Samsung Galaxy Tab A (2019) im Test: Das neue Einsteiger-Tablet im Hands-On

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Modellpflege bei Samsung: Das Galaxy Tab A (2019) ist schlanker, dünner und leichter als sein Vorgänger.
Modellpflege bei Samsung: Das Galaxy Tab A (2019) ist schlanker, dünner und leichter als sein Vorgänger.(© 2019 CURVED)

Vor etwas mehr als sechs Monaten hat Samsung die 10-Zoll-Variante des Galaxy Tab A mit aktualisierter Hardware und dezent neuem Formfaktor veröffentlicht. Im April folgt nun eine minimal kleinere Version mit 10,1 statt 10,5 Zoll. Lohnt es sich, darauf zu warten?

In der Präsentation stellt Samsung klar: Das neue Galaxy Tab A (2019) soll das 2016er-Modell beerben, nicht das 2018er. Warum, verrät der Hersteller nicht. Einzige Erklärung: Das Galaxy Tab A, das Samsung im August 2018 vorstellte, misst 10,5 Zoll in der Diagonale. Das jüngst vorgestellte 10,1 Zoll, ist also guten einen Zentimeter kleiner. Gegenüber dem Vorjahresmodell fallen die Unterschiede darüber hinaus freilich marginal aus, nur im vom Hersteller bevorzugten Vergleich zu der drei Jahre alten Variante werden die Neuerungen deutlich.

Das Galaxy Tab A in der 2019er Neuauflage ist schlanker als sein Vorgänger und verzichtet auf den physischen Homebutton in der unteren Bildschirmleiste. Den 10,1 Zoll bleibt der LCD-Bildschirm in seiner Diagonale weiterhin treu. Auch an der Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln (Full-HD) hat sich gegenüber dem alten Modell nichts geändert. Dafür fällt das Galaxy Tab A (2019) im Vergleich zu seinem drei Jahren alten Vorgänger in alle drei Richtungen kleiner aus.

Unaufgeregtes, schlichtes Design

In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: 16 Prozent weniger Volumen und 65 Gramm leichter (460 g gegenüber 525 g). Verjüngt hat Samsung nicht nur das Tablet an sich, sondern auch den Rahmen, der das Display umläuft und nur noch die 5-Megapixel-Frontkamera beinhaltet.

Die android-typischen Sensortasten des 2016-Modells hat Samsung nun auch bei der 10,1-Zoll-Variante als virtuelle Variante ins Display ausgelagert, die sich bei Bedarf, etwa im Vollbildmodus, ausblenden lassen. Alternativ zu den eingeblendeten Tasten lässt sich das Samsung Galaxy Tab A (2019) dank neuster Android-Version auch komplett über Gesten bedienen.

Der Homebutton ist Geschichte. Samsung hat das Design überarbeitet und auf das Nötigste reduziert.(© 2019 CURVED)

Die Rückseite des Tab A besteht aus Aluminium. Mittig findet sich der von der Vorderseite nach hinten gewanderte Samsung-Schriftzug. Die acht Megapixel starke Hauptkamera ist in die linke obere Ecke gezogen, die aufgrund des dünneren Gehäuses leicht daraus hervorsteht. Die aufgeräumte Metallrückseite verleiht dem flachen Tablet eine hohe Wertigkeit und den Eindruck ausreichender Stabilität. Das kühle, aber glatte Aluminium liegt gut und sicher in den Händen, zumindest so lange diese trocken sind.

An der Unterseite verbaut Samsung zwei Lautsprecher für 3D-Stereosound samt Dolby-Atmos-Unterstützung und mittig dazwischen den USB-C-Anschluss. Auf der Oberseite befindet sich ein Mikrofon nahe der Frontkamera und ein 3,5-mm-Klinkeneingang für Kopfhörer. Rechts im oberen Drittel sind Powertaste, Volumen-Wippe und SIM- bzw. microSD-Slot eingelassen. Einen Fingerabdrucksensor sucht man weiterhin vergebens. Entsperren lässt sich das Galaxy Tab A auch 2019 nur mit PIN, Passwort oder Muster.

Leistung für den Normalfall

Technisch setzt Samsung beim Galaxy Tab A (2019) auf den Exynos 7904 als Prozessor. Der Octa-Core läuft mit zweimal 1,8 GHz und sechsmal 1,6 GHz. Als Arbeitsspeicher müssen dem Galaxy Tab A in diesem Jahr bei zwei Gigabyte RAM genügen, der Hauptspeicher beläuft sich auf 32 GB ROM. Allerdings beansprucht das Betriebssystem direkt ein paar davon für sich. 6150 mAh fasst der Akku, damit ist die Kapazität zum Vorgänger um über 1000 mAh gesunken. Dessen Laufzeit gab Samsung mit 13 Stunden bei durchgehender Videowiedergabe an. Das zeitlich beschränkte Hands-On lässt keine Rückschlüsse auf die Laufzeit des kleineren Akkus im Galaxy Tab A (2019) zu.

Ab Werk läuft auf dem Samsung Galaxy Tab A (2019) Android 9 Pie als Betriebssystem. Samsung hat wie üblich noch einige Anpassungen an Googles OS vorgenommen und seine im Herbst 2018 vorgestellte Benutzeroberfläche, One UI, darüber gelegt. Für Eltern interessant dürfte die Anwendung "Kids Home" sein. Diese startet eine kindgerechte Oberfläche mit eigenen Apps in einem von den Eltern festgelegten Rahmen: Inhalte und Dauer der Nutzung lassen sich so an die Erziehungsmaßnahmen anpassen, um die Mediennutzung und -kompetenz des Nachwuchses gezielt zu steuern.

Im ersten Eindruck arbeiten Hardware und Betriebssystem gut zusammen. Webseiten bauen sich im WLAN schnell auf, lange Seiten scrollen flüssig durch. Auch beim Swipen zwischen den Seiten auf dem Homescreen findet der Wechsel fließend und ohne Verzögerung statt.

Weil bis auf die wenigen eigenen Apps von Samsung und Google keine weiteren vorinstalliert auf dem Testgerät waren, lässt sich noch nicht abschätzen, wie gut das System mit mehreren gleichzeitig laufenden Apps umgeht. Für die allermeisten Alltagsanwendungen dürfte die Performance aber mehr als ausreichend sein.

Eine finales Urteil zur Kameraqualität lässt sich ebenfalls noch nicht abgeben. Die schnell geschossenen Schnappschüsse im eher dunklen, mit blauen Licht ausgeleuchteten Vorführraum lieferten auf den ersten Eindruck aber für Tablets ausreichend gute Bilder. Der Autofokus hat ruhende Objekte schnell scharf gestellt, der Verschluss gleichermaßen schnell ausgelöst. Die Frontkamera sollte sich zumindest für Videotelefonie eignen. Kinder können in einer eigenen Kamera-App lustige Sticker und Masken über ihre Selfies legen – die nur durch elterliche Freigabe geteilt werden können.

Technisch eignet sich das Galaxy Tab A (2019) vor allem für Multimedia-Inhalte.(© 2019 CURVED)

Vorläufiges Fazit

Die erste Stunde mit dem Samsung Galaxy Tab A (2019) hinterlässt einen positiven Eindruck. Ohne große Besonderheiten, dafür aber grundsolide in Umfang und Verarbeitung richtet sich das neue Galaxy-Tablet vor allem an Multimedia-Konsumenten. Als im Grunde tragbarer Flachbildfernseher fürs Streamen der Lieblingsserien sind die 10,1 Zoll mehr als ausreichend. Gleiches gilt für Helligkeit, Kontrast und Farbintensität des Displays. Dank der hohen Blickwinkelstabilität finden zudem auch zwei Zuschauer bequem davor Platz.

Bleibt noch die Frage zu beantworten, warum potenzielle Kunden erst bis April warten sollten, um sich das neue Galaxy Tab A (2019) zu kaufen. Denn das 10,5-Zoll-Modell ist gerade erst ein paar Monate halt, aber bereits drastisch im Preis gefallen. Bei einigen Anbietern ist das technisch bessere Geräte bereits für den gleichen Preis zu haben, den Samsung nun für das neue abruft. Dafür gibt es vier statt zwei Lautsprecher, ein Gigabyte mehr Arbeitsspeicher, ein größeres Display, einen größeren Akku und einen Pogo-Anschluss. Im direkten Vergleich kann das Tab A (2019) nur mit dem neueren Betriebssystem und geringerem Gewicht punkten.

Das Samsung Galaxy Tab A (2019) erscheint in drei Farben (gold, silber und schwarz). Die Wifi-Variante kostet zum Start am 5. April ca. 210 Euro, die LTE-Variante voraussichtlich 270 Euro. Unterschiedliche Speichergrößen bietet Samsung nicht an. Das Galaxy Tab A (2019) wird ausschließlich mit 32 Gigabyte internem Flashspeicher erhältlich sein. Mit einer micro-SD-karte lässt sich dieser um bis zu 400 GB erweitern.


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