Redmi Note 8 Pro im Test: Preiswunder mit High-End-Skills

Supergeil !36
Das Redmi Note 8 Pro im Test.
Das Redmi Note 8 Pro im Test.

Mit dem Redmi Note 8 Pro ist das nächste Xiaomi-Smartphone in unser Büro getrudelt, und mit ihm ein echtes Schnäppchen: Derzeit kostet es rund 250 Euro und bietet Features, die auch in vielen High-End-Geräten wiederzufinden sind. Wir haben das Preiswunder getestet.

Xiaomi bietet Top-Handys zum kleinen Preis – so viel ist bereits klar. Doch mit der Redmi Note-Reihe bläst Xiaomi zum Sturm auf den hart umkämpften Mittelklasse-Markt. So verkauft sich das Redmi Note 7 vor allem im asiatischen Raum wie geschnitten Brot, über 20 Millionen Verkäufe konnte Xiaomi schon verbuchen.

Mit dem Redmi Note 8 und dem Note 8 Pro will das chinesische Unternehmen nun auch den europäischen Mittelklasse-Markt erobern und vor allem junge Menschen ansprechen, die zwar über wenig Budget verfügen, aber hohe Ansprüche in Bezug auf Kamera und Leistung haben. So sind sowohl das Note 8 als auch das Note 8 Pro mit einer Quad-Kamera ausgestattet, das Pro-Modell sogar mit einer 64 Megapixel Auflösung – eine Kampfansage an die Mittelklasse.

Xiaomi war so freundlich, uns das Redmi Note 8 Pro zum Testen zur Verfügung zu stellen. Keine Frage, dass ich von der CURVED-Redaktion als schnellstes die Hand gehoben habe, um das China-Handy zu testen. Was es kann und ob es hält, was es verspricht, erfahrt ihr hier.

Redmi Note 8 Pro: Für große Hände gemacht

Das Redmi Note 8 Pro ist mit einer 6,53 Zoll Bildschirmdiagonale noch einmal um 0,23 Zoll größer als das Redmi Note 7 Pro und 0,14 Zoll größer als das aktuelle Xiaomi-Flaggschiff Mi 9T Pro. Das LCD IPS Display löst mit 2.340 x 1.080 Pixel auf und bringt es mit einem 19,5:9 Verhaltnis mit Full-DH+ Auflösung auf 395 Pixel pro Zoll. Zum Vergleich das Mi 9T Pro: Auch hier ist die Auflösung bei 2.340 x 1.080 Pixel, dafür aber mit 403 ppi.

Bildschirmränder sucht man beim Redmi Note 8 Pro fast vergebens, denn wie beim Mi 9T Pro ist der untere Rand mit 4mm Breite immer noch sehr dünn. Jedoch ist die Waterdrop-Notch zurückgekehrt, die mich persönlich aber überhaupt nicht stört. Dafür ist das Display an diesen Stellen etwas dunkler, was manche eventuell stören könnte.

Farblich ist das Note 8 Pro schlichter als das Mi 9T Pro. So stehen hier nur die Farben Wald-Grün, Weiß und Grau zur Auswahl. Die Rückseite ist aus Gorilla Glas 5 gefertigt, der Rahmen jedoch aus Kunststoff. Des Weiteren findet ihr auf der Rückseite das Quad-Kamera-Setup sowie den Fingerabdrucksensor, der direkt unter dem Kameraobjektiv sitzt. Der Sensor funktioniert schnell und meine Trefferquote ist ordentlich hoch, obwohl ich mittlerweile den Fingerabdrucksensor im Display gewohnt bin.

Mit seiner Größe und den 200 Gramm Gewicht liegt das Redmi Note 8 Pro vergleichsweise etwas schwerer in der Hand. Das hängt aber auch mit dem großen 4.500 mAh-Akku zusammen, der es auf knappe 16 Stunden Laufzeit bei moderater Nutzung bringt. Alles in allem hinterlässt das Redmi Note 8 Pro einen sehr hochwertigen Eindruck.

Redmi Note 8 Pro: Die erste 64-Megapixel Kamera

Kommen wir nun zum eigentlichen Highlight des Smartphones: die Kamera. Wie bereits gesagt, schießt die 64-Megapixel-Hauptkamera mit dem neuen CMOS-Sensor vom Typ Isocell GW1 von Samsung Fotos mit einer Auflösung von 16 Megapixel. Durch Pixel-Binning, bei dem der Sensor jeweils vier Sensorpixel zu einem Pixel auf dem fertigen Foto zusammenlegt, kann auch bei schlechtem Licht eine starke Performance erreicht werden. Bei strahlendem Sonnenschein ist es sogar möglich, super scharfe und detailreiche Bilder mit 64 MP aufzunehmen.

Ich finde die Bilder mit der 64 Megapixel-Funktion sehr gelungen, detailreich und mit einer hohen Schärfe. Das Farbprofil bietet kräftige Töne, dafür werden die Aufnahmen aber auch 16 bis 25 Megabyte groß – je nach Lichtverhältnissen.

Beim zweiten Objektiv handelt es sich um eine Ultraweitwinkelkamera mit 120 Grad Sichtfeld, hinzu kommt eine Makrokamera mit 2 Megapixel sowie eine Tiefenkamera mit ebenfalls 2 Megapixel für den Bokeh-Effekt. Die Frontkamera macht Selfies mit 20 Megapixel.

Alles in allem gebe ich dem Kamera-Setup des Redmi Note 8 Pro die Schulnote "gut". Die Standard-Fotos bei Tageslicht sind frei von Rauschen und bei guten Lichtverhältnissen macht das Smartphone richtig gute Bilder. Der Bokeh-Effekt ist gelungen und auch Ultraweitwinkel- und Makrokamera machen einen sehr guten Job.

Redmi Note 8 Pro: Leistung und Ausdauer

Als Prozessor arbeitet erstmals ein Helio G90T von Mediatek in einem Smartphone von Xiaomi. Er verfügt über acht Kerne, mit zwei Cortex A76 mit 2,05 GHz im Leistungscluster und sechs Cortex A55 mit 2GHz Taktrate im Stromsparcluster. Als GPU hat Xiaomi einen Mali G76 MC4-Chip spendiert. An Arbeitsspeicher werkeln 6 GB RAM, Speicherplatz gibt es 64 oder 128 GB.

Nach dem PCMark BenchmarkTest läuft das Redmi Note 8 Pro nicht nur der Konkurrenz davon, sondern auch dem hauseigenen Flaggschiff Xiaomi Mi 9T Pro, der immerhin den aktuell schnellsten Prozessor Snapdragon 855 bietet. Kein Wunder, schließlich ist der Prozessor des Note 8 Pro speziell auf Gaming ausgelegt.

Redmi-Smartphones sind bekannt für ihre großen Akkus und die entsprechende Laufzeit. Das Redmi Note 8 Pro ist wie bereits angekündigt sogar mit einem 4.500 mAh Akku ausgestattet, 500 mAh mehr als im Redmi Note 8 mit 4.000 mAh und auch mehr als in den letzten Generationen. 16 Stunden Akkulaufzeit bei moderater Nutzung sind dabei realistisch.

Redmi Note 8 Pro: Zubehör und besondere Features

Das Redmi Note 8 Pro kann über einen USB Typ-C Port mit 18W aufgeladen werden. Aus markenrechtlichen Gründen sprechen wir hier von PumpExpress statt von Quick Charge, da das Smartphone nicht mit einem Snapdragon-Prozessor ausgestattet ist. In etwa einer Stunde und 30 Minuten habt ihr das Note 8 Pro vollständig aufgeladen.

Als System kommt auch bei diesem Smartphone MIUI 10 auf Android 9 Basis ab Werk zum Einsatz. Wann das MIUI 11-Update für das Note 8 Pro erhältlich sein wird, bleibt abzuwarten, lange wird es wohl aber nicht mehr dauern.

Auch eine Premiere feiert die NFC-Funktion, die zum ersten Mal in ein Mittelklasse-Smartphones von Xiaomi einzieht. Auch ein 3,5 mm Klinkenanschluss findet sich wieder, jedoch am Kinn, was ich etwas störend empfinde.

Der SIM-Slot bietet die Möglichkeit der flexiblen Nutzung, heißt: Ihr könnt entweder zwei Nano-SIM-Karten oder eine Nano-SIM-Karte sowie eine microSD-Karte zur Speichererweiterung nutzen.

Mein (kleines) persönliches Highlight ist die Benachrichtigungs-LED. Während sie sich beim Xiaomi Mi 9T Pro noch auf der Pop-Up-Kamera wiederfindet, ist sie beim Note 8 Pro leicht rechts von der Notch. Damit erkenne ich viel leichter Benachrichtigungen als beim Xiaomi Flaggschiff.

Fazit: Viel Licht, wenig Schatten, kleiner Preis

Fassen wir zusammen: Für gegenwärtige 250 € erhält man ein pfeilschnelles Smartphone mit äußerst gutem Kamera-Setup, NFC, einem sehr großen Akku, Klinkenanschluss und einer Speichererweiterungsmöglichkeit.

Abstriche muss man beim Display hinnehmen. Weil Xiaomi hier auf IPS Panel setzt, fällt der Einsatz eines Fingerabdrucksensors im Display weg. Auch finde ich es etwas zu dunkel, weshalb ihr den Helligkeitsregler höher drehen solltet.

Ich jedenfalls bin trotzdem begeistert und muss gestehen, dass ich in den letzten zwei Wochen des Tests mein Xiaomi Mi 9 beziehungsweise das Mi 9T Pro nicht vermisst habe. Wenn man bedenkt, was man alles für diesen Preis erhält, stelle ich mir die Frage, wie Huawei, Samsung und Co. darauf reagieren wollen? Ich würde jedem zu diesem Smartphone raten, der nicht 800 € für ein Handy ausgeben möchte und – nicht die höchsten – aber trotzdem hohe Ansprüche hat.


Weitere Artikel zum Thema
Xiaomi Mi Mix 4: Hat das Warten endlich ein Ende?
Francis Lido
Her damit !43Das Xiaomi Mi Mix 4 löst wohl bald seinen Vorgänger (Bild) ab
Der Release des Xiaomi Mi Mix 4 steht offenbar kurz bevor. Ein großer Online-Händler listet das Smartphone bereits in seinem Shop.
Xiaomi Mi Note 10: So eindrucks­voll sehen die Makro-Fotos aus
Guido Karsten
Die Fünffach-Kamera des Xiaomi Mi Note 10 leistet Beachtliches
Das Xiaomi Mi Note 10 bietet ein Fünffach-Kamerasystem mit 108-MP-Linse. Aber auch mit dem integrierten Makro-Objektiv sind tolle Aufnahmen möglich.
MIUI 11: Update bringt über­fäl­li­ges Android-Feature auf Xiaomi-Smart­pho­nes
Francis Lido
Peinlich !7Auch das Xiaomi Mi Mix 2 bekommt bald einen App-Drawer
Ein Update für MIUI 11 macht es möglich: Xiaomi-Smartphone bekommen endlich ein Feature, das andere Android-Smartphones schon längst bieten.