Sony Xperia 10 und Xperia 10 Plus im Test: Smartphones im Kinoformat

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Das Xperia 10 Plus und das kleine Xperia 10.
Das Xperia 10 Plus und das kleine Xperia 10.(© 2019 CURVED)

Sony hat seiner Xperia-Reihe einen neuen Anstrich verpasst. Das Sony Xperia 10 kommt jetzt mit einem Bildschirm mit einem ungewöhnlichen Seitenverhältnis, das tatsächlich einen echten Mehrwert bietet.

Das japanische Unternehmen Sony zählt zu den erfolgreichsten und bekanntesten Unternehmen der Elektronikbranche. Fernseher, Kameras und Audio-Geräte der Marke gehören zum besten, was der Markt zu bieten hat. Umso frustrierender muss es für die Verantwortlichen sein, dass sich ihre Smartphones nicht besonders gut verkaufen. Sony ist weit davon entfernt, als Konkurrenz zu Apple, Samsung und Huawei wahrgenommen zu werden. Der bisherige Weg führte augenscheinlich nicht zum Erfolg. Also muss ein neuer Ansatz her, am besten gleich mit einem neuen Namen.

Sony denkt seine Smartphones neu

Ende Februar hat Sony seine neuen Smartphones vorgestellt. Während das letzte Mittelklasse-Modell der Reihe noch Sony Xperia XA2 hieß, bricht die Marke gleich wieder mit der XA-Nomenklatur und gibt dem neuen Smartphone den Namen Sony Xperia 10. Dazu gesellt sich das leicht verbesserte Sony Xperia 10 Plus.

Doch nicht nur der Namenszusatz ist neu. Das größte Verkaufsargument, mit dem sich die beiden Xperia 10 – ebenso wie das High-End-Modell Xperia 1 – von anderen Smartphones unterscheiden, fällt gleich beim ersten Blick auf: Das Gerät ist ziemlich lang und verhältnismäßig schmal. Genauer gesagt ist das Xperia 10 156 mm lang und 68 mm breit, das Xperia 10 Plus ist mit 167 und 73 mm etwas größer.

Diese ungewöhnlichen Maße sind nicht willkürlich gewählt. Die Xperia-Geräte verdanken sie den neuen Displays im 21:9-Format – ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Smartphone-Kosmos, in dem Bildschirme meist in den Formaten 18:9 oder 19:9 zu haben sind. Diese Neuerung, so Sonys Überlegung, soll die Geräte zu den besten Smartphones für Filmliebhaber machen. Filme können so ganz ohne schwarze Balken im kinowürdigen Breitbildformat geguckt werden.

Das Smartphone für Filmliebhaber?

Das ist tatsächlich deutlich angenehmer, als die Filme auf anderen Smartphones zu gucken. Im Test geben die Displays vor allem bei der aktuellen oscarprämierten Schwarz-Weiß-Produktion "Roma" ein fantastisches Bild ab. Bei farbintensiven Filmen wie "Mad Max: Fury Road" wünscht man sich dann doch statt eines einfachen LCD- ein OLED-Display, wie es im teureren Xperia 1 verbaut ist. An der Auflösung liegt es nicht: Die kommt zwar mit 2520 x 1080 Pixel nicht an 4K heran. Für Bildschirme der Größe 6 und 6,5 Zoll ist Full HD+ aber völlig ausreichend.

Sony könnte sich mit der Idee, Filmliebhaber zum Kauf der Geräte zu bewegen, allerdings etwas verrechnet haben. Es liegt nicht daran, dass die Smartphones nicht gut genug wären. Viel mehr liegt dieser Zweifel darin begründet, dass es Smartphones sind. Denn auch wenn keine anderen Smartphones zum Genuss von Filmen besser geeignet sind, bleibt der Bildschirm immer noch viel zu klein, als dass sich echte Cineasten davon begeistern ließen. Gut möglich, dass die Zielgruppe, die durch das einer Kinoleinwand gleichende Bildverhältnis von einem Smartphone überzeugt werden soll, es als Affront gegen die Kinokultur betrachtet, einen Film auf einem kleinen Handy-Bildschirm zu gucken.

Dank des langen Displays kommt eine andere Funktion allerdings stärker zur Geltung als auf anderen Bildschirmen: der Split-Screen. Endlich kann man parallel zwei Apps im Auge behalten, ohne dass ein beträchtlicher Anteil der Informationen verborgen oder am Bildschirmrand kleben bleibt. Auch im normalen Modus passen mehr Informationen auf den Bildschirm, weil die meisten Websites und Apps vertikal ausgerichtet sind. Dadurch lädt der Display förmlich zum Scrollen ein.

Sony Xperia 10: Angenehm in der Bedienung

Aufgrund des Designs weist das Sony Xperia 10, auch in der Plus-Variante, noch einen anderen Vorteil auf: Dadurch, dass es so schmal ist, liegt es, trotz der beachtlichen Größe, recht gut in der Hand – ganz ähnlich einer klassischen TV-Fernbedienung. Das heißt nicht, dass man alle Icons auf dem Bildschirm jederzeit mit nur einer Hand erreicht. Dafür schafft allerdings der einhändige Modus Abhilfe, der das Interface verkleinert.

Sollte man das Smartphone doch mal mit nur einer Hand bedienen, sorgt die Rückseite aus griffigem Polycarbonat für einen gewissen Halt. Bei einem Aufprall ist das Display mit Gorilla Glass 5 geschützt. Der Fingerabdrucksensor befindet sich am rechten Rand zwischen dem Power-Button und der Lautstärkewippe, wo ihn der Daumen in der Regel ohnehin sofort ertastet.

Dem Split-Screen-Modus wird auf dem Sony Xperia 10 viel Platz eingeräumt.(© 2019 CURVED)

Untereinander weisen das Sony Xperia 10 und das Sony Xperia 10 Plus nur wenige Unterschiede auf. Neben der Displaygröße verfügt das Plus mit 3.000 mAh über einen minimal größeren Akku als das einfache Modell mit 2.870 mAh. Die Differenz dürfte lediglich für die Energieversorgung der unterschiedlich großen Displays herhalten.

In beiden Geräten sorgt ein Qualcomm-Prozessor für die Rechenleistung: Im Xperia 10 ist es ein Snapdragon 630, im Xperia 10 Plus ein Snapdragon 636. Kombiniert sind sie mit 3 GB respektive 4 GB Arbeitsspeicher. Vor allem in der Plus-Version könnte das beim Spielen hier und da für ein wenig bessere Grafikeinstellungen sorgen. Die beiden Smartphones sind jedoch sowieso eher für Filme gedacht – und dafür reicht die Leistung allemal. Doch reicht sie auch zum Filmemachen?

Kinoreife Videos in 4K

Auf der Rückseite der Geräte finden sich jeweils zwei Kameralinsen, die etwas aus dem ansonsten sehr ebenen Gehäuse herausragen. Beim kleineren der beiden Smartphones fällt dieser Umstand kaum auf. Beim größeren ist die Erhebung allerdings schon recht markant. Möglicherweise liegt das an den Kameras selbst: Das Sony Xperia ist mit einer 13-Megapixel- und einer 5-Megapixel-Kamera bestückt. Das Plus verfügt über 12 und 8 Megapixel.

Das Highlight ist dabei die Möglichkeit, Fotos und Videos auch im 21:9-Format in 4K-Qualität aufzunehmen. Bei der Auswahl dieser höchsten Auflösung in den Kamera-Einstellungen wird der Nutzer gleich darauf hingewiesen, dass das Gerät bei der Benutzung zu heiß werden könnte. Tatsächlich wird es nach einigen Minuten etwas warm, doch das sollte kein Problem darstellen, wenn man nicht gerade ganze Filme damit drehen möchte. Die Qualität der Videos und der Fotos überzeugt, einen nennenswerten Unterschied zwischen den beiden Ausführungen konnten wir im Test nicht feststellen.

Mit 64 GB internem Flash-Speicher, der dank SD-Kartenslot um bis zu 512 GB erweiterbar ist, finden die 4K-Videos auch genug Platz auf dem Gerät. Das Sony Xperia 10 ist für 349 Euro in den Farben Schwarz, Silber, Navy Blue und Rosa zu haben. Für 429 Euro bekommt ihr das Sony Xperia 10 Plus in Schwarz, Silber, Navy Blue und Gold.

Fazit: Gelungene Neuinterpretation der Xperia-Reihe

Sony ist mit dem Xperia 10 ein ziemlich starkes Mittelklasse-Smartphone gelungen, dem es gelingt, sich von der Masse abzuheben. Das ungewöhnliche Displayformat ist tatsächlich ein gutes Kaufargument – auch wenn es nur bedingt durch ein besseres Filmvergnügen begründet werden kann. Ob man das Sony Xperia 10 oder das 80 Euro teurere Sony Xperia 10 Plus wählt, entscheidet in erster Linie die Größe des Geräts und des Displays. Alle anderen Faktoren fallen kaum ins Gewicht.


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