Sieben Fitnesstracker im Check: Welcher zählt genauer?

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Sieben verschiedene Fitnesstracker kommen zu sieben unterschiedlichen Schrittzahlen.
Sieben verschiedene Fitnesstracker kommen zu sieben unterschiedlichen Schrittzahlen.(© 2014 CURVED)

Ich habe ja schon viele Fitnesstracker für CURVED getestet und dabei festgestellt, dass sie am Ende des Tages zu doch sehr unterschiedlichen Schrittzahlen kommen. Mir fehlte aber bisher immer eine verlässliche Datenbasis, um bestimmen zu können, welches Smartband wie genau zählt. Das ändere ich jetzt und zähle mit insgesamt sieben Armbändern 1000 Schritte von Hand ab.

Zum Vergleichstest sind angetreten: das Fitbit Flex, das Jawbone Up24, das Misfit Shine, das Sony SmartBand SWR10, das Garmin Vivofit, der Runtastic Orbit und das frisch eingetroffene MiBand von Xiaomi. Heute sind nur die Zahlen wichtig, der Tragekomfort oder die App spielen keine Rolle.

Zwischen 0,1 und 23,2 Prozent Abweichung

Nach gelaufenen 1.000 Schritten gibt es einen klaren Sieger: Das Jawbone Up24 hat 999 Schritte gezählt und liegt damit nur um 0,1 Prozent daneben. Hochgerechnet auf die empfohlenen 10.000 Schritte am Tag ergibt sich eine Abweichung von nur zehn Schritten. Ebenfalls noch im Toleranzrahmen liegen das Garmin Vivofit, das Fitbit Flex und der Runtastic Orbit mit Abweichungen von 1,7 Prozent, 2,5 Prozent und 3,8 Prozent. Das MiBand von Xiaomi liegt mit 6,8 Prozent schon stark daneben. Komplett falsch gezählt haben aber Sonys SmartBand und das Misfit Shine mit Abweichungen von 12,7 Prozent und 23,2 Prozent.

So genau zählen Fitnesstracker | Create Infographics

Die gute Nachricht: Nur das Vivofit von Garmin und der Runtastic Orbit haben zu viele Schritte gezählt, aber,  wie ich finde, durchaus noch in einer akzeptaplen Fehlertoleranz, die man ihnen zugestehen muss. Die anderen fünf Fitnesstracker haben dagegen zu wenig Schritte gezählt – und so lassen sich die extrem schlechten Ergebnisse vom Sony SmartBand und Misfit Shine auch positiv deuten: Sie sorgen dafür, dass sich die Träger mehr bewegen, um die täglichen Ziele zu erreichen.

Der Misfit Shine war für mich bisher immer das Paradebeispiel in Sachen Tragekomfort und Design - und wird es auch bleiben. Aber bei den Sensoren besteht eindeutig Nachbesserungsbedarf. Mit dem MiBand kommt von Xiaomi ein nur 20 Euro teurer potentieller Nachfolger. Die Form ist zwar anders, aber das Design schon sehr ähnlich. Gleiches gilt für den Tragekomfort, und obwohl die App nur von einer engagierten Community übersetzt und nicht vom Hersteller in einer deutschen Version angeboten wird, gefällt sie mir schon besser als die Anwendung von Misfit. Ein ausführlicher Einzeltest des MiBand folgt aber noch.

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Vielleicht ist das Handgelenk auch der falsche Ort für einen Schrittzähler. Wenn ich beim Gehen die Hände in den Hosentaschen hatte, hat der Shine quasi keine Schritte gezählt - 8 statt 100 um genau zu sein. Für die anderen Armbänder machte es dagegen keinen Unterschied, ob meine Hand frei mitschwang oder in der Tasche steckte.

Ursache für die verschiedenen Ergebnisse sind wahrscheinlich die Messmethoden und die Empfindlichkeitseinstellungen der Sensoren. So könnten beim Gehen nicht alle Erschütterungen stark genug sein, um registriert zu werden, und für das Shine von Misfit scheinen zum Beispiel die Pendelbewegungen des Armes deutlich wichtiger als die Erschütterungen sein.

So habe ich getestet

Einen ganzen Tag kann ich meine Schritte nicht mitzählen und am Ende mit den Zahlen der Fitnesstracker abgleichen. Deswegen habe ich die sieben Bänder an meinem Arm befestigt und bin zehn Mal 100 Schritte gegangen. Die Zwischenergebnisse habe ich notiert und habe so zur Analyse nicht nur die Endzahl erhalten, sondern konnte feststellen, dass es deutliche Schwankungen gibt.

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Jetzt weiß ich und Ihr auch, welcher Fitnesstracker verlässliche Zahlen liefert: Der Jawbone Up24. Leider finde ich ihn am Handgelenk sehr sperrig und unbequem, die App dagegen ist schön gestaltet und sorgt für Motivation.

Als unfehlbares Messinstrument für die eigenen Bewegungen würde die Armbändern nicht sehen, denn zum Beispiel beim Radfahren kann keines von ihnen die körperliche Aktivität am Handgelenk korrekt einschätzten. Ich sehe die Armbänder und vor allem die Apps und die Gemeinschaft dahinter als Motivationshilfe dafür, sich mehr zu bewegen. Und deswegen gehe ich jetzt noch eine Runde spazieren.


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