Motorola Moto G7 Play im Test: So gut ist das 150-Euro-Smartphone

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Das Display des Moto G7 Play ist mit 5,7 Zoll für heutige Verhältnisse klein.
Das Display des Moto G7 Play ist mit 5,7 Zoll für heutige Verhältnisse klein.(© 2019 CURVED)

Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich beim Motorola Moto G7 Play nicht um ein Gaming-Smartphone. Er kommt vom englischen "playful", was sich mit "verspielt" übersetzen lässt. Das kann auf das Smartphone auch zutreffen, vor allem ist es aber ein besonders günstiges Modell. Da stellt sich natürlich die Frage, wie gut es für seine 150 Euro ist.

Motorola spart zum Beispiel beim verwendeten Material: Eine Rückseite aus Glas mag eleganter und hochwertiger aussehen, aber ein Kunststoff-Gehäuse wie beim Moto G7 Play muss nicht schlecht aussehen und hat seine Vorteile: Es ist schön griffig und Fingerabdrücke bleiben quasi nicht haften.

Große Notch und wenig Speicher

Insgesamt ist das Moto G7 Play für heutige Verhältnisse ein kleines Smartphone und geradezu handlich. Sein Display misst in der Diagonalen 5,7 Zoll und hat einen breiteren Rand als bei teureren Geräten. Die Notch genannte Aussparung für die Frontkamera am oberen Rand darf aber trotzdem nicht fehlen. Sie ist allerdings sehr breit und lässt nur Platz für ein Benachrichtigungssymbol. Die Auflösung des Touchscreens ist mit 1512 x 720 Pixeln (HD+) nicht besonders hoch, aber ausreichend. Gleiches gilt für die Helligkeit des Bildschirms.

Im Inneren des Moto G7 Play steckt mit dem Snapdragon 632 ein Mittelklasse-Chipsatz. Andere Smartphones dieser Preisklasse können oft nur mit Einsteiger-Modellen der 400er-Serie locken. Zusammen mit dem zwei Gigabyte großen Arbeitsspeicher sorgt er dafür, dass auf dem G7 Play nicht nur die Benutzeroberfläche flüssig läuft und Apps in angenehmer Zeit starten. Selbst grafisch aufwändige Spiele wie etwa "PUBG Mobile" lassen sich spielen – wenn auch nur mit niedrigster Grafikqualität.

Der interne Speicher des G7 Play ist 32 Gigabyte groß. Mit einigen großen Apps und den Fotos eines Jahres dürfte der Speicherplatz knapp werden. Abhilfe verspricht immerhin eine microSD-Karte, die man als Speichererweiterung einlegen kann – selbst dann bietet das Moto G7 Play immer noch Platz für zwei SIM-Karten.

Eine Kamera für gute Lichtverhältnisse

Auf eine Dualkamera müsst ihr beim Moto G7 Play verzichten. Stattdessen steht euch eine Linse mit einer Auflösung von 13 Megapixeln zur Verfügung. Die liefert bei Tageslicht brauchbare Aufnahmen, die auf dem Smartphone gut aussehen. Bei genauerer Betrachtung wirken die Farben etwas flau und könnten kräftiger sein und bei Ansicht in Originalgröße wird deutlich, dass die Detailgenauigkeit unterdurchschnittlich ist. Unabhängig davon ist der HDR-Modus bei starken Kontrasten hilfreich. Bei Dunkelheit, sind aber auch seine Fähigkeiten nicht ausreichend. Die geringe Helligkeit kann die Kamera zwar ausnutzen, bezahlt dies aber mit sehr grobkörnigen Aufnahmen.

Die Frontkamera des Moto G7 Play hat eine Auflösung von acht Megapixeln. Für die Ansicht auf dem Smartphone ist die Detailgenauigkeit ebenfalls ausreichend, für natürlichere Farben sollte man aber auf jeden Fall den HDR-Modus aktivieren. Aber selbst dann erscheint der blaue Himmel als überbelichtete weiße Fläche.

Android, Akku und Anschlüsse

Als Betriebssystem installiert Motorola Android 9 Pie auf dem G7 Play und lässt die Software von Google fast unverändert. Mit der Kamera und den Moto Actions finden nur zwei zusätzliche Apps ihren Weg auf das Smartphone. Das erleichtert Motorola die Arbeit an Software-Aktualisierungen und führt zu dem Versprechen, dass das G7 Play ein Update auf Android Q erhält. Bei Smartphones in dieser Preisklasse ist das keine Selbstverständlichkeit.

Bei den Moto Actions handelt es sich um zusätzliche Einstellungen und Optionen bei der Bedienung, die teilweise sehr praktisch sind. Dazu gehören zum Beispiel das Ein- und Ausschalten der Taschenlampe durch eine zweifache Hack-Bewegung mit dem Smartphone, die Aufnahme von Screenshots per Wischgeste, das Aktivieren der Kamera durch eine doppelte Drehung des G7 Play oder die Steuerung mit nur noch einer eingeblendeten Taste.

Der Akku des Moto G7 Play weist mit 3000 mAh die gleiche Kapazität wie die Pendants im G7 und G7 Plus auf. Damit kommt man angesichts des Displays und der Hardware bei typischer Nutzung problemlos über den Tag. Allerdings ist das Ladegerät des G7 Play mit einer Leistung von fünf Watt deutlich schwächer. In 15 Minuten bekommt ihr nicht wie bei den Top-G7-Modellen genug Strom für einen halben Tag, aber dank USB-C-Anschluss ist die Energieübertragung nicht so langsam wie bei anderen günstigen Smartphones mit Micro-USB-Anschluss. Eure Kabel-Kopfhörer könnt ihr dank 3,5-mm-Anschluss am Moto G7 Play weiter verwenden und auf der Rückseite versteckt sich unter dem Motorola-Logo ein Fingerabdrucksensor zum Entsperren des Smartphones.

Fazit

Ab März 2019 soll das Motorola Moto G7 Play in Deutschland für eine unverbindliche Preisempfehlung von 149 Euro erhältlich sein. Angesichts des Preises hat Motorola ein attraktives Gesamtpaket geschnürt. Besonders die Verarbeitung, die Hardware und die Software überzeugen. Zu Abstrichen muss man beim Display, bei der Kamera und beim Speicherplatz bereit sein und auf mobiles Bezahlen müsst ihr angesichts eines fehlenden NFC-Chips ganz verzichten.

Nur wenige Euro teurer ist das BQ Aquaris C, das allerdings über einen NFC-Chip verfügt, also fit fürs mobile Bezahlen ist, und eine bessere Kamera hat. Allerdings bei der Hardware nicht ganz so gut bestückt ist und noch mit Android Oreo ausgeliefert wird.


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