Nokia 1 im Test: Wie gut ist ein Android-Smartphone für unter 100 Euro?

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Das Nokia 1 kommt mit aktuellen Android.
Das Nokia 1 kommt mit aktuellen Android.(© 2018 CURVED)

Plastik statt Premium: Für 99 Euro lockt das Nokia 1 nicht mit Top-Leistung oder edlem Gehäuse, aber mit einem aktuellen Betriebssystem. Ob das Smartphone ein Spar-Tipp ist, klärt der Test.

Wer es günstig mag, kennt das Problem: Extrem günstige Smartphones werden von den Herstellern eher selten mit einer aktuellen Android-Version ausgestattet – und bei anstehenden Betriebssystem-Updates stiefmütterlich behandelt. Im Prinzip gehört das vermeintliche Schnäppchen schon beim Kauf zum alten Eisen. Beim Nokia 1 soll das nicht so sein. Das Smartphone kostet keine 100 Euro, ist nicht leistungsstark, aber doch mit aktuellen Android ausgestattet.

Was macht das Nokia 1 besonders?

Möglich macht es Googles Betriebssystem Android Oreo (Go Edition). Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich die aktuelle Android-Version 8.1, allerdings mit einigen Anpassungen für leistungsschwache Geräte. Google will damit das volle Android-Erlebnis auch auf günstige Smartphones wie das Nokia 1 bringen – mit kleinen Einschränkungen.

So stehen euch Standard-Apps wie Gmail und Google Maps in einer "Go"-Variante zur Verfügung. Sie bieten im Grunde die gleiche Funktionalität, nehmen aber weniger Speicher ein. Das ist auch gut so, denn der Speicher des Nokia 1 ist zwar per microSD-Karte um 128 Gigabyte (GB) erweiterbar, von Haus aus mit 8 GB aber ziemlich knapp bemessen. Andere Apps, die normalerweise zum Standard gehören, wie Google Drive, Docs und Co. fehlen deswegen komplett. Darüber hinaus versteht die Go-Version des Google Assistant noch kein Deutsch.

Ansonsten aber unterscheidet sich die Android-Version kaum von der, die auf anderen Nokia-Geräten, etwa dem Nokia 7 Plus zum Einsatz kommt. Und: Auch an die Sicherheit wird gedacht. Als wir unser Testgerät zum ersten Mal einschalteten, erhielten wir zuerst die Nachricht, dass das Sicherheitsupdate für den Monat April zum Download zur Verfügung stehe. Zum Vergleich: Die Sicherheitsupdates gibt es bei anderen Herstellern bestenfalls für Top-Smartphones regelmäßig.

Was kann man mit dem Nokia 1 machen?

Das Arbeitstempo des Nokia 1 ist nicht sonderlich hoch. Apps öffnen sich mit einer merklichen Verzögerung. Aktuelle Spiele braucht ihr also gar nicht erst aus dem Play Store herunterzuladen. Damit ihr aber nicht lange nach weniger leistungshungrigen Apps suchen müsst, hat Google den Play Store speziell für Android Oreo (Go edition) angepasst. Das bedeutet: Apps, die auf schwächere Smartphones zugeschnitten sind, sind hervorgehoben.

Neben ein paar kleineren Spielen gehören dazu etwa Facebook Lite und der Facebook Messenger Lite. Und: Zumindest kleine Spielchen wie "Piano Tiles" konnten wir ohne Probleme auf dem Nokia 1 spielen. Die maue Performance hat aber auch gute Seiten: Denn wer das Smartphone nur ab und zu nutzt, der kommt mit dem Akku gute zwei Tage über die Runden.

Wer es darauf anlegt, kann mit dem Smartphone fotografieren. Allzu viele Hoffnungen auf schöne Bilder solltet ihr euch aber nicht machen. Zwar stimmt die Farbwiedergabe der Fünf-Megapixel-Kamera auf der Rückseite, sehr detailreich sind die Bilder aber nicht. Selfies von der Frontkamera wirken darüber hinaus ziemlich blass. Für Foodblogger und Instragamer eignet sich das Nokia 1 also nicht.

Was muss man noch wissen?

Der Rest ist so, wie man es von einem 100-Euro-Gerät erwartet: Das Gehäuse besteht aus dickem Plastik und fühlt sich nicht sonderlich edel an. Es gibt einem aber auch das Gefühl, dass das Smartphone ruhig einmal herunterfallen kann, gerade weil das Plastik so dick ist. Außerdem könnt ihr das Cover auf der Rückseite nach belieben austauschen und durch ein andere Farbe ersetzen. Das und der wechselbare Akku erinnern an alte Nokia-Zeiten.

Das Display auf der Vorderseite misst 4,5 Zoll in der Diagonale und löst mit 854 x 480 Pixeln auf. Das ist auch bei der Größe weder scharf noch modern, dem Preis aber angemessen. Immerhin stimmen die Farben. So richtig Probleme machte der Bildschirm eigentlich nur bei sonnigem Wetter. Durch die geringe Helligkeit des Display war dann kaum noch etwas zu erkennen.

Fazit: ein Zweit-Smartphone

Für 99 Euro soll das Nokia 1 das richtige Smartphone für Umsteiger vom Handy aufs Smartphone sein. Die werden sich zwar an der aktuellen Android-Version erfreuen, wahrscheinlich aber auch über die langsame Arbeitsgeschwindigkeit ärgern. Tatsächlich ist das Nokia 1 eher das richtige Zwei-Smartphone für Leute, die ihr teures iPhone oder Samsung Galaxy nur ungern mit in den Abenteuerurlaub nehmen, aber trotzdem per WhatsApp, Facebook und Co. erreichbar sein wollen. Nur coole Bilder von der Location gibt es dann nicht. Für 99 Euro ist das okay.

Ein- und Umsteiger schauen lieber auf Geräte wie das Huawei P Smart. Das ist zwar etwas teurer, bietet dafür aber viel mehr Leistung und eine bessere Kamera.

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