Xiaomi Mi Band 4 im Test: Farbig, günstig, schlicht – und einfach gut

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Mit dem Xiaomi Mi Band 4 nach den Sternen - ähm - Äpfeln greifen.
Mit dem Xiaomi Mi Band 4 nach den Sternen - ähm - Äpfeln greifen.(© 2019 Curved)

Xiaomi hat sich nicht nur mit günstigen und leistungsstarken Smartphones hierzulande einen Namen gemacht, auch die Fitnesstracker des chinesischen Herstellers sind ziemlich beliebt. Jetzt kommt die neue Version des kleinen Mi Band – und überzeugt mit neuen Features, guter Akkulaufzeit und günstigem Preis.

Eins vorweg: Ich habe das Xiaomi Mi Band 4 nun eine Akkuladung lang am Arm und habe es währenddessen nie abgenommen. In dieser Zeit habe ich es beständig meinen Puls messen lassen, es hat meine Schlafphasen aufgezeichnet und meine Fahrradtouren getrackt.

Das heißt: Ich habe es erst nach 16 Tagen vom Handgelenk genommen, um es beim Stand von 10 Prozent aufzuladen. Der Hersteller gibt zwar eine Akkulaufzeit von 20 Tagen an, allerdings bezieht sich das auf die Standby-Zeit. Und ich hatte einige Funktionen aktiviert, die den 135 mAh starken Akku belasten – der übrigens in rund anderthalb Stunden komplett aufgeladen war.

Xiaomi Mi Band 4 muss ohne Armband geladen werden

Optisch hat sich zwischen dem Mi Band 3 und Mi Band 4 auf den ersten Blick nicht viel getan. Immerhin beschreibt Xiaomi die passenden Armbänder auch als Universalarmband für beide Fitnesstracker – da kann sich bei der Form ja nicht viel geändert haben, wenn beide Tracker in das gleiche Armband passen.

Dennoch gibt es Unterschiede, die schon auf den ersten Blick auffallen: Zum Beispiel die Ladekontakte. Die befanden sich beim dritten Band noch am Rand, jetzt sind sie auf die Unterseite gewandert. Wenn ihr glaubt, der Tracker ließe sich jetzt aufladen ohne ihn aus dem Band zu nehmen, irrt ihr leider. Denn ihr müsst ihn in eine Ladeschale stecken, und in diese passt der Tracker leider nur ohne Armband.

Zum Laden müsst ihr das Xiaomi Mi Band 4 aus dem Armband nehmen.(© 2019 Curved)

Ich persönlich finde das etwas unpraktisch, denn die Einheit sitzt wirklich bombenfest im Band – beim Herausdrücken segelte mein schöner Tracker erst einmal quer durch den Raum. Bei der Akkulaufzeit allerdings verkraftbar, beim nächsten Mal versuche ich es mit mehr Gefühl. Das schwarze Gummiband finde ich persönlich ganz schick, es fühlt sich nicht billig an und wirkt eher sportlich als edel – und genau das finde ich bei einem Fitnesstracker auch angemessen.

Ein buntes Display mit neuen Watchfaces

Weiterer Unterschied: Das Display des Mi Band 4 ist größer. Mit 0,95 Zoll im Gegensatz zu den 0,78 Zoll für seine Größe sogar ein ganzes Stück. Trotzdem wirkt es alles andere als wuchtig, es ist kaum zu spüren und bleibt mit 22,1 Gramm inklusive Armband in etwa so leicht wie der Vorgänger (20 Gramm).

Doch beim Display gibt es noch einen wesentlichen Unterschied: Das Mi Band 4 hat nun ein Farbdisplay. Dargestellt wird die neue Farbenfreude auf einem AMOLED-Display mit einer beachtlichen Auflösung von 240 x 120 Pixel – beim Mi Band 3 waren es noch 128 x 80 Pixel. Das sieht nicht nur gut aus, weil es im Menü nun bunte Symbole gibt – es lassen sich außerdem über die "Mi Fit"-App Watchfaces auswählen. Ich habe das Display permanent auf Helligkeitsstufe 3 von 5 laufen lassen, das ist bei starker, direkter Sonneneinstrahlung schon etwas zu dunkel, die Uhrzeit habe ich aber eigentlich immer erkennen können.

Fitnessfeatures beim Xiaomi Mi Band 4

Klar – das Mi Band 4 hat ebenso wie sein Vorgänger die grundlegenden Features, die ein Fitnesstracker so braucht: Schrittzähler und Pulsmesser als Basis für weitergehende Auswertungen in der "Mi Fit"-App. Darüber hinaus misst der Sensor auch euren Schlaf und unterscheidet zwischen leichtem Schlaf und Tiefschlafphasen.

Wollt ihr eure Workouts messen, stehen euch jetzt sechs Möglichkeiten zur Verfügung: Laufen, Laufband, Radfahren, Gehen, Trainieren und Schwimmen. Beim Schwimmen solltet ihr allerdings vorsichtig sein. Das Mi Band 4 ist nur bis zu 5 ATM wasserfest – das heißt, bis zu 5 Bar oder 50 Meter wasserdicht. Klingt erst einmal viel, allerdings wird gemeinhin empfohlen, bei dieser Angabe maximal nur zu duschen.

Ausgiebig getestet habe ich den Tracker beim Fahrradfahren. Nach einer 40-Kilometer-Radtour bekomme ich in der App die gefahrene Strecke auf einer Karte dargestellt und alle wichtigen Daten wie Geschwindigkeit, Puls, verbrannte Kalorien und zurückgelegte Höhenmeter. Was ein wenig nervig war: Das Band 4 vibrierte pro gefahrenen Kilometer. Für die einen vielleicht Motivation, für mich gerade auf schnelleren Passagen unnötig.

Auch Musikwiedergabe steuern ist möglich

Ihr könnt euch mit dem Band außerdem einen Wecker stellen, eingehende Anrufe ablehnen und Benachrichtigungen aufs Display schicken lassen – vorausgesetzt, der Tracker ist mit dem Smartphone verbunden. Das ist übrigens auch bei längeren Touren empfehlenswert, denn einen eingebauten GPS-Sensor hat das Mi Band 4 nicht. Ach ja – den Wetterfrosch mimt das Band auch, allerdings auch nur bei gekoppelten Smartphone.

Dafür könnt ihr mit einem Wisch nach rechts oder links direkt in die Musiksteuerung springen: So könnt ihr beispielsweise eure Spotify-Wiedergabe direkt vom Mi Band 4 aus steuern. Das heißt: Tracks überspringen, Lautstärke regeln und pausieren beziehungsweise weiterspielen lassen.

Einstellen könnt ihr noch viel mehr. Zum Beispiel könnt ihr Aktivitätsziele festlegen, eine Zeit definieren, in der das Display aus bleibt – ansonsten geht es beim Heben des Armes an – oder eine Inaktivitätswarnung in einem bestimmten Zeitraum festlegen. So weit, so anpassbar.

Xiaomi Mi Band 4 im Test: Ein schlichter und effizienter Fitnesstracker

Das Xiaomi Mi Band 4 hat mich wirklich überzeugt. Klar, es hat seine kleinen Schwächen. Die fallen aber kaum ins Gewicht, erstens weil der Fitnesstracker tut was er soll, zweitens einige Zusatzfunktionen bereitstellt und drittens mit einer Akkuleistung zum Umfallen daherkommt.

Und das Ganze gibt es für knapp 35 Euro. In dieser Hinsicht ist das Band 4 absolut konkurrenzlos. Man bekommt einen unauffälligen und kaum spürbaren Fitnesstracker, der eine kleine Orientierung gibt, was die sportlichen Aktivitäten so bringen. Wer umfangreichere Statistiken sucht oder wem ein mehr Sensoren – wie ein integrierter GPS-Sensor – wichtig ist, sollte sich zum Beispiel die Samsung Gear Fit2 Pro anschauen. Dann kommt ihr allerdings beim Kauf locker in den dreistelligen Bereich.


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