Nokia 5.1 Plus im Test: Ein günstiges Glanzstück?

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Das Nokia 5.1 Plus hat eine Rückseite aus Glas.
Das Nokia 5.1 Plus hat eine Rückseite aus Glas.(© 2018 CURVED)

Es kommt eben doch nicht immer nur auf die Inneren Werte. Wer ein Smartphone braucht, das nicht nur gut funktioniert, sondern auch optisch was hermacht, aber nicht gleich eine Stange Geld kostet, der sollte einen Blick aufs Nokia 5.1 Plus werfen. Unser Test zeigt, was das Gerät gut macht – und was nicht.

Wenn man sich die Smartphones ansieht, die die Hersteller 2018 in die Regale gebracht haben, dann wird schnell klar, was ein Gerät mitbringen muss, um als modern durchzugehen. Die Rückseite muss unbedingt aus Glas sein, die Displays dürfen ruhig sehr dünn ausfallen, und die sogenannte "Notch", die Aussparung im Display, sollte auch nicht fehlen, offiziell um die Bildschirmfläche zu vergrößern. All die genannten Eigenschaften bringt auch das Nokia 5.1 Plus von HMD Global mit. Es ist allerdings günstiger als die Highend-Modelle von OnePlus, Samsung oder Huawei. Kostenpunkt: 249 Euro.

Wie fühlt sich das Nokia 5.1 Plus an?

Rein äußerlich muss man für den verhältnismäßig günstigen Preis im Vergleich zur Konkurrenz auf wenig verzichten. Aber ob das immer ein Vorteil ist? Sicher, die doppelte Verglasung (hinten und vorn) fasst sich edel an. Dass der Rahmen nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff ist, fällt kaum auf. Aber: Der Hersteller spricht bei der Rückseite von Hochglanz. Und wer "Hochglanz" sagt, muss auch „Fingerabdrücke“ sagen. Allzu schnell ist das schicke Gehäuse mit Fingerabdrücken übersät, die tolle Optik dahin. Wer sich dauerhaft am schicken Design erfreuen möchte, sollte also ein Mikrofastertuch mit sich führen oder, noch besser, das Smartphone in eine Hülle stecken. Dann ist auch das Glas besser vor Stürzen geschützt.

Gut gefällt darüber hinaus die Kameraeinfassung aus Metall, die den edlen Look unterstreicht. Darunter liegt der Fingerabdrucksensor. Schnickschnack, wie eine leicht auszutricksende Gesichtserkennung oder einen Fingerabdrucksensor unterm Display gibt es in dieser Preisklasse nicht. Muss auch nicht. Was wirklich fehlt, um mit den großen mitzuhalten, ist ein wirksamer Wasserschutz und die Möglichkeit, das Smartphone kabellos zu laden. Die ist trotz Rückseite aus Glas nicht gegeben.

Auf der Vorderseite bestimmt natürlich der 5,8 Zoll große Bildschirm die Optik. Wer mag, darf sich an dieser Stelle darüber aufregen, dass das vom Hersteller angepriesene randlose Design gar nicht so randlos ist. Gemessen am Preis geht das aber in Ordnung. Merkwürdig ist ein anderer Kniff von HMD Global. Die Aussparung im Display, die bei anderen Herstellern als Design-Element gefeiert wird, ist beim Nokia 5.1 Plus nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Stattdessen ist das Display auf Höhe der Aussparung schwarz eingefärbt, an dieser Stelle werden die Uhrzeit und Infos über die WLAN- und Bluetooth-Verbindung und eingegangene Nachrichten angezeigt. Warum man sich dann überhaupt für die Notch entscheidet, bleibt fraglich.

Stimmt die Leistung?

Der LCD-Bildschirm selbst zeigt Inhalte in HD+ an. Das ist nicht so hochauflösend, wie bei anderen Konkurrenten in diesem Preissegment, aber durchaus ausreichend, um Netflix und Co. unterwegs anzusehen. Dazu stimmen die Farben, die sehr knackig rüberkommen. Wer echtes Hosentaschen-Kino will, muss aber ein paar Euro mehr investieren.

Im Inneren sorgt der Helio P60 von Mediatek für flotte Bedingungen. Der Chip bleibt zwar hinter den Pendants in den Top-Modellen von Samsung, Huawei oder OnePlus zurück, für ein Spielchen zwischendurch reichte die Leistung im Test aber aus. In "Marvel Spider-Man Unlimited" konnte ich mich problemlos durch New York schwingen. Das neue "Command & Conquer: Rivals" spielte zunächst eine Warnung aus, dass das Smartphone nicht unterstützt werde, es lief dann aber doch ohne Probleme.

Für ein Spielchen zwischendurch reicht die Leistung des Nokia 5.1 Plus locker aus.(© 2018 CURVED)

Wie gut ist die Kamera?

Die Kameras hinterlassen einen gespaltenen Eindruck. Die Farbwiedergabe der Dualkamera auf der Rückseite ist minimal zu blaß, dafür sind die Aufnahmen für ein Gerät dieser Preisklasse detailreich. Der Porträtmodus, mit dem ihr den Hintergrund eines Bildes beliebig unscharf machen könnt, um die Person im Vordergrund noch stärker hervorzuheben, schneidet Objekte auf den ersten Blick aus. Schaut man genauer hin, erkennt man aber, dass Details wie Haarspitzen gern auch mit unscharf werden. Für den Instagram-Post reicht es aber.

Enttäuschender ist die Frontkamera, die dazu neigt, Selfies auch ohne aktivierten Schönheitsfilter zu überzeichnen. Das lässt den alterntenden Redakteur zwar faltenfrei erscheinen, die optische Verjüngungskur sieht aber genau so künstlich aus, wie sie sich anhört. Schade!

Was muss ich noch wissen?

Ansonsten ist das Nokia 5.1 Plus verhältnismäßig unspektakulär: Der Akku hält den obligatorischen Tag durch, der 32 Gigabyte (GB) große Speicher lässt sich per microSD-Karte um bis zu 400 GB erweitern. Positiv fällt auf, dass der Hersteller nicht nur einen USB-C-Anschluss verbaut, sondern zusätzlich einen Kopfhöreranschluss spendiert. Das ist mittlerweile kaum noch üblich.

Darüber hinaus wissenswert: Das Nokia 5.1 Plus ist Teil des "Android One"-Programms, bei dem Google mit Smartphone-Herstellern kooperiert. Für euch heißt das: Ihr bekommt zwei Jahre lang Betriebssystem- und drei Jahre lang Sicherheits-Updates aufs Nokia 5.1 Plus. Weil die Software zusätzlich nicht mit einer Nokia-Nutzeroberfläche versehen ist, soll es Android-Updates eigentlich zügig geben. Auf unserem Testgerät lief allerdings noch Android 8.1 Oreo und nicht das neue Android Pie.

Fazit: Ein solides Smartphone

Das Nokia 5.1 Plus war im Test ein zuverlässiger Begleiter im Alltag, fiel auf der anderen Seite aber auch nicht durch spektakuläre Funktionen auf. Na gut, Hardcore-Gamer kommen hier sehr wahrscheinlich nicht auf ihre Kosten, die greifen aber ohnehin eher zum Black Shark, oder zum Razorphone 2. Echte Schwächen zeigten sich beim Nokia nur bei der Frontkamera. Das ist zu verschmerzen, wenn ihr für Instagram und Co. von anderen Menschen mit der Hauptkamera fotografieren lasst. Kurz: Für 249 Euro bekommt ihr ein grundsolides Smartphone.


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