"Travis, the Translator" ausprobiert: Dieser Knirps übersetzt 80 Sprachen

Schon mal auf Mallorca falsch abgebogen und die "Locals" nach dem Weg gefragt, aber die sprachen kein Wort Spanisch? Oder am Nationalfeiertag in Paris auf Englisch um eine Wegbeschreibung zum nächsten Bahnhof gebeten? Nein? Ich schon. Und ich bin überzeugt: Mit Travis hätte ich nicht in versteinerte Mienen geblickt. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona konnte ich den Universalübersetzer ausprobieren. Ein Hands-on.

In Zeiten, in denen Smartphones immer häufiger mit Updates punkten wollen und die Revolution ausbleibt, da sind es Gadgets wie dieses, die mir wieder Lust auf Technik machen: Travis will so etwas wie der Babelfisch der Neuzeit sein. Wir erinnern uns: Der Babelfisch (englisch Babel Fish) ist ein fiktives Lebewesen aus dem Roman "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams. Er wird als kleine Kreatur beschrieben, die sich ins Ohr einführen lässt und dem Träger ein Verständnis aller gesprochenen Sprachen ermöglicht. Um es mal in Adams' Worten zu sagen: Don't panic! Travis müsst ihr euch nicht ins Ohr einführen, sondern könnt das Gadget ganz einfach in der Hand halten.

1,8 Mio. Dollar bei Indiegogo eingesammelt

Über fünf Buttons navigiert ihr durch ein simpel gehaltenes Menü und wählt zwischen 80 unterschiedlichen Sprachen aus. Erst die Eingabe-, dann die Ausgabesprache. Anschließend bedarf es nur noch eines Tastendrucks, schon lauscht Travis euren Worten. Nach wenigen Sekunden erfolgt dann die Übersetzung – je nach Satzlänge und Schwierigkeit. Dabei greift die Software auf unterschiedliche Schnittstellen zu. Wahlweise lassen sich Begriffe und ganze Sätze auch offline "dolmetschen", für ein besseres Ergebnis empfiehlt sich allerdings eine Internetverbindung – wahlweise übers WLAN, die Verbindung mit dem Smartphone oder über einen Datentarif. Denn im kompakten Gehäuse findet auch eine SIM-Karte Platz.

Damit hat das Startup aus Holland viele Interessenten für sich gewinnen können: 1,8 Millionen Dollar haben Unterstützer auf Indiegogo gezahlt und damit die Serienproduktion ermöglicht. Aktuell ist das junge Unternehmen noch damit beschäftigt, die zehntausenden bestellten Geräte an die Unterstützer zu verschicken. Demnächst soll Travis für alle weltweit erhältlich sein: für 199 Dollar.

Vorläufiges Fazit

Die Übersetzung war im Messerummel noch etwas holprig. Je nach Sprachkombination war das Resultat mal mehr, mal weniger genau. Polnisch-Deutsch: so lala. Englisch-Deutsch: schon deutlich besser. Die gute Nachricht: Dank Internetanbindung bekommt Travis regelmäßig Softwareupdates und wird somit immer schlauer bzw. textsicherer. Doch schon in der aktuellen Ausführung ist es Travis gelungen, das ich mich mit einem Mensch für mehrere Minuten unterhalte, ohne dass wir dieselbe Sprache sprechen. Der Babelfisch, er ist keine Science-Fiction mehr.


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