Sony Xperia 5 im Test: Unterschätzter Japaner oder teures Markenprodukt?

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Das Sony Xperia 5 hat ein 21:9 Displayformat.
Das Sony Xperia 5 hat ein 21:9 Displayformat.(© 2019 CURVED)

Vor gar nicht langer Zeit brachte Sony das Xperia 1 heraus. Ein echtes Multimedia-Smartphone im Kinoformat – plus Dolby Atmos für das entsprechende Sounderlebnis. Und jetzt kommt das Xperia 5: eine kleinere Variante des Flaggschiffs. Wir haben es getestet.

Sony ist in Deutschland nicht gerade die beliebteste Smartphone-Marke. Nach dem Boom zu Anfangszeiten der Handys hat es sich – ähnlich wie Nokia – vor Samsung Galaxy und Apples iPhones geschlagen geben müssen. Laut Statista besaßen 2018 nur etwa 5,4 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland ein Sony-Smartphone.

Doch warum ist das so? Da kann man nur spekulieren – fest steht aber: Die Smartphones sind echt gut! Besonders das neue Xperia 1 konnte mich überzeugen und hat ein Merkmal, das es von Samsung, Apple, Huawei und Co. unterscheidet: Ein Display im 21:9 Kinoformat. Das High-End-Smartphone sieht damit nicht nur gut aus, mit Dolby Atmos und entsprechenden Kopfhörern hört sich das auch gut an.

Unterschiede des Xperia 5 zum Xperia 1

Jetzt kommt das Xperia 5 (nicht zu verwechseln mit dem Sony Xperia Z5, das hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel)  und setzt auf die Qualitäten des Xperia 1. Im Grunde unterscheidet es sich nur durch seine Größe vom Vorgänger. In der Höhe und Breite ist es ein wenig geschrumpft und kommt jetzt auf 158 x 68 Millimeter, dabei bleibt es 8,2 Millimeter dünn. Das 5er wiegt entsprechend auch nur 164 Gramm – eines der leichtesten Smartphones, das ich zuletzt in den Händen gehalten habe.

Ein kleines Downgrade müsst ihr beim Display – neben der geschrumpften Diagonale auf 6,1 Zoll – allerdings hinnehmen: Das kommt bei einer Auflösung von 2.520 x 1.080 nicht mehr auf 4k, sondern "nur" auf Full HD+ auf dem HDR OLED Bildschirm. Meine persönliche Video-Benchmark – eine besonders dunkle Szene von "Spuk in Hill House" – kann das Display leider nicht bewältigen. Man erkennt in dem Ausschnitt einfach nichts.

Aber: Der integrierte Creator-Modus, der sich zum Beispiel beim Netflix-Streamen aktiviert, nimmt automatisch noch ein paar Verbesserungen vor. Alles wirkt kräftiger, schärfer, kontrastreicher, ohne dass es übertrieben aussieht. Den gibt es aber auch beim Xperia 1.

Unterschiede gibt es auch bei der Farbauswahl. Das Xperia 5 kommt in Schwarz, Grau, Rot und Blau – letzteres hatte ich in der Hand: sieht schön aus und leuchtet in glänzendem Metallic. Und natürlich beim Preis, denn das Xperia 5 startet 100 euro günstiger als das Xperia 1 bei 849 Euro.

Akkuladen des Sony Xperia 5 im Test

Auch der Akku ist beim kleinen Flaggschiff kleiner: 3.140 mAh schreibt Sony ins Datenblatt. Beim Laden gibt es ein mitgeliefertes 18 Watt-Schnellladenetzteil, das ich direkt mal getestet habe. Also so lange mit dem Xperia hantiert, bis es mangels Energie den Geist aufgab und dann an die Ladebuchse gesteckt.

Nach etwa 15 Minuten sind im Sony Xperia 1 Test schon die ersten 25 % voll, nach 29 Minuten 50 %. Das Muster setzt sich so fort: nach 47 Minuten sind 75 Prozent erreicht. Spricht also alles für eine volle Akkuladen nach genau einer Stunde, oder? Nein, denn in den oberen Regionen wird es langsamer. Nach genau einer Stunde ist das Xperia 5 zu 85 Prozent geladen, 100 Prozent nach gut anderthalb Stunden.

Gemeinsamkeiten zwischen dem Kleinen und dem Großen

Das Xperia 5 sieht nicht nur aus wie seine größere Version, es fühlt sich auch genauso an – und zwar sehr gut. Man hat direkt den Eindruck ein wertiges und robustes Smartphone in den Händen zu halten. Wie auch andere Hersteller setzt Sony auf eine Glasrückseite mit dem weniger schönen Effekt, dass sie schnell verschmiert.

Pluspunkt: Das Xperia 5 ist wasserfest und staubdicht, es wurde auf IP65/68 getestet, Sony weist netterweise darauf hin, dass das für die "offenen Stellen", also Ladebuchse und Lautsprecher, nicht gilt. Apropos Buchsen: Einen Klinkenanschluss gibt es nicht, allerdings legt Sony einen entsprechenden USB-C-Adapter bei.

Kamera des Sony Xperia 5 im Test: Nicht seine Stärke

Gleich bleibt die Kamera: Die kommt auch beim Xperia 5 mit einem Triple-Setup aus 12 Megapixel Hauptkamera, einem 12 Megapixel Superweitwinkelobjektiv und einem 12 Megapixel Teleobjektiv. Die Frontkamera kommt mit 8 Megapixel. Tele- und Hauptlinse werden dank OIS optisch stabilisiert.

Leider hakt es hier ein wenig bei der Feinabstimmung. Während im normalen Modus die Bilder an hellen Stellen ziemlich deutlich ausbrennen, werden sie im Weitwinkel-Modus etwas zu dunkel. Am besten werden eure Bilder im zweifach-Zoom. Details in der Ferne sind in diesem Modus auch beim nachträglichen Heranzoomen noch deutlich zu erkennen. Was mir gut gefällt, ist ein Auslöser-Button direkt am Smartphone, das versprüht einen Hauch von Digicam-Charme.

Bei den Aufnahme-Modi gibt es von Bokeh- über Porträtmodus bis hin zu Zeitlupen-Videoaufnahme fast alles was das Fotoherz begehrt, doch ein wesentliches Feature fehlt dem Xperia 5: ein Modus für Nachtaufnahmen. Damit geht der Preis für die beste Kamera nicht an Sony – jedenfalls nicht bei den Smartphones.

Weitere Features des Xperia 5 im Test

Weiterhin kommt das Xperia 5 eine Dual-Sim Funktion mit Hybrid-SIM-Fach, mit dem ihr entweder den Speicher erweitern oder eine zweite SIM-Karte mit einer Kapazität von bis zu 512 Gigabyte einlegen könnt. Es kommt mit 6 Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte internem Speicher, dem Snapdragon 855 und erstmal mit Android 9 – sollte Sony ähnlich schnell wie beim Android 9-Update letztes Jahr sein, sollte Android 10 nicht lange auf sich warten lassen.

Fingerabdrucksensor, Lautstärkeregler, Sperrtaste und der erwähnte Auslöser befinden sich alle auf der rechten Seite des Smartphones. Dort gibt es auch einen extra Sensor zwischen Body und Screen: Tippt ihr zweimal auf die Region, öffnet sich ein Menü, in dem ihr eure Lieblings-Apps festlegen könnt. Mit einem Wisch nach oben könnt ihr im Dual-Screen arbeiten, ein Wisch nach unten macht das rückgängig.

Allerdings ist das Feature, das die einhändige Steuerung erleichtern soll, ziemlich gewöhnungsbedürftig. Dafür ist das Multitasking auf dem langen Bildschirm ansprechender als bei anderen Formaten, ich persönlich nutze allerdings lieber die Funktion, zwischen Apps hin und her zu switchen. Auf voller Länge muss ich bei dem Xperia-Format auch nicht so viel scrollen beim Lesen.

Sony Xperia 5 im Test: Das Kleine für großes Kino

Seine Stärken spielt das Xperia 5 definitiv bei Multimediaanwendungen aus: Das 21:9 Displayformat, Creator-Modus bei der Wiedergabe, Dolby Atmos und nicht zuletzt die umfangreiche Videobearbeitungssoftware, die auf dem Xperia 5 (wie auch auf dem großen Bruder Xperia 1) vorinstalliert ist, machen Spaß.

Ausbaufähig ist die Fotokamera, wem aber alltägliche Schnappschüsse genügen, wird nicht viel zu meckern haben. Wer also gerne auf seinem Smartphone Filme und Serien schaut, eher Videos als Fotos aufnimmt und ein kompaktes, hochwertig-robustes Handy sucht, wird mit dem Sony Xperia 5 sicher glücklich.


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