ZTE Blade V9 im Test: das Günstige mit der Dualkamera

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ZTE Blade V9 mit Dualkamera.
ZTE Blade V9 mit Dualkamera.(© 2018 CURVED)

Das ZTE Blade V9 ist – vor allem in Gold – ein eleganter Hingucker, lockt aber auch mit einer lichtstarken Dualkamera und kostet trotzdem weniger als 300 Euro. Ob sich die Investition lohnt, erfahrt ihr hier.

Die Kunststoff-Rückseite vom ZTE Blade V9 glänzt bei unserem Testgerät in Gold. Aber auch bei der schwarzen Variante sind die Reflexionen je nach Blickwinkel anders. Die Spiegelungen sind kein Fehler, sondern als Designelement so gewollt. Der Rahmen des Smartphones besteht aus Metall und lässt es beim Anfassen robust wirken. Insgesamt schmiegt sich das V9 angenehm in die Hand und man erreicht alle Tasten bequem mit selbiger.

Goldstück mit großem Display

Randlos ist das 5,7 Zoll große Display des Blade V9 zwar nicht, soll aber 83,6 Prozent der Vorderseite einnehmen. Am unteren Rand wäre noch Platz für Tasten oder vielleicht sogar einen Fingerabdrucksensor gewesen. Dieser befindet sich aber auf der Rückseite. Die Bedienung erfolgt über Onscreen-Tasten auf dem 18:9-Display. Dessen 2160 x 1080 Pixel sorgen für ein scharfes Bild, auch farblich überzeugt der Bildschirm. Allerdings ist er nicht besonders hell, was vor allem stört, wenn man versucht ihn bei Sonnenlicht als Sucher für die Kamera zu benutzen.

Gute Kamera – mit einer Ausnahme

Bei der Vorstellung des Blade V9 im Vorfeld des Mobile World Congress in Barcelona hat ZTE die, nach Meinung des Unternehmens ,mit einer Blende von f/1.8 besonders lichtempfindliche Kamera hervorgehoben und die Präsentation in einem sehr dunklen Raum abgehalten. Die Fotos bei Dunkelheit können sich dann auch sehen lassen: Artefakte und Unschärfen bleiben nicht aus, aber die Kamera holt mehr aus dem verfügbaren Licht heraus als andere Smartphones dieser Preisklasse.

Bei Tageslicht überzeugt das Blade V9 mit natürlich wirkenden und kräftigen Farben sowie einer hohen Detailgenauigkeit. Bei unterschiedlichen hellen und dunklen Bereichen lohnt sich der HDR-Effekt, der den Aufnahmen mehr Sättigung verpasst und die Farben intensiver macht. Panorama-Aufnahmen setzt das Smartphone gut zusammen, auch wenn es sich bei unserem Beispiel von der Haltestange des Pontons verwirren lässt und sich der Horizont verschiebt.

Die Dualkamera des ZTE Blade V9 besteht aus einer 16-Megapixel-Linse, die auch für die Auflösung der Fotos maßgebend ist, und einer zweiten Linse mit fünf Megapixeln. Zusammen sollen sie auch Aufnahmen mit Bokeh-Effekt liefern – also den Hintergrund unscharf machen, damit das Motiv im Vordergrund mehr auffällt. Allerdings gelingt das in der Praxis nicht und selbst Teile vom einfach zu identifizierenden Motiv erscheinen unscharf.

Die Frontkamera des Blade V9 verfügt zwar mit 13 Megapixeln über eine hohe Auflösung, konnte im Test aber nicht restlos überzeugen. Die Detailgenauigkeit ist in Ordnung, aber die Farben wirken blass. Zwar verbessert sich bei aktivem HDR die Belichtung insgesamt, aber anders als bei der Hauptkamera werden die Farben nicht kräftiger.

Was sonst noch wichtig ist

Mit dem Snapdragon 450 und drei Gigabyte Arbeitsspeicher ist das ZTE Blade V9 für alltägliche Aufgaben gut aufgestellt, hat auch mit der nachträglichen Bearbeitung der Bokeh-Fotos keine Probleme und bekommt in der Kamera kleinere AR-Spielereien hin. So könnt ihr zum Beispiel einen Dinosaurier durch eure Wohnung laufen lassen. Der interne Speicher ist mit 32 Gigabyte für den Anfang ausreichend groß und lässt sich bei Bedarf mit einer microSD-Karte erweitern. Für 299 Euro bietet ZTE das Blade V9 auch mit 64 Gigabyte internen Speicher und vier Gigabyte Arbeitsspeicher an – bisher ist diese Variante aber nicht für Deutschland vorgesehen.

ZTE installiert mit Android 8.1 Oreo die aktuellste Version von Googles Betriebssystem auf dem Blade V9 und versieht es mit einer eigenen Nutzeroberfläche. Gefällt sie euch nicht, könnt ihr sie durch einen Launcher aus dem Play Store ersetzen. Die vorinstallierten Apps und Spiele lassen sich zum Glück löschen, so dass sie keinen Speicherplatz mehr belgen. Den 3200 mAh großen Akku ladet ihr über einen Micro-USB-Anschluss auf. Mit einer Batterieladung kommt man bei regulärer Nutzung mit dem V9 gut über den Tag.

Fazit

Für den Bokeh-Effekt lohnt sich die Dualkamera des ZTE Blade V9 nicht, aber ansonsten überzeugt die Kamera des Smartphones durchaus. Mit dem Top-Geräten kann sie zwar nicht mithalten, spielt aber auch in einer anderen Preisklasse – und in dieser steht seine Bildqualität ganz oben. Zusätzlich erwartet euch ein elegantes Design, ausreichend fixe Hardware, aktuelle Software und sogar noch ein analoger 3,5mm-Kopfhöreranschluss. Dafür müsst ihr aber noch auf USB-C verzichten.

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