Samsung Galaxy Note 20 im Test: Auch ohne Ultra ein Alleskönner

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Das Samsung Galaxy Note 20 ist der günstigere Ableger des Flaggschiff-Modells Galaxy Note 20 Ultra
Das Samsung Galaxy Note 20 ist der günstigere Ableger des Flaggschiff-Modells Galaxy Note 20 Ultra(© 2020 CURVED)

Neben dem aktuellen Flaggschiff, dem Galaxy Note 20 Ultra, hat Samsung mit dem Galaxy Note 20 auch ein etwas einfacheres High-End-Smartphone auf den Markt gebracht. Mit an Bord ist auch hier der Eingabestift S Pen, der seine Stärken besonders im Business- und Kreativ-Bereich entfaltet. Je nachdem, ob Nutzer das Note 20 mit oder ohne 5G-Support erwerben, ist es mit 1023 Euro beziehungsweise 925 Euro ein gutes Stück günstiger als die 1266 Euro teure Ultra-Version. Unser Test des Galaxy Note 20 zeigt, was die beiden Note-Modelle unterscheidet.

Inhaltsverzeichnis:

Design: Beste Verarbeitung, ungewöhnliches Material

Das Galaxy Note 20 ist nicht mein erstes Samsung-Handy. Dennoch fühle ich mich durch das High-End-Gerät von 2020 in der Zeit zu meinem ersten Smartphone des Herstellers aus Südkorea zurückversetzt. Wie mein Galaxy S von vor etwa zehn Jahren besitzt nämlich auch das Galaxy Note 20 wieder eine Rückseite aus Kunststoff.

Kunststoff hat auch Vorteile

Für viele ist das allein bereits ein absolutes Unding, bedenkt man doch den Preis von mindestens 925 Euro. Für mich persönlich ist der Kunststoff kein Problem, jedoch bin ich ehrlicherweise auch kein Freund von gläsernen Rückseiten. Das Galaxy Note 20 ist ebenso wie jedes andere Smartphone für mich ein Gebrauchsgegenstand, der in erster Linie haltbar und gut bedienbar sein muss. Kunststoff spiegelt vielleicht nicht hübsch, aber er springt auch nicht, er stört nicht den Funk und zudem ist er ist flexibler als Metall und schluckt daher Erschütterungen.

Davon abgesehen hat sich seit dem ersten Galaxy-S-Modell einiges getan. Die Verarbeitung des Galaxy Note 20 ist tadellos. Lücken zwischen Gehäuseteilen und Display, in denen sich Schmutz sammeln könnte, suchen wir vergebens. Das Handy ist gut ausbalanciert und liegt – auch dank der Kunststoff-Rückseite – sicher in der Hand. Die metallenen Buttons befinden sich im oberen Drittel der rechten Seite des Metallrahmens, der das Handy umgibt. Hier sind sie aber gut erreichbar. Die Ränder um den Bildschirm sind schmal und fallen nicht auf.

Gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt

Wie das Ultra-Modell ist auch das Galaxy Note 20 sehr gut gegen Wasser und Staub gewappnet. Genauer gesagt ist es nach IP-Klasse 68 ("International Protection") geschützt. Die "6" steht dabei für "staubdicht". Die "8"wiederum beschreibt den Widerstand gegenüber Wasser und wird mit "Schutz gegen dauerndes Untertauchen" übersetzt. Im Detail spricht Samsung hier von einem Schutz vor Untertauchen in klares Wasser bis zu einer Tiefe von eineinhalb Metern für maximal 30 Minuten.

Display des Galaxy Note 20 im Test: Sehr gut, aber nicht Ultra-Level

Der Bildschirm des Galaxy Note 20 ist ein ähnlicher Fall wie das Gehäuse. Auch hier spielt Samsung nämlich eine seiner antrainierten Stärken aus. Schon das erste Galaxy S besaß ein OLED-Display – und diese Technik hat das Unternehmen seitdem weiterentwickelt. Samsungs Status als Marktführer in der Entwicklung und Herstellung der Anzeigen belegt nicht zuletzt die Konkurrenz: Auch die OLED-Bildschirme aktueller iPhone-Modelle stammen zu großen Teilen vom Technik-Giganten aus Südkorea.

Ein Jahrzehnt OLED-Smartphone-Erfahrung

Das OLED-Display des Galaxy Note 20 ist mit 2400 x 1080 Pixeln weniger hochauflösend als die Anzeige der Ultra-Version (3088 x 1440 Pixel). Dennoch kommt das Gerät auf eine Pixeldichte von etwa 393 Pixeln pro Zoll (statt 496 ppi) – und das trotz einer Bilddiagonalen von ganzen 6,7 Zoll. Bilder werden daher immer noch scharf und dank OLED-Technologie auch in satten Farben beziehungsweise mit einem wirklich tiefen Schwarz angezeigt. Wer allerdings eine Bildwiederholrate von mehr als 60 Hertz möchte, dem bleibt nur der Griff zur Ultra-Variante. Das Note 20 unterstützt nicht die flüssiger wirkende Darstellung mit 120 Hertz.

Das Super-AMOLED-Display des Samsung Galaxy Note 20 überzeugt mit strahlenden Farben.(© 2020 CURVED)

Fingerabdrucksensor im Display

Mittlerweile ebenfalls eine Komponente des Displays: der Fingerabdrucksensor. Beim Galaxy Note 20 habt ihr nämlich die freie Wahl, ob ihr eurer Smartphone per Gesichtserkennung ohne weiteres Zutun entsperren möchtet, oder ob ihr lieber auf den guten alten Fingerabdrucksensor vertraut. Der liegt unsichtbar unter dem Bildschirm verbaut und erkennt euch sehr zuverlässig. In unserem Test bei Nieselregen klappte das selbst mit Wassertropfen auf dem Display.

Benutzeroberfläche: Gewohnt solide mit S-Pen-Extras

Die Benutzeroberfläche "One UI" von Samsung überzeugt auf dem Galaxy Note 20 ebenso wie auf der Ultra-Variante. Wer noch nie ein Samsung-Smartphone verwendet hat, kann hier immer noch bedenkenlos zuschlagen, denn auch hier zeigt sich die jahrelange Erfahrung der Entwickler. Menüs sind logisch aufgebaut, Icons sind selbsterklärend entworfen und an den Stellen, wo es doch einmal etwas komplexer wird, helfen Einblendungen weiter.

Mit solchen Kurzanleitungen führt euch das Samsung Galaxy Note 20 an die Funktionen des S-Pen-Eingabestiftes heran.(© 2020 CURVED)

Gute Benutzerführung

Schönes Beispiel: Zieht ihr das erste Mal den S Pen aus dem Galaxy Note 20, startet eine kurze Einführung. Ähnlich wie beim Anlernen eines Fingerabdrucksensors werdet ihr aufgefordert, bestimmte Gesten mit dem Eingabestift zu vollziehen. Auf diese Weise lernt ihr den Umgang mit dem Stift kennen und erfahrt, wo ihr euch über weitere Funktionen informieren könnt. Auch die Dex-Funktion, mit der ihr euer Smartphone an einen großen Bildschirm anschließen und es als eine Art PC-Ersatz nutzen könnt, wird gut erklärt.

S Pen: Kreativ-Werkzeug, Business-Tool und Fernbedienung in Einem

Der S Pen ist wie bei der Ultra-Variante auch das Aushängeschild des Samsung Galaxy Note 20. Im Test zeigte sich, wie schon bei den Vorgängern, dass Samsung viel über den Nutzwert des Eingabestiftes nachgedacht hat. Das fängt an bei der Verzögerung, mit der Eingaben auf dem Bildschirm auftauchen. Verging früher noch ein spürbarer Moment zwischen der Bewegung und dem Auftauchen eines digitalen Pinselstrichs, ist das Ergebnis jetzt (nach einer "Wartezeit" von etwas mehr als 20 Millisekunden) praktisch sofort zu sehen.

Nicht nur ein digitaler Notizblock

Der erste praktische Einsatzzweck des S Pen, der wohl jedem in den Sinn kommt, ist die Möglichkeit, sehr schnell Notizen anzufertigen. In Handschrift könnt ihr wichtige Dinge schnell auf dem Display notieren, selbst wenn das Note 20 noch gesperrt ist. Per Knopfdruck wandelt das Smartphone den Text bei Bedarf in einfach lesbare Schriftzeichen um, die auch markiert und kopiert werden können. Dank Bluetooth-Support navigiert ihr mit dem Stift in PowerPoint-Präsentationen vor und zurück oder löst aus der Ferne die Kamera des Galaxy Note 20 aus.

Die Technik im Galaxy Note 20 im Test: High-End mit Abzug

Das Galaxy Note 20 ist ein High-End-Smartphone von 2020 und bietet dementsprechend viel Leistung. Folglich könnt ihr mit dem Handy auch aufwendigste Android-Apps starten, Bilder bearbeiten, Videos betrachten und Co.. Vergleichen wir das Datenblatt des Gerätes aber mit anderen Modellen, so wird das Bild zumindest ein wenig getrübt.

Zweigleisige Chipsatz-Wahl nicht nachvollziehbar

Wie schon im Test des Galaxy Note 20 Ultra fällt auch bei Begutachtung des Note 20 unschön auf, dass Samsung zwar auf einen schnellen, aber nicht auf den besten Chip gesetzt hat. Während beispielsweise in den Exemplaren für den US-Markt der Qualcomm Snapdragon 865+ zum Einsatz kommt, arbeitet hierzulande der eigens von Samsung entworfene Exynos-990-Chipsatz – und der rechnet leider etwas langsamer und verbraucht gleichzeitig auch noch mehr Akku.

Komplett eingeschoben fällt der S Pen im Samsung Galaxy Note 20 kaum auf. Daneben liegen Lautsprecheröffnung und USB-C-Anschluss.(© 2020 CURVED)

Im alltäglichen Umgang mit dem Smartphone dürfte der Leistungsunterschied zur US-Version nicht auffallen. Auch, dass im Note 20 "nur" 8 GB RAM stecken, während das Ultra-Modell gleich ganze 12 GB Arbeitsspeicher erhalten hat, wird im Alltag kaum spürbare Konsequenzen haben. Der Akku des Galaxy Note 20 ist aber ein anderer Fall.

Galaxy Note 20 – Technische Daten

  • Display: 6,7 Zoll AMOLED-Display mit 60 Hz, löst in FHD+ auf (2400 x 1080 Pixel)
  • Chipsatz: Exynos 990
  • RAM: 8 GB Arbeitsspeicher
  • Speicherplatz: 256 GB interner Speicher
  • Dreifach-Kamera: 64 MP (Telezoom), 12 MP (Ultraweitwinkel), 12 MP (Weitwinkel)
  • Frontkamera: 10 MP (Weitwinkel)
  • Akku: 4300 mAh, Fast Charging (25 W), Wireless Charging (15 W), Reverse Wireless Charging (4,5 W)
  • Betriebssystem: Android 10 ab Werk vorinstalliert
  • Anschlüsse: USB-C
  • Dual-SIM: Ja
  • Fingerabdrucksensor: Im Display verbaut
  • Sonstiges: Eingabestift S Pen enthalten
  • Preis: 925 Euro mit LTE, 1023 Euro mit 5G (beide Varianten mit 256 GB Speicher)

Akku: Ok, nicht mehr, nicht weniger

Mit einer Kapazität von 4300 mAh ist der Akku im Samsung Galaxy Note 20 nicht unbedingt riesig – und auch der in der Ultra-Variante ist nicht sehr viel größer. Gerade deswegen ist es verständlicherweise für viele Nutzer aber nicht nachvollziehbar, wieso Samsung in einigen Regionen auf einen Chipsatz mit höherem Energieverbrauch setzt.

Hinzu kommt, dass das Smartphone mit seinem großen Display einen ohnehin schon nicht geringen Energiehunger mitbringt. Während manch anderes Smartphone mit einem 5000-mAh-Akku daherkommt und problemlos auch eineinhalb Tage ohne Ladepause an der Steckdose mitmacht, könnten die Energiereserven des Galaxy Note 20 bei intensiver Nutzung zum Tagesende schon knapp werden.

Der Akku im Galaxy Note 20 ist mit einer Kapazität von 4300 mAh gerade ausreichend groß bemessen.(© 2020 CURVED)

Galaxy Note 20 lädt Kopfhörer kabellos wieder auf

Ein nettes Gimmick: Das Galaxy Note 20 lässt sich nicht nur kabellos aufladen, sondern es kann mit einer Ladeleistung von 4,5 Watt sogar andere Geräte mit Energie aus dem eigenen Akku auftanken. Zwar bietet sich das nicht unbedingt für große Akkus anderer Smartphones an, doch könnt ihr so beispielsweise kabellos aufladbare Kopfhörer wie die Galaxy Buds+ wieder einsatzbereit machen, wenn deren Energiespeicher erschöpft ist.

Die Galaxy-Note-20-Kamera im Test: Nicht Ultra, aber auch extrem gut

Die Kamera des Galaxy Note 20 kommt nicht an die des Ultra-Modells heran. Anstelle des 108-Megapixel-Sensors hat Samsung der Basisvariante lediglich einen 12-Megapixel-Sensor für die Hauptkamera (Weitwinkel) spendiert. Je nach Situation und Verwendung der Kamera Fällt der Unterschied aber nicht stark ins Gewicht. Dafür hat das Zoom-Objektiv allerdings ganze 64 MP im Gepäck.

Der optische Zoom des Galaxy Note 20 Ultra nimmt erst bei einer fünffachen Vergrößerung die Arbeit auf. Darunter arbeiten beide Smartphones mit vergrößerten Bildausschnitten ihrer Hauptkameras und liefern ähnliche Resultate. Möchtet ihr weiter entfernte Motive ins Visier nehmen, kommt das Zoom-Objektiv zum Einsatz.

Auch wenn die Hauptkamera des Galaxy Note 20 nicht ganz so viele Tricks auf Lager hat wie die des Ultra-Modells, sind mit ihr tolle Bilder möglich.(© 2020 CURVED)

Knipst ihr Fotos ohne Vergrößerung, also beispielsweise Personen in eurer direkten Umgebung oder Motive wie die aus unseren Testaufnahmen, dann werdet ihr mit der Kamera des Galaxy Note 20 eure Freude haben. Die automatische Bildoptimierung auf Software-Basis hilft auf Wunsch auch noch einmal kräftig mit, noch mehr aus den gesammelten Bilddaten herauszuholen.

Auch bei Selfies stehen euch außerdem etliche Filter zur Verfügung, um euren Aufnahmen den letzten Schliff zu verleihen. Sollen es dramatische Schwarz-Weiß-Bilder werden? Oder vielleicht eher etwas kräftigere Farben, um die Stimmung auf der Party noch etwas mehr zu betonen? Die Möglichkeiten sind sowohl vor als auch nach dem Betätigen des Auslösers vielfältig.

Wie schon Christoph während des Note-20-Ultra-Tests hat auch mich der Nachtmodus begeistert, der selbstständig nach Einbruch der Nacht zur Hilfe eilte. Während ich an einer Kreuzung am Waldrand gerade eben ein Haus mit Außenbeleuchtung erkennen konnte, bat mich das Note 20, die Kamera sieben Sekunden lang still zu halten. Das Ergebnis lässt selbst Details wie die gerade getrimmte Hecke oder die Bauart der Zäune erkennen.

Mein Fazit zum Samsung Galaxy Note 20

Für mich persönlich ist das Galaxy Note 20 ein sehr gutes Smartphone. Mit seinem S Pen hebt es sich von vergleichbar leistungsstarken High-End-Handys ab – und wer sich gerade für dieses Extra interessiert, hat ohnehin nur die Wahl zwischen dem Note 20 und dem Note 20 Ultra. Wer kein Problem damit hat, für das technische Non-Plus-Ultra und ein aufwendigeres Design über 1200 Euro auszugeben, greift zur Ultra-Version.

Die Rückseite des Samsung Galaxy Note 20 besteht aus Kunststoff. Dank guter Verarbeitung und matter Oberfläche wirkt auch sie hochwertig.(© 2020 Curved)

Für etwa 200 bis 300 Euro Ersparnis verzichte ich aber liebend gern auf einen 120-Hertz-Modus und zusätzliche Megapixel für die Kamera – zumindest, wenn immerhin beim Zoom noch ganze 64 MP übrig bleiben. Auch die Unterschiede im Gerätedesign beziehungsweise in der Materialwahl sind für mich keine echten Nachteile, wie ich schon eingangs erklärte. Letztendlich nutzen die meisten User vermutlich ohnehin eine Schutzhülle, weshalb das Material der Rückseite in den Hintergrund rückt. Müsste ich also wählen, ob ich mir das Galaxy Note 20 kaufe, oder eher zur Ultra-Version greife, würde ich nach dem Test wohl das günstigere Basismodell vorziehen.

Selbst wenn genügend andere Nutzer ähnliche Präferenzen hätten, könnte aber ein anderes Detail die Verkaufszahlen des Galaxy Note 20 schmälern: Auch mit der Preisersparnis gegenüber des Ultra-Modells ist das Basismodell nicht unbedingt günstig. Wer keinen S Pen möchte, der hat viele andere High-End-Android-Smartphones zur Auswahl, die ebenfalls eine gute Kamera, eine intuitive Benutzeroberfläche und eine solide Verarbeitung bieten – und die eben nicht erst bei 925 Euro starten.


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