Shure SE846 im Test: Was taugen In-Ear-Kopfhörer für 1000 Euro?

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Die Shure SE846 kosten etwa 1000 Euro
Die Shure SE846 kosten etwa 1000 Euro(© 2017 CURVED)

Für 1000 Euro verspricht der Klangspezialist Shure die weltbesten In-Ears, unter anderem mit einem eingebauten Subwoofer. Hört man den Unterschied? Wir haben die Shure SE846 getestet.

Shure stellt seine Kopfhörer und Monitor-Systeme vor allem für Profimusiker im Bühneneinsatz her. Doch auch Musikliebhaber gehören zur Zielgruppe des amerikanischen Herstellers. Für sie hat man die Shure SE846 im Sortiment. Die Verpackung allein ist schon besonders: Nicht nur das mitgelieferte Case ist transparent, sondern der ganze Kopfhörer. Das schaut richtig cool aus. Geliefert werden die In-Ears mit austauschbaren Filtern, vielen Aufsätzen und einem Ersatzkabel (1,5 Meter und 1,15 Meter).

Optimaler Tragekomfort

Das Einsetzen der In-Ear-Kopfhörer gestaltet sich immer als etwas fummelig, doch sind sie erstmal da, wo sie hingehören, ist der Tragekomfort optimal. Das mit Kevlar verstärkte, flexible Kabel wird hinter dem Ohr entlang geführt und lässt sich wie ein Draht verformen und biegen. So bleibt es stets da, wo es sein soll. Auch nach zwei Stunden im Ohr empfinde ich die Shure SE846 als angenehm. Andere In-Ears sorgen da für ein störendes Fremdkörpergefühl.

Shure selbst sagt, dass man die Kopfhörer nur einmal ans Ohr anpassen müsste, dann sei es beim nächsten Mal leichter sie einzusetzen. Dem muss ich an dieser Stelle widersprechen. Denn beim Abnehmen und Verstauen verformt sich das Kabel wieder. So muss ich muss es beim nächsten Aufsetzen erneut anpassen.

Beeindruckender Klang

Shure verbaut beeindruckenderweise in seinen In-Ears vier Balanced Armature Treiber (einen Hoch-, einen Mitten- und zwei Tieftöner). Das patentierte Subwoofer System besteht aus zehn Metallplättchen, die einen mechanischen Tiefpassfilter bei 75 Hz bilden. Euch stehen außerdem verschiedene Schallfilter als kleine Röhrchen zur Verfügung, mit denen Ihr den Frequenzgang manipulieren könnt. Ihr könnt wählen zwischen einem ausgeglichenen, brillanten oder warmen Klangbild. Die Ohrpassstücke sind aus Schaumstoff oder Silikon gefertigt und haben neben der klassischen Form auch eine gerade Variante sowie eine Tannenbaum-Version. Da sollte für jede Ohrform etwas dabei sein.

Die Shure SE846 kommen mit viel Zubehör. Unter anderem gibt es viele verschiedene Ohrpassstücke aus Schaumstoff oder Silikon(© 2017 CURVED)

Der Klang ist beeindruckend. Vor allem die Mitten kommen sehr klar rüber. Der Bass des eingebauten Subwoofers ist angenehm und drängt sich nicht auf. Das sorgt für ein volles Klangbild, ohne dass die Tiefen dröhnen. Hört Ihr Stücke, in denen der Bass eigentlich keine große Rolle spielt, sorgen die tiefen Frequenzen für mehr Wärme. Auch die Dynamik ist deutlicher hörbar. Die Höhen kommen größtenteils gut zur Geltung, fallen aber in den richtig hohen Bereichen leicht ab. Besonders aufgefallen ist mir das bei elektronischer Musik. Hier ging leider einiges verloren.

Besonders gefallen hat mir die Tiefe und Breite des Klangs in der Bühnendarstellung. Klassische Konzerte haben mich wieder berührt, weil endlich alle Instrumente bis in kleinste Details hörbar sind. Aber Achtung: Richtig gut klingende Kopfhörer lassen Euch auch die Aufnahmequalität der Titel "erhören". Ihr erkennt Fehler bei der Aufnahmetechnik leichter, schlecht produzierte Musik klingt...nun ja...schlechter. Aber das ist ein bisschen vergleichbar mit dem Schritt von der DVD zur Blu-ray: Hat man einmal die höhere Auflösung gesehen, will man nicht mehr zurück.

Die Kopfhörer sind größtenteils isolierend. Störende Umgebungsgeräusche bekommt Ihr nicht mit. Das macht es natürlich etwas schwieriger, wenn man die In-Ears unterwegs tragen möchte, da heranfahrende Autos nicht optimal zu hören sind.  Auch nicht ganz unwichtig: Nach außen hin dichten die Shure kaum ab. Da hört der Nachbar also immer mit.

Fazit: für Sound-Enthusiasten

Ich war vom Klang der Kopfhörer sehr beeindruckt und habe gerne Zeit mit dem Modell von Shure verbracht. Weil sie so angenehm im Ohr sitzen und ich durch die Bühnendarstellung fast vergessen habe, dass es doch eigentlich "nur" In-Ear-Kopfhörer sind. Doch sind sie mir 1000 Euro wert? Gemessen am Umfang der Möglichkeiten, um das Beste aus dem Klang herauszuholen (wechselbare Filter, viele Ohrstücke, sehr gute Passform), dürfte der Preis für Audiophile durchaus berechtigt sein. Mir persönlich haben für das perfekte Hörerlebnis am Ende aber doch die perfekten Höhen gefehlt.


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