Sony Xperia L3 im Test: Dauerläufer unter den Einsteiger-Smartphones

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Gegen den Trend hat das Sony Xperia L3 über und unter dem Display dicke Balken.
Gegen den Trend hat das Sony Xperia L3 über und unter dem Display dicke Balken.(© 2019 CURVED)

Das Sony Xperia L3 ist das günstige Modell unter den neuen Smartphones des japanischen Hersteller. Es erweist sich als solides Einsteiger-Modell mit einem großen Akku. Alles was sonst noch wichtig ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Sony hat Ende Februar eine ganze Reihe neuer Xperia-Smartphones vorgestellt. Während sich Kleinstcineasten noch bis zum Frühsommer auf das Top-Modell Xperia 1 gedulden müssen, ist das neue Xperia L3 schon jetzt zu haben. Das Einsteiger-Smartphone gibt's bereits für 199 Euro – und erfahrungsgemäß sinkt der Preis im Handel mit der Zeit noch etwas.

Bei diesem Preis sind Abstriche zu erwarten. Es überrascht also nicht, dass sich das Xperia L3 nicht ganz so hochwertig verarbeitet anfühlt, wie man es von teureren Modellen kennt. Rahmen und Rückseite bestehen aus glattem Kunststoff, was aber ohnehin spätestens dann keine große Rolle mehr spielt, wenn man ein Smartphone-Case benutzt. Zugleich liegt das Gerät mit 156 Gramm recht leicht in der Hand. Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf der rechten Kante, wo der Daumen, zumindest bei Rechtshändern, ihn gut erreichen kann.

Xperia L3: Display hält sich in Grenzen

Viel Tamtam macht Sony bei der neuen Generation seiner Xperia-Smartphones um das neue, in die Länge gezogene Design. Auf den hochwertigeren Modellen schafft dieser Schritt Platz für ein zeitgemäßes Breitbild-Display im kinowürdigen 21:9-Format. Doch augenscheinlich wollte Sony auch beim Einsteiger-Modell nicht von der neuen Designvorgabe abrücken und hat das L3 ein wenig gestreckt. Notwendig wäre das nicht gewesen, denn der Bildschirm ist "nur" im 18:9-Format zu haben.

Das heißt: Über und unter dem Display findet sich ein relativ breiter schwarzer Rahmen. Am oberen Rand trifft Sony so eine ganz bewusste Entscheidung gegen eine wie auch immer geartete Aussparung für die Frontkamera. Das wird auch bei den anderen Modellen der Generation deutlich. Am unteren Rand gerät das allerdings zu einem kleinen Design-Fauxpas: Denn die wichtigen Bedienelemente wie der Home-Button und die Zurück-Taste sind, wie es mittlerweile üblich ist, auf den Bildschirm gerückt. Die schwarze Pufferzone bleibt leer – ein klarer Fall von verschenktem Platz. So wirkt der schwarze Rahmen am unteren Rand wie ein evolutionäres Überbleibsel und wird quasi zum Blinddarm der Xperia-Reihe.

Der dicke schwarze Rahmen fällt vor allem am unteren Rand unter dem Home-Button auf.(© 2019 CURVED)

Dennoch: Mit 5,7 Zoll weist das Display eine absolut akzeptable Größe auf. Zugleich ist es klein genug, als dass die preislich bedingte geringe Bildschirmauflösung von 1440 x 720 Pixeln nicht allzu schwer ins Gewicht fällt. Um zu testen, was das in der Praxis bedeutet, muss der Trailer zur finalen Staffel von Game of Thrones herhalten. Der gibt einerseits visuell einiges her, andererseits sind viele Szenen sehr dunkel gehalten. Auf großen, hochauflösenden Bildschirmen sind die Bilder zum Zungeschnalzen. Hier weniger. Man ist schlicht deutlich Schärferes gewohnt, auch wenn das Display als HD+ durchgeht. Zudem muss ich die Bildschirmhelligkeit bis zum Anschlag hochdrehen, um ohne Augenkneifen zu erkennen, was auf dem Bildschirm vor sich geht. Bei strahlendem Sonnenschein könnte das bereits auf dem Startbildschirm zum Problem werden.

Akku des L3 sticht selbst die Großen aus

Wer ein Einsteiger-Smartphone für 200 Euro kauft, erwartet sicher kein besonders leistungsstarkes Gerät. Umso erfreulicher, dass das Xperia L3 in mehreren Punkten mit den Großen mithalten kann. Während sich die Frontkamera mit acht Megapixeln sehen lassen kann, erwartet den User auf der Rückseite ein Dual-Kamera-System mit 13 und 2 Megapixeln für den Bokeh-Effekt. Für ein Smartphone unter 200 Euro immer noch keine Selbstverständlichkeit. Herausragendes sollte man von den Kameras nicht erwarten. Für gute Fotos reichen sie im Alltag bei guten Lichtverhältnissen aber allemal.

Auch an anderer Stelle macht das Gerät Freude: Am Akku ist rein gar nichts auszusetzen. Mit 3300 Milliamperestunden bietet er sogar mehr Kapazität als die Akkus der großen Geschwister Xperia 10 und 10 Plus. Zumal der Display nicht ganz so viel Energie fressen dürfte. Bei durchschnittlicher Nutzung könnte das bislang allabendliche Anschließen des Geräts an die Steckdose an so manchen Tagen erspart bleiben.

Das Xperia L3 verfügt über 32 Gigabyte Speicherplatz, der um eine SD-Karte erweiterbar ist – auch wenn bereits zwei SIM-Karten im Karten-Slot stecken. Dazu gibt es drei Gigabyte Arbeitsspeicher, kombiniert mit einem Mediatek 6762 Prozessor. Für große Sprünge reicht das nicht – Spiele wie PUBG laufen nur auf den niedrigsten Grafikeinstellungen und selbst dann wird das Gerät innerhalb von Minuten warm – aber dafür ist es auch nicht gedacht.

Ein Einsteiger-Smartphone, das zufriedenstellt: Das Sony Xperia L3.(© 2019 CURVED)

Einen kleinen Punktabzug gibt es aber noch: Das Xperia L3 läuft mit Android 8.1 Oreo statt mit dem seit Herbst 2018 verfügbaren Android 9 Pie. Das ist bei den wertigeren Modellen der Reihe anders. Die neuen Funktionen des Betriebssystems könnten auf dem L3 vermutlich aber ohnehin nicht vollends zur Geltung kommen.

Fazit

Das Xperia L3 ist ein solides Smartphone, das für den alltäglichen Gebrauch den allermeisten Menschen vermutlich komplett reichen würde. Es bietet exakt das, was man von einem Einsteiger-Modell erwartet und trumpft mit einem vergleichsweise großen Akku auf. Perfekt für Menschen, die das Gerät vordergründig zum Telefonieren, Schreiben und gelegentlichen Fotografieren nutzen. Wenn man vergisst, es abends aufzuladen, ist es halb so schlimm: Bei geringer Nutzung hält der Akku auch noch den Großteil des nächsten Tages. Lediglich mit dem Design tut sich Sony immer noch etwas schwer.


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