Samsung Galaxy Tab S5e im Test: Das Leichtgewicht im Hands-on

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Das "e" im Galaxy Tab S5e steht für "essential", also "wesentlich" oder auch "notwendig".
Das "e" im Galaxy Tab S5e steht für "essential", also "wesentlich" oder auch "notwendig".(© 2019 CURVED)

Samsung aktualisiert die S-Serie seiner Galaxy-Tablets. In Frankfurt konnten wir einen ersten Blick auf das Galaxy Tab S5e werfen, das dünner und leichter sein soll als vergleichbare 10-Zoller – ohne Leistungseinbuße. Wir haben es ausprobiert.

Dünn, dünner, Tab S5e? Oder vielleicht eher: Leicht, leichter, Tab S5e? Wenn es nach Samsung geht, am liebsten beides. Denn bei der Präsentation des neuen Samsung Galaxy Tab S5e in Frankfurt lobte der Hersteller mehrmals das schlanke und leichte Design – vor allem im Vergleich zu einem nicht näher genannten Mitbewerber. Nach eigener Aussage sei das Galaxy Tab S5e das dünnste und leichteste 10,5-Zoll-Tablet, das Samsung je gebaut hat. Mal sehen, was das Hands-On sagt.

Zeitgeistiges Design

Von einem randlosen Display kann auch beim Tab S5e nicht die Rede sein. Dennoch sieht der gerade noch 8,7 mm dünne Rahmen rund um den Bildschirm angenehm zurückgenommen aus. Platz für einen Homebutton findet sich darin nicht mehr. Auch das Samsung-Logo musste auf die Rückseite ausweichen. Dadurch gewinnt die Front eine aufgeräumte und ruhige Optik, die dem insgesamt filigranen Äußeren zupass kommt.

In der Präsentation hat Samsung nicht das erst im August 2018 erschienene Tab S4 als Referenzmodell zum Vergleich herangezogen. Stattdessen möchte der koreanische Hersteller vielmehr das Tab S2 als direkten Vorgänger verstanden wissen. Klar, dass die optischen Unterschiede in Sachen Design und Formfaktor gegenüber dem fast vier Jahren alten Modell größer ausfallen. Zumal das Tab S2 mit 9,7 Zoll auch kleiner ausfällt als das S4 und das neu vorgestellte S5e mit jeweils 10,5 Zoll.

In drei Farben bietet Samsung das Galaxy Tab S5e an.(© 2019 CURVED)

Mit der äußeren Erscheinung des Galaxy Tab S5e orientiert sich Samsung am Zeitgeist moderner Smartphones und Tablets. Die Rückseite besteht aus einem metallen Unibody, gefertigt aus Aluminium. In dessen Mitte der Schriftzug des Herstellers, in der linken oberen Ecke die aus dem Gehäuse herausstehende Hauptkamera.

Fingerabdrucksensor und fehlende Klinke

Die wenigen mechanischen Tasten für Lautstärke und Power hat Samsung im gerade noch 5,5 Millimeter starken Rahmen untergebracht. Das S4 (2018) kommt noch auf 7,1 Millimeter, das S2 (2015) auf 5,6 Millimeter. Die Powertaste fungiert darüber hinaus als Fingerabdruckscanner. Die Taste ist leicht ins Gehäuse eingelassen und lässt sich dadurch gut ertasten. In einem kurzen Schnelltest hat der Scanner den hinterlegten Finger stets gut erkannt und das Gerät entsperrt. Das Hands-On hat allerdings nur für ein paar wenige Versuche ausgereicht. Alternativ lässt sich das Tablet via Gesichtserkennung entsperren, die in dem Fall die 5-MP-Frontkamera übernimmt. Ein Iris-Scanner ist nicht verbaut.

Dem Anspruch, dass Tablet möglichst schlank zu bauen, ist allerdings der Klinkenanschluss zum Opfer gefallen. Kopfhörer lassen sich fortan nur noch per Adapter oder per Bluetooth (immerhin bereits 5.0) verbinden. Beim lediglich 0,1 Millimeter dickeren Tab S2 hat der Klinkenanschluss noch ins Gehäuse gepasst.

Besonderen Wert bei der Präsentation legte Samsung auch auf das reduzierte Gewicht des S5e: Mit 400 Gramm ist es nicht nur deutlich leichter als nicht näher genannte Konkurrenz, sondern auch gegenüber dem S4 mit 482g. Das S2 unterbietet das Leichtgewicht zwar nochmals um 11 Gramm mit 389g, allerdings liegt die Betonung in Samsungs Ankündigung auch auf: Samsungs leichtestes 10-Zoll-Tablet bisher.

Der 10,5 Zoll (26,72 cm) große AMOLED-Bildschirm löst bei 2.560 x 1.600 Pixeln in einem Bildformat von 16 zu 10 auf. Im Hands-On zeigt sich das Display wie erwartet von einer farbintensiven, hellen und kontraststarken Seite. Selbst bei großer Neigung bleibt der Blickwinkel stabil, sodass sich das Bild auch von der Seite aus gut betrachten lässt.

Android 9 Pie stellt auch auf dem Samsung Galaxy Tab S5e die Nutzung zwei Apps parallel nebeneinander dar.(© 2019 CURVED)

Leistungsstark und langlaufend

Damit auf dem farbsatten AMOLED auch alles flüssig läuft, verlässt sich Samsung beim Prozessor auf einen Qualcomm Snapdragon 670 und nicht auf den hauseigenen Exynos. Der Achtkern-Chip taktet mit 2 x 2 GHz und 6 x 1,7 GHz. Dazu gesellen sich vier Gigabyte RAM Arbeitsspeicher, der für anspruchsvolle Apps und Multitasking über zwei, drei Apps hinweg ausreichen sollte. Die vorinstallierten Apps auf dem Testgerät lassen dazu allerdings keine qualifizierte Aussage zu. Denn rechenintensive Apps, zum Beispiel Spiele wie Shadowgun Legends, ließen sich auf dem S5e in der Kürze der Zeit nicht testen.

Angesichts der technische Spezifikationen sollten aber auch derartige Anwendungen problemlos und ruckelfrei laufen. Zumindest mal lassen sich auf dem 64 GB großen internen Speicher einige davon installieren. Das Betriebssystem Android 9 Pie blockiert allerdings direkt ab Werk eine Handvoll davon. Immerhin lässt sich der Speicher bei Bedarf um bis zu 512 GB via Micro-SD-Karte vergrößern.

7040 mAh sollen dem Galaxy Tab S5e für 14,5 Stunden durchgehende Videowiedergabe reichen. Das wären gut 2,5 Stunden mehr, als das S2 mit seinen 5870 Milliamperestunden schafft. Zum Vergleich: Das 2018er S4 mit 7300 mAh gibt Samsung auf der offiziellen Homepage mit 16 Stunden Videowiedergabe an. Dank Schnellladung soll das S5e in etwas mehr als drei Stunden wieder voll aufgeladen sein. Das Aufladen über den separat erhältlichen POGO-Adapter gibt Samsung mit knapp fünf Stunden an.

Sound by AKG

Das S5e soll vor allem Multimedia-Nutzer ansprechen. Neben dem Super-AMOLED-Bildschirm unterstützen vier Lautsprecher mit Dolby-Atmos-Unterstützung und die Mitwirkung von AKG das Vorhaben, die dieses Mal noch tiefer in die Fertigung der Speaker involviert waren als bisher. Folglich preist Samsung die Akustik nun auch mit "Sound by AKG" an und nicht mehr nur mit "Tuned by AKG". Im Hands-On klangen die vier Lautsprecher vielsprechend voluminös. Ob sich der Eindruck bewahrheitet, kann allerdings erst ein ausgiebiger Test in entsprechend ruhiger Umgebung zeigen.

"Sound by AKG" lautet das neue Marketingversprechen, das noch besser Sound liefern soll.(© 2019 CURVED)

Gleiches gilt für die Fotos, die das Galaxy Tab S5e mit einer 13 Megapixel starken Hauptkamera schießt. Für ein abschließendes Urteil reichen ein paar Schnappschüsse in gleicher Umgebung bei gleichbleibender Beleuchtung nicht aus.

Vorläufiges Fazit

Müsste ich mich entscheiden zwischen dem Samsung Galaxy Tab S4 und dem S5e – ich würde zu letzterem greifen. Nicht nur weil ich direkt das neuere Android mitgeliefert bekomme, sondern weil die Einbußen im Vergleich nur gering ausfallen, ich aber gut 200 Euro einspare. Darüber hinaus nutze ich ein Tablet in den meisten Fällen für Videostreaming und Zerstreuung, genau dafür ist das S5e ausgelegt. Das S4 hingegen positioniert Samsung bewusst als Arbeitsgerät, das vor allem der Produktivität zupass kommt.

Natürlich lässt sich auch auf dem S5e ein Text editieren oder ein einfaches Video schneiden. Doch der bewusste Verzicht auf den S Pen und der Fokus auf das Wesentliche – für nichts Anderes steht das "e" (vom Englischen: "essential") entspricht genau meinen Ansprüchen an ein vollwertiges, gut verarbeitetes und leistungsstarkes Tablet.

Das Samsung Galaxy S5e erscheint am 5. April 2019 in drei Farben (silber, gold, schwarz). Samsung lässt die Wahl zwischen einer Wifi-Variante, die zum Start 419 Euro kosten soll, und einer LTE-Variante, die mit 479 Euro zu Buche schlägt. Eine größere oder kleinere Alternative zum 64-GB-Speicher bietet Samsung nicht an.

Vorbesteller erhalten ein Paar AKG Kopfhörer Y500 in blau im Wert von 149 Euro kostenlos dazu. Die Vorbestellphase läuft vom 14. März bis 4. April 2019.


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