Das günstige Nokia 3 im Test: am falschen Ende gespart

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Das Nokia 3 ist das günstigste der neuen Nokia-Smartphones
Das Nokia 3 ist das günstigste der neuen Nokia-Smartphones(© 2017 CURVED)

Ein Preis von 159 Euro und pures Android: Das Nokia 3 klingt nach einem guten Deal. Im Test kann es aber nicht überzeugen.

Das Nokia 3 ist mit seinem Aluminiumrahmen und der Rückseite aus Kunststoff ordentlich verarbeitet und liegt nicht nur wegen seiner vergleichsweise geringen Größe angenehm in der Hand.

Schwache Hardware und schwer einzuhaltende Software-Versprechen

Das fünf Zoll große HD-Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln kommt auf eine Pixeldichte von 294 ppi. Dadurch zeigt es Inhalte trotz der vergleichsweise geringen Auflösung scharf und detailliert an. Die Farben wirken natürlich, doch bei Sonnenschein strahlt es nicht hell genug. Kann man nicht für Schatten sorgen, fällt nicht nur die Motivsuche mit der Kamera schwer.

Unter der Haube des Nokia 3 befindet sich mit dem Mediathek-Chipsatz MT6737 und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher die gleiche Hardware wie beim Gigaset GS170. Auch hier fallen die Benchmarkwerte nicht überragend aus. Anders als beim Gigaset ruckelt beim Nokia 3 die Nutzeroberfläche. Auch die Ladezeiten sind sichtlich länger. Damit hat man auf Dauer keinen Spaß.

Nokia legt nach eigenen Angaben viel Wert auf die Software. Die Nutzer sollen Android mit der ursprünglichen Nutzeroberfläche und nur mit den Apps von Google in seiner puren Form erleben. Zusätzlich wäre es so einfacher, das Versprechen von regelmäßigen Updates einzuhalten. Allerdings scheint das alleine noch nicht zu genügen. Auf unserem Testgerät läuft noch Android 7.0 Nougat, aktuell wären 7.1.2 oder wenigstens 7.1.1. Die Sicherheitsupdates sind auf dem Stand von April 2017, dabei sind jene für Mai, Juni und Juli bereits verfügbar.

Die Kameras: zweimal acht Megapixel

Die beiden Kameras des Nokia 3 liefern Fotos mit einer Auflösung von acht Megapixeln. Für eine Frontkamera ein ordentlicher Wert, für eine Rückkamera allerdings erstaunlich wenig. Die Aufnahmen mögen zwar klein sein, doch an der Detailgenauigkeit gibt es nur wenig auszusetzen. Die Farben wirken jedoch erstaunlich blass. Zudem erweist sich das Objektiv als nicht besonders lichtstark. Für Schnappschüsse bei guter Beleuchtung ist die Kamera zu gebrauchen, für Aufnahmen bei etwas schlechteren Bedingungen dagegen eher nicht.

Für den niedrigen Preis des Nokia 3 gibt es nur 16 Gigabyte internen Speicher, die sich aber mit einer microSD-Karte erweitern lassen. Im Handel soll das Nokia 3 vor allem als Dual-SIM-Variante erhältlich sein. Es gibt aber auch eine Single-SIM-Version. Schaut also beim Kauf genau nach. Ansonsten bietet das Smartphone noch einen 3,5-mm- sowie ein micro-USB-Anschluss. Letzterer versorgt auch den 2650-mAh-Akku mit Strom. Mit diesem kommt man gut über den Tag. Wenn man sparsam ist, muss man erst im Verlauf des zweiten Tages eine Steckdose aufsuchen. Allerdings ist es aufgrund der nicht vorhandenen Schnellladefunktion nicht möglich, in kurzer Zeit viel Energie zu tanken.

Fazit: Günstig allein reicht nicht

Bei einem Einsteiger-Smartphone für 159 Euro muss man Kompromissen bei der Ausstattung machen. Allerdings sind es beim Nokia 3 mehr als bei der Konkurrenz. Im direkten Vergleich läuft das Gigaset GS170 mit der gleichen Hardware flüssiger, bietet ebenfalls fast pures Android, besitzt zusätzlich noch einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite und kommt mit einer um zehn Euro günstigeren unverbindlichen Preisempfehlung.

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