezember habe ich begonnen, daran mit dem Moov Now zu arbeiten. Ein Personal Coach, der aus einem Sensor sowie einer App besteht und dessen Vorgänger Moov mich bereits überzeugt hat. Der Hersteller hat viele Fehler seines Erstlings ausgebessert, allerdings auch neue begangen.

Alte Fehler behoben und neue gemacht

Der Moov Now ist im Vergleich zu seinem Vorgänger nicht nur leichter, kleiner und bunter geworden, sondern verfügt jetzt auch über eine Knopfzelle. Die Batterie soll in dem Wearable eine Laufzeit von bis zu sechs Monaten haben - was nicht nur bei der Verwendung als Fitnesstracker sinnvoll ist, sondern auch beim Einsatz als Sportgerät, das man nicht nach ein paar Stunden Training über die Ladestation aufladen muss. Allerdings lässt sich das Gehäuse selbst mit dem beiliegenden Werkzeug so schwer öffnen, dass ich dem regelmäßigen Austausch der Batterie mit Grausen entgegensehe.

Eigentlich gefällt mir das löchrige Design des Armbands vom Moov Now, das den weißen, schwarzen, grünen oder roten Kern des Wearables durchscheinen lässt. Manch ein Kollege fühlte sich aber an Netzhemden aus der 80er Disco erinnert. Das bleibt also Geschmacksache, aber wirklich ärgerlich ist, dass die Löcher dafür sorgen, dass man beim Schließen des Armbands aufpassen muss. Leicht ist der Verschluss in die falschen Löcher gedrückt und hängt schief auf dem Armband. Wo wir gerade beim Halte-Pin sind: Dieser ist nicht fest verbaut, sondern nur aufgesteckt und bleibt beim Ablegen des Wearables leicht in der Schlaufe hängen und ist mir auch schon durch die Gegend gepflogen. Das sind kleine Fehler, die einem Hersteller bei der zweiten Auflage eines Produkts eigentlich nicht passieren dürfen.

Aus fünf Apps wird eine

Für den alten Moov hat der Hersteller für jede Sportart eine eigene App herausgebracht. Dieser Wildwuchs ist beendet: Laufen, Radfahren, Schwimmen, Cardio Boxing und das 7-Minuten-Workout sind nun in einer App vereint. Am Grundprinzip hat sich aber nichts geändert: Ihr wählt eine Sportart und eventuell noch die Trainingsvariante aus, um zum Beispiel beim Laufen die Ausdauer oder die Geschwindigkeit zu steigern oder erstmal als Einsteiger die Grundlagen des Boxens zu erlernen und nicht gleich mit schwierigen Kombinationen zu starten.

Eine Computerstimme gibt dann Anweisungen, was zu tun ist. Das ist praktisch, denn man muss - außer beim Boxen - nicht ständig auf den Bildschirm schauen. Beim 7-Minuten-Workout zeigt die App zusätzlich die Übungen in Videos an. Beim Joggen kommt der Moov Now mit dem längeren Band ans Fußgelenk. Die App sagt nicht nur an, wann Ihr laufen und wann Ihr gehen sollt, sondern gibt auch Hinweise, wenn man zu langsam ist oder falsch auftritt. Das Boxen erinnert an Guitar Hero, nur dass man nicht im richtigen Moment eine Taste drücken, sondern den angegeben Schlag ausführt. Doch bedenkt: Wer hauptsächlich boxen will, braucht zwei Moovs - eines für jedes Handgelenk.

Nach dem Sport könnt Ihr in der Moov-App nicht nur die einzelnen Trainings im Detail noch einmal anschauen und die Werte überprüfen, sondern bekommt auch eine Gesamtübersicht Eures Trainings angezeigt. Beim Schwimmen steht nur die nachträgliche Auswertung zur Verfügung, da es im Wasser kein Anweisungen gibt. Das ist praktisch, um Trainingsfortschritte im Auge zu behalten, doch ich nutze den Moov Now vor allem, um jemanden zu haben, der mich beim Training anleitet und dafür sorgt, dass ich selber nicht mitzählen oder auf die Uhr schauen muss.

Fitnesstracker lenkt nicht mit vielen Zahlen ab

Für mich ist auch der Moov Now in erster Linie ein Fitnesscoach, der nebenbei auch als dezenter Fitnesstracker fungiert. Verglichen mit anderen Wearables, wie dem Fitbit Charge HR, überwacht er nur wenige Daten. Mit seinen Sensoren erfasst er die Intensität Eurer Bewegungen und gibt als Ziel 30 aktive Minuten am Tag vor. Auf Schritte, Strecke, Stockwerke oder Puls müsst Ihr verzichten. Stattdessen gibt es noch Informationen zum Schlaf. Und aus Alter, Körpergröße, Gewicht und der täglichen Bewegung errechnet die App den Kalorienverbrauch. Das ist nichts für Datensammler, aber völlig ausreichend, wenn man nur eine kurze Rückmeldung braucht, ob man sich am Tag genug bewegt.

Fazit: ein Schritt in die richtige Richtung, aber auch einer zurück

Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 79 Dollar ist der Moov Now günstiger geworden als sein Vorgänger. Es lohnt sich aber, auf die Aktionen zu warten, die der Hersteller regelmäßig durchführt. So war der Moov Now während des Tests bis Anfang November um 25 Prozent reduziert und kostete nur 60 Dollar, zwei gab es für 100 Dollar, beim Kauf von mindestens drei sinkt der Stückpreis auf 50 Dollar.

Ich finde die Grundidee hinter dem Gadget nach wie vor gut und lasse mich gerne von einem Wearable beim Training anleiten - wobei es noch weit von der individuellen Betreuung durch einen menschlichen Personal Trainer entfernt ist. Bei seinem zweiten Fitness-Gadget hat der Hersteller einige sinnvolle Verbesserungen vorgenommen, aber leider auch neue Fehler gemacht. Für mich heißt es jetzt dran bleiben und die Langzeitmotiviation der Moov-App testen, damit ich im nächsten Frühling topfit in die Saison 2016 starte.


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