"Resident Evil 7" im Test: VR-Horror vom Feinsten

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"Resident Evil 7" sorgt für viele Schreckmomente
"Resident Evil 7" sorgt für viele Schreckmomente(© 2017 Capcom)

Endlich bekommen Besitzer einer Playstation VR-Brille etwas geboten: "Resident Evil 7" wird Euch das Fürchten lehren. Garantiert nichts für schwache Nerven.

Das Nachsehen haben nur leider alle Spieler, die noch keine VR-Brille besitzen, aber gern eine hätten. Denn die PSVR bleibt weiterhin ausverkauft, wie Hersteller Sony jetzt in Taipeh zugab. Doch die Japaner versprechen, schon bald für genug Nachschub zu sorgen.

Das Herz in der Hose

Wer auf Nervenkitzel steht, kommt mit dem neuen Teil von "Resident Evil" auf seine Kosten – denn die deutsche Version ist unzensiert erschienen (ab 18). Einige Szenen sind sehr brutal und nicht immer schön anzusehen, aber nach dem miserablen letzten Teil brauchte die Spiele-Serie neuen Wind. Und davon hat sie eine ganze Menge bekommen.

Resident Evil 7: In diesem abgelegenen Anwesen spielen sich viele verrückte Szenen ab(© 2017 Capcom)

Durch die Unterstützung der Playstation VR wurde die Spieler-Perspektive in First Person geändert. So erlebt Ihr den blanken Horror aus den Augen des Hauptcharakters Ethan, der nach seiner vor drei Jahren verschwundenen Verlobten Mia sucht. Ihr beginnt in einem abgelegenen, verfallenen Haus, in dem Ethan von der verrückten Familie Baker gequält wird.

Das gruselige und verschimmelte Haus, in dem überall Eingeweide herumliegen, sorgt für eine aufregende Atmosphäre. Vor allem mit der VR-Brille hat es viel Spaß gemacht, sich die Locations genauer anzusehen. Während Jack, der Vater der Baker-Familie, im Haus sein Unwesen treibt und uns ständig verfolgt und töten will, finden wir nach der Flucht aus dem Anwesen die Mutter Marguerite im Garten – und sie ist nicht weniger gruselig. Mir haben die durchgeknallten Charaktere sehr gut gefallen. Sie sorgen für genügend Schreckmomente und sind durch ihre Dialoge trotzdem irgendwie witzig.

Resident Evil 7: Die Baker-Familie beim Abendessen. Heute auf der Speisekarte: Eingeweide(© 2017 Capcom)

Das Spiel an sich bietet Euch, wie für die guten Teile der "Resident Evil"-Reihe typisch, einige Rätsel, die Ihr auf Eurem Weg durch Haus und Garten auf der Suche nach Mia lösen müsst. Ihr braucht zum Beispiel Schlüssel, um Türen zu öffnen, findet neue Wege, indem Ihr Klötze vor einen Projektor haltet und durch Drehen den Schatten in der benötigten Form erzeugt. Mal müsst Ihr Objekte finden. Dabei sucht Ihr das Anwesen ab – immer in der Gefahr, dass Jack Euch entdecken könnte. Mit einer Schaufel bewaffnet geht er dann auf Euch los und schlägt Euch zu Brei. Ihm zu entkommen, ist gar nicht so einfach. Denn er hat im Gegensatz zu den kleineren Gegnern (Monster, Insekten usw.) seinen eigenen Willen und ändert seine Laufwege, sodass er ganz und gar nicht berechenbar ist. Mal rastet er völlig aus und schlägt alles kurz und klein, durchbricht eine Wand oder verfolgt Euch gefühlt eine Ewigkeit, während er in einer anderen Situation ziemlich schnell die Lust verliert und lieber wieder umherschleicht.

All das ist schon gruselig genug. Mit der VR-Brille haben mich diese Szenen aber um einiges mehr erschreckt als ohne. Vor allem in Kämpfen, bei der Flucht oder wenn die Charaktere total nah an den Spieler herankommen, bekommt man es mit der Angst zu tun. Gut in Szene gesetzte Licht-Effekte und ein sehr atmosphärisches Sound-Design verstärken das Gefühl nochmal.

Weniger Motion Sickness

Gut gelöst: Ich bin sonst sehr anfällig für Schwindel, wenn ich ein VR-Spiel zocke, doch die Entwickler von "Resident Evil 7" haben hier ein paar sehr interessante Tricks angewandt, damit ich das Spiel erleben kann, ohne alle drei Minuten Pause zu machen. Ihr könnt zwar nahtlos durch die Umgebung laufen und den Charakter mit dem Analogstick steuern, doch die Bewegungsgeschwindigkeit lässt sich reduzieren. Das fühlt sich sehr gut an. Wem das aber noch nicht reicht, der kann ein dünnes Gitternetz als Overlay dazuschalten, um Fokuspunkte wahrzunehmen. Drehen könnt Ihr Euch zum Beispiel auch nur in 30-Grad-Schritten, das hilft ebenfalls enorm, um die Übelkeit durch Motion Sickness  zu reduzieren. Wer mehr verträgt, kann nahtlos durch die Welt gehen.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich es doch lieber im Sitzen gespielt habe, da mich auch diese Anpassungen nicht zu hundert Prozent vor körperlichen Reaktionen schützen. Länger als eine Stunde am Stück muss es auch nicht unbedingt sein, denn das Headset ist auf Dauer nicht das bequemste der Welt. Ihr könnt im Spiel problemlos zwischen VR- und dem normalen Modus umschalten. So erholt man sich vom virtuellen Erlebnis und kann trotzdem das Spiel fortsetzen.

Fazit: ein heftiges Erlebnis

"Resident Evil 7" ist definitiv nicht für schwache Nerven. Ihr seht zum Beispiel, wie eine Kettensäge jemandem den Schädel in zwei Hälften teilt. Aus nächster Nähe. Dazu kommen viele Jump Scares, die Euch teilweise komplett aus der Reserve locken. Doch genau das wollen wir doch eigentlich auch bei Horror-Games. Und vor allem von einem Spiel in der Virtual Reality.

Eine extrem stimmungsvolle Atmosphäre, gepaart mit einer guten Geschichte, tollen Effekten und ein bisschen Action machen "Resident Evil 7" für mich zum momentan besten VR-Spiel auf dem Markt. Für die bessere Grafik braucht Ihr aber eine Playstation 4 Pro – oder Ihr spielt es am PC. "Resident Evil 7" ist zeitexklusiv für Playstation VR, soll aber später auch mit der HTC Vive und der Oculus Rift kompatibel sein.

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