Motorola Moto X Force im ausführlichen Test: das Unkaputtbare

Der CURVED-Test hat es schon gezeigt: Auch beim dicksten Outdoor-Knochen ist das Display oft der Schwachpunkt. Beim Motorola Moto X Force ist das anders.

Moto ShatterShield heißen die beiden Zauberworte, die das Display des Motorola Moto X Force besonders widerstandsfähig machen. Dieses ShatterShield besteht aus fünf Komponenten: der äußeren Schutzfolie, dem integrierten Glas, der Dual-Touch-Schicht, dem AMOLED-Display und einem Alu-Rahmen. Besonders clever ist die Dual-Touch-Schicht. Die Theorie dahinter: Geht eine Schicht kaputt, sorgt die zweite dafür, dass der Touchscreen weiter funktioniert.

Tatsächlich hat das Moto X Force jeden Droptest in der Redaktion ohne Probleme weggesteckt. Wir haben das Gerät mehrfach vom Tisch und aus Kopfhöhe mit dem Display voran auf den Boden fallen. Zur Info: Ich bin 1,95 Meter groß. Kratzer? Fehlanzeige! Nur der Alu-Rahmen musste ordentlich etwas hinnehmen. Das ist aber dem Vortester einer anderen Redaktion geschuldet. Der ansonsten gut verarbeitete Rahmen hatte ohne unser Zutun schon mehr als einen Kratzer und tiefe Macken im Gehäuse. Schade!

So sieht das Moto ShatterShield im Detail aus.(© 2016 Motorola)

Trotz all der Komponenten fühlt sich das Display nicht anders an als bei anderen Smartphones. Interessant ist, dass Motorola auf die Bruchsicherheit des Moto X Force ganze vier Jahre Garantie ausspricht, im beiliegenden Quickstart-Guide aber darauf hinweist, dass Ihr das Display trotzdem noch vor “Kratzern und kleineren Schäden” schützen müsst.

Edle Optik mit Alternativen

Ebenso wie der Rahmen sind auch die üblichen drei Bedientasten, also jene für die Lautstärke und der Einschalter aus Aluminium. Letzterer hebt sich durch das gebürstete Design schön von den anderen beiden Buttons ab und ist somit ohne hinzusehen einfach zu finden. Die Rückseite unseres Testgerätes besteht, bis auf den Alu-Streifen mit dem Motorola-Logo, aus sogenanntem ballistischem Nylon. Der extrem reißfeste Stoff fühlt sich in der Hand sehr griffig und keinesfalls billig an.


Als Alternative bietet Euch Motorola im Moto Maker eine "Soft Grip"-Rückseite an. Das Material steht auch für das Moto X Play zur Verfügung, fasst sich meiner Meinung nach aber nicht halb so gut an wie das Gegenstück aus Nylon. Wer es ganz edel will, zahlt 20 Euro drauf und bekommt dafür genarbtes Leder samt Gravur. Wie üblich könnt Ihr die Farben der Rückseite je nach Material selbst bestimmen. Nur der Streifen, in dem das Motorola-Logo, der LED-Blitz und die schick designete Kamera liegen, bleibt beim Moto X Force immer grau. Das sieht aber trotzdem gut aus.

Snapdragon 810: der ewige Heißsporn

Der 5,4 Zoll große AMOLED-Bildschirm löst wie beim Moto X Style mit 2560 x 1440 Pixeln auf. Das ergibt satte 540 ppi. Pixel findet man auch mit der Lupe nicht. Das Display überzeugt außerdem durch ein sattes Schwarz. Inhalte stellt es sehr scharf dar. Videos schauen und Spiele spielen macht mit dem Display definitiv mehr Spaß als auf anderen Geräten.

Unter der Haube arbeitet der Snapdragon 810 von Qualcomm. Dessen acht Kerne (je vier mit 1,5 und 2,0 GHz) sollen eigentlich für Tempo sorgen. Wie bei jedem anderen Smartphone mit dem Chip kommt es aber auch beim Moto X Force zu Hitzeproblemen. Ihr installiert mehrere App-Updates auf einmal, das Smartphone wird warm. Ihr zockt ein Spiel, das Smartphone wird warm. Ihr nehmt ein 4K-Video auf und Ihr könnt Euch denken, was passiert. Damit er nicht zu heiß wird, taktet der Chip runter. Nach ein paar AnTuTu-Durchläufen am Stück werden so aus 82.000 schnell 69.000 Punkte. Trotzdem reicht die Leistung natürlich zum Spielen und für alle anderen gängigen Anwendungen locker aus.

Der Arbeitsspeicher ist wie beim Moto X Style drei Gigabyte groß. Für Fotos, Videos, Apps und Musik stehen Euch je nach Ausstattung 32 oder 64 Gigabyte Speicher zur Verfügung. In der Theorie könnt Ihr das Moto X Force per microSD-Karte um zwei Terabyte Speicher erweitern. In der Praxis müsst Ihr Euch aber mit maximal 512 Gigabyte zufrieden geben, denn Karten in der Größenordnung gibt es noch nicht zu kaufen. Bis auf den Prozessor sind sich das Moto X Force und das Moto X Style sehr nahe.

Moto vs Moto
Créer des infographies

Der Akku läuft und läuft und läuft

Lob gibt es für den Akku. Der ist 3670 mAh groß und hält bei voller Ladung zwei volle Tage durch. Dank einer Schnellladefunktion reichen 15 Minuten an der Steckdose, um die Batterie von null auf 25 Prozent zu bringen. Damit kommt Ihr locker acht bis zehn Stunden hin. Außerdem unterstützt das Moto X Force den Qi-Standard. Habt Ihr eine entsprechende Station zu Hause, könnt Ihr das Smartphone “kabellos” (denn die Qi-Station muss ja noch an die Steckdose) per Induktion aufladen. Schade: Beim Ladeanschluss verzichtet Motorola auf den neuen USB-Type-C-Standard und setzt stattdessen auf micro-USB. Außerdem ist der Akku nicht wechselbar.

Die Leistung der 21-Megapixel-Kamera unterscheidet sich nicht vom Pendant im Moto X Style. Bei Tageslicht nimmt sie gute, detailreiche Bilder mit lebensechten Farben auf. Sobald es dunkel wird, herrscht starkes Bildrauschen. Dass kein optischer Bildstabilisator verbaut ist, macht es im Dunkeln nicht besser. Dadurch verwackeln die Fotos zusätzlich. Gewöhnungsbedürftig: Einen Auslöse-Button gibt es nicht. Stattdessen drückt Ihr einfach irgendwo aufs Display. Das manuelle Einstellen des Fokus müsst Ihr in den Kamera-Einstellungen erst aktivieren. Videos schafft die Kamera maximal mit 4K.

Zum Vorjahres-Chip gesellt sich das Vorjahres-System Android 5.1.1. Warum Motorola das Smartphone nicht gleich mit Android 6.0 ausliefert? Ein Rätsel. Dabei ist die Lenovo-Tochter dafür bekannt, die Benutzeroberfläche weitestgehend unberührt zu lassen. Immerhin: Für das Moto X Style rollt das Update in Europa gerade aus. Marshmallow sollte also auch zeitnah auf dem Moto X Force landen.

Fazit: viel Geld für ein gutes Display

Von außen gefällt das Moto X Force durch die griffige Rückseite, den schicken Alu-Rahmen und das nahezu unzerstörbare Display. Auch die Farbdarstellung des Bildschirms sowie die Akkuleistung haben mich überzeugt. Was man Motorola ankreiden muss, ist die Wahl des Prozessors. Ja, der Snapdragon 810 ist schnell. Aber es ist auch kein Geheimnis, dass der Chip schnell warm wird und in der Folge an Geschwindigkeit einbüßt. Warum man sich kurz vor dem Mobile World Congress (MWC) für den Chip aus dem Vorjahr entschieden hat, bleibt das Geheimnis der Lenovo-Tochter.

Das bruchfeste Glas lässt sich Motorola übrigens gut bezahlen. 699 Euro werden für das Moto X Force fällig. Wer sich für die Smartphones von Motorola interessiert, so viel aber nicht ausgeben möchte, sollte einen Blick aufs Moto X Style werfen. Das kostet nur rund 499 Euro. Wenn es mehr sein soll, bekommt Ihr das Huawei Mate 8 mit Android 6.0 Marshmallow für 599 Euro.


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