Samsung Galaxy A80 Test: Ist neu wirklich immer besser?

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Das Galaxy A80 im Test: Braucht es rotierende Kameras wirklich?
Das Galaxy A80 im Test: Braucht es rotierende Kameras wirklich?(© 2019 CURVED)

Es ist groß, hat ein gestochen scharfes Display und einen innovativen Hingucker eingebaut: das Samsung Galaxy A80 mit rotierender Triple-Kamera. Doch kann sich das edle Mittelklasse-Smartphone, das die A-Reihe preislich anführt, gegen seine etwas älteren Geschwister durchsetzen? Hier der Samsung Galaxy A80 Test.

In den letzten Monaten hatte ich das Vergnügen, nicht nur das Samsung Galaxy A50 und das Galaxy A70 zu testen. Zuletzt trudelte auch das Galaxy A80 in der Redaktion ein – und ich als alter Mittelklasse-Hase hab es mir gleich mal geschnappt, um es auf Prozessor und Akku zu testen.

Auf den Markt gekommen ist das Samsung Handy im Juli 2019 und kostete rund 649 Euro, was für die Galaxy-Reihe von Samsung nicht wenig ist. Das A70 kostete zum 1. August noch 383 Euro, während das ebenfalls vor wenigen Monaten erschienene A50 mittlerweile noch einmal 100 Euro weniger kostet. Der Preis des Galaxy A80 verspricht also einiges an Qualität – aber hält es dieses Versprechen überhaupt?

Das Samsung A80 auf einen Blick

Sagen wir es mal so: Tatsächlich ist das Galaxy A80 mit spannenden Features ausgestattet und macht einen hochwertigen Eindruck. Doch im Test offenbart das Mittelklasse-Handy einige Schwächen, die der Freude über das neueste Mitglied der A-Familie einen kleinen Dämpfer verpasst – zumindest erging es mir so.

  • Pro: Schnelligkeit und Display des A80 sind genauso überzeugend, wie der Mechanismus der rotierenden Triple-Kamera beeindruckend ist. Außerdem bringt euch der Akku gut durch den Tag – bei moderatem Gebrauch.
  • Contra: Die rotierende Kamera macht zwar optisch was her, enttäuscht dann jedoch etwas bei der Qualität. Außerdem könnt ihr den Speicher von 128 GB nicht erweitern und es gibt auch keine Standard-Kopfhörerbuchse mehr.

Technische Daten des Galaxy A80

  • Display: 6,7“ Full HD+ 1.080 x 2.400 Super-AMOLED
  • Rotierende Triple-Kamera: 48 Megapixel, F2.0, Ultra-Weitwinkel 8 Megapixel, F2.2 (123 Grad), Time of Flight
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 730
  • RAM: 8 GB
  • Akku: 3.700 mAh
  • Speicher: 128 GB
  • Gewicht: 220g
  • Fingerabdruckscanner
  • Annäherungssensor
  • Helligkeitssensor
  • Dual-SIM

Das Samsung Galaxy A80 im ersten Hands-On

Nach dem Auspacken halte ich das Galaxy A80 zum ersten Mal in der Hand – und habe das Gefühl, dass es das mit Abstand größte Samsung Smartphone der A-Reihe ist, das ich bisher gesehen habe. Tatsächlich misst das Display allerdings auch "nur" 6,7 Zoll wie beim Galaxy A70. Das Handy ist mit seinen 220 Gramm jedoch merklich schwerer (das S10+ mit Keramikrückseite ist auch kein Leichtgewicht, wiegt allerdings 198 Gramm), was zum Großteil am Highlight des Gerätes liegen dürfte: der rotierenden Triple-Kamera.

Das innovative Konstrukt, gepaart mit dem schlichten Design der Samsung Galaxy A-Reihe, macht das Smartphone optisch zum idealen Vertreter einer gehobenen Mittelklasse. Das A50 scheint dagegen noch offen mit seinem Dasein als Einsteigerhandy umzugehen, während das A80 bereits etwas Edelflair versprüht. Vor unschönen Fingerabdrücken ist jedoch auch das 600-Euro-Gerät nicht gefeit.

Was das Galaxy A80 an inneren Werten zu bieten hat: Prozessor, Display, Akku

Ihr wollt Display pur und seid mit jeder Notch, jedem Loch oder jedweder Aussparung im Bildschirm eures Smartphones unglücklich? Dann ist das A80 genau das Richtige für euch. Dank der ausfahrbaren Kamera nutzt das Gerät die kompletten 6,7 Zoll seines Displays aus – und macht Videos zum Erlebnis, ganz gleich ob die neue Staffel "Dark" auf Netflix oder ein Comedy-Special auf YouTube.

Beim A80 lohnt sich jedoch nicht nur der Blick aufs Offensichtliche – denn unter dem Gehäuse schlägt der Qualcomm-Prozessor Snapdragon 730, der spielend mit der Alltagsnutzung des Gerätes klarkommt. Gaming habe ich in meiner Woche mit dem Galaxy A80 nicht probiert, doch ständiger App-Wechsel, Bildbearbeitung, Videostreaming und Telefonieren im Akkord waren kein Problem, ganz ohne Ruckeln, Zuckeln oder Heißlaufen.

Der Akku des Galaxy A80 ist mit 3.700 mAh ordentlich – kann mit der Akkuleistung seiner Geschwister allerdings nicht mithalten. Nutzt ihr das Smartphone zum Surfen, Chatten, Fotografieren und Navigieren bringt euch das Samsung A80 locker durch den Tag. Sorgenfreier Akku-Spaß, der bis zu zwei Tage halten kann, bietet es jedoch nicht. Damit schaffte es dagegen das Galaxy A70 mich mit seinen 4.000 mAh zu begeistern.

Kamera-Test: Meine Woche mit dem A80

Öffnet ihr die Kamera-App und drückt auf das Selfie-Symbol, fährt das Handy weiter aus und die Hauptkamera dreht sich um 180 Grad nach vorne – et voilà, eine Premium-Selfiekamera. Das sieht erstmal ziemlich schick aus, ist mit kleinen (manchmal schusseligen) Händen allerdings auch etwas beunruhigend.

Denn mit ausgefahrener Kamera ist das Smartphone noch größer und der Schwerpunkt verlagert sich soweit, dass ich beim Knipsen nicht mehr das Gefühl habe, das Gerät liegt sicher in meiner Hand. Da mussten dann doch beide Hände als Stativ herhalten – auch meine restlichen CURVED-Kollegen mussten dieses Gefühl leider bestätigen.

Ansonsten klingt die Selfiekamera mit 48-Megapixel-Weitwinkelobjektiv, einem 8-Megapixel-Super-Weitwinkelsensor und einer Time-of-Flight-Linse auf dem Papier ziemlich überzeugend. Sie fällt im Alltagstest mit vergleichsweise blassen Farben und Schwierigkeiten beim schnellen Fokussieren aber etwas negativ auf. An dieser Stelle soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass "blass" selbstredend meine subjektive Einschätzung ist. Andere bezeichneten die Aufnahmen als "realistisch".

Eine wirklich positive Entwicklung des Galaxy A80 im Vergleich zu seinen günstigeren Geschwistern: Der Live-Fokus für den sogenannten Bokeh-Effekt läuft flüssiger.

Das A80 im Vergleich zum A50 und A70

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Samsung mit dem A80 ein wirklich schönes Mittelklasse-Smartphone auf den Markt gebracht hat, das Spaß macht. Ob nun AR-Emojis, die sich drehende Kamera oder einfach der Alltagsgebrauch – das Gerät macht Freude. Doch es ist eben nicht alles Gold auf dem Innovation geschrieben steht.

Denn im Foto- oder Akkuvergleich muss das A80 gegenüber dem A70 dann doch einstecken. Und das obwohl der Vorgänger deutlich günstiger ist als die neue Premium-Mittelklasse. Das A80 versucht zu sehr an der High-End-Luft zu schnuppern, weist mir persönlich jedoch zu viele kleine Schwächen auf.


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