Fitnesstracker mit GPS: So messt ihr eure Laufstrecke ohne Smartphone

Auch das Huawei Band 4 Pro hat ein integriertes GPS-Modul.
Auch das Huawei Band 4 Pro hat ein integriertes GPS-Modul.(© 2020 Courtesy of Huawei)

Wer gerne joggt, mag vielleicht die Auswertungen, die einem ein Fitnesstracker so ausspuckt. Ganz besonders die Analyse der Route ist einfach interessant. Doch wer ungern sein Smartphone mitschleppt, schaut oft in die Röhre: Denn die günstigen Armbänder nutzen meist das GPS des Smartphones. Doch es gibt Ausnahmen.

Während die meisten Fitnesstracker euer Smartphone eher um ein paar nützliche Funktionen zum Sporttreiben erweitern, wie die Pulsmessung, Kalorienverbrauch oder Schlafanalyse, können Smartwatches euer Smartphone nahezu ersetzen. Die kommen oft mit viel Technik, die moderne Handys auch besitzen: Ihr könnt Telefonieren, Videos schauen und chatten – und meistens haben diese smarten Uhren eben auch einen GPS-Sensor.

Doch Smartwatches sind im Vergleich zu Fitnesstrackern um einiges teurer. Zu teuer für diejenigen unter euch, die wirklich nur eine zusätzliche Motivation zum Sport suchen oder die persönlichen Erfolge messen will. Ein Kompromiss: Fitnesstracker mit GPS, die auf dem Weg eure Route speichern und dann an euer Smartphone zum Auswerten weitergeben.

Fitnesstracker erhalten immer mehr Funktionen

Tatsächlich war ich selbst auf der Suche nach einem Fitnesstracker mit GPS. Es nervt mich einfach, mein Smartphone beim Laufen in der Hosentasche zu spüren. Bis ich allerdings ein derartiges Gadget gefunden hatte, ist ordentlich Zeit ins Land gegangen.

Bei der folgenden Liste beschränke ich mich auf Fitnesstracker. Smartwatches berücksichtigen wir nicht. Die sehen eben aus wie eine Uhr und sprengen auch die Preiskategorien der kleinen smarten Armbänder deutlich – auch wenn sich in unserer Auswahl auch ein kostenintensiver Ausreißer befindet.

Wollt ihr mehr darüber erfahren, was der genaue Unterschied zwischen Fitnesstracker und Smartwatch ist, haben wir hier ein paar Informationen für euch. Interessant dabei: Die Grenzen scheinen immer weiter zu verschwimmen. So sind Armbänder mit GPS eine relativ neue und noch eher seltene Erscheinung – und doch ein Schritt auf dem Weg in Richtung Smartwatch.

Diese Hersteller statten ihre Fitnesstracker mit GPS aus

Wer auf der Suche nach einem Fitnesstracker mit GPS-Empfänger ist, muss schon etwas Zeit investieren. Manchmal können auch Angaben wie "Connected GPS" irritieren. Sie weist darauf hin, dass ihr das Fitness-Armband mit eurem Smartphone verbinden müsst, um GPS zu nutzen.

Trotzdem werdet ihr fündig – müsst allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen. Während Tracker wie das Xiaomi Band 4 zum Beispiel gerade mal um die 30 Euro kostet, fallen für Fitnesstracker mit GPS schon dreistellige Beträge an.

Der Preisgünstige: Huawei Band 4 Pro

Huawei hat seinem beliebten Fitnesstracker Band 3 einen Nachfolger spendiert, und das Pro-Modell der Reihe hat ebenfalls ein integriertes GPS-Modul. Das Display misst 0,95 Zoll und löst mit 240 mal 120 Pixel auf.

Der Akku soll bei geringer Nutzung bis zu 12 Tage durchhalten, mit GPS-Trainingsmodus ist nach rund sieben Stunden Schluss, erklärt Huawei anhand von Labormessungen. Das Silikonkautschuk-Armband gibt es in Schwarz, Pink-Gold und Rot, beim Preis gibt sich Huawei unter den Fitnesstrackern mit GPS als echter Brecher: Für knapp 80 Euro gibt es das Band 4 Pro.

Das Huawei Band 4 Pro hat auch ein integriertes GPS-Modul.(© 2020 Courtesy of Huawei)

Der günstige Bruder aus der Honor-Familie, das Honor Band 5, hat übrigens genauso wie das Huawei Band 4 und Band 4e kein integriertes GPS-Modul, mit der ihr eure zurückgelegte Strecke tracken könnt.

Garmin vivosport: Der Alleskönner

Garmin kennt sich als Navigations-Experte mit Ortungssensoren aus – es ist also nicht verwunderlich, dass der Hersteller einen Fitnesstracker mit integriertem GPS im Angebot hat. Den Fitnesstracker gibt es in zwei Größen, das Silikon-Armband gibt es in drei Farben: Grau, Fuchsia und Lime.

Weitere Highlights des Garmin vivosport sind die Messung des Stresslevels, die Bestimmung eures Sport-Alters und der Zugriff auf Community-Features, wo du dich mit anderen Garmin-Nutzern messen kannst. Die Benutzeroberfläche ist simpel gehalten, das Farbdisplay misst 9,7 mal 19,3 Millimeter und löst mit 72 x 144 Pixel auf. Der Akku soll bis zu sieben Tage lang durchhalten, bei aktiviertem GPS sind es laut Garmin bis zu acht Stunden. Kostenpunkt: Knapp 110 Euro.

Der Garmin vivosport Fitnesstracker.(© 2020 GARMIN)

Der Samsung Gear Fit2 Pro ist der Alleskönner

Beim ersten Blick auf das Display scheint beim Samsung-Fitnesstracker im Vergleich zum Garmin vivosport mehr los zu sein: Es ist mit 1,5 Zoll Bildschirmdiagonale und einer Auflösung von 216 x 432 Pixel größer und bietet auch mehr Platz für zusätzliche Informationen.

Den braucht es auch. Denn Samsung bietet durch das Betriebssystem Tizen einige Apps an, mit der ihr euren Fitnesstracker noch weiter personalisieren könnt. Die beschränken sich dann nicht nur aufs bloße Aufzeichnen eurer Sportaktivitäten, sondern auch eurer Ernährung. Mit an Bord ist auch Spotify. Über die App könnt ihr auch Songs speichern und offline hören oder den integrierten MP3-Player nutzen.

Der Samsung Gear Fit2 Pro ist ein wahrer Alleskönner.(© 2020 SAMSUNG)

Der Akku soll im Normalbetrieb drei bis vier Tage durchhalten, bei aktiviertem GPS-Modus sollte der Fitnesstracker laut Samsung neun Stunden durchhalten. Nachdem der Gear Fit2 Pro mit knapp 200 Euro eingestiegen ist, gibt es ihn mittlerweile für rund 130 Euro.

Für besonders Anspruchsvolle: Polar M430

Die Finnen von Polar kennen sich mit der Herzfrequenzmessung aus und produzieren seit 1977 entsprechende Geräte. Klar haben die auch ein Fitnessband mit GPS im Angebot. Mit Polar-eigenen Apps ist der Fitnesstracker in sich abgestimmt und bietet Experten-Funktionen, wenn ihr zum Beispiel für ein Lauf-Event trainieren wollt. Ob Trainingsplan, Fitness-Test oder der Messung, wie sich eure Laufleistung entwickelt: Der Polar-Fitnesstracker ist perfekt für diejenigen unter euch, die ihre Leistung messen und verbessern wollen.

Mit dem quadratischen Display, der mit 128 x 128 Pixel auflöst, sieht der Tracker ziemlich unkonventionell aus. Den Polar M430 Fitnesstracker – Polar nennt ihn GPS-Laufuhr – gibt es in Weiß, Schwarz oder Orange. Die Akkulaufzeit gibt Polar mit acht Stunden Trainingszeit an. Beim Preis müsst ihr im Vergleich zu den anderen aber etwas schlucken: Die Finnen setzen knapp 200 Euro dafür an.

Der Tracker für Laufprofis: Polar M430.(© 2020 POLAR)

Die Gemeinsamkeiten der Fitnesstracker mit GPS

Mein persönlicher Favorit ist das Samsung Gear Fit2 Pro. Es bietet eine enorme Flexibilität bei der Auswahl der Apps und ist auch für Gelegenheitsläufer spannend, die gern auch andere Funktionen nutzen wollen. Allerdings hat mich das Huawei Band 4 Pro nach dem Release doch noch zum Nachdenken gebracht – der Preis ist einfach unschlagbar. Vielleicht müssen am Ende doch die Würfel entscheiden. Oder der Kontostand am Ende des Monats.

Wofür ihr euch immer entscheidet: Mit allen Fitnesstrackern könnt ihr euer Smartphone zuhause lassen, wenn ihr eure Route tracken wollt. Schwimmen könnt ihr ebenfalls mit allen Produkten, nur von einem Sprung ins Becken oder tieferen Gefilden wie beim Schnorcheln ist abzuraten.

Euren Schlaf überwachen die kleinen smarten Armbänder ebenfalls, Höhen- und Beschleunigungsmesser ist auch bei allen integriert. Und klar – sie alle messen eure Herzfrequenz, zählen eure Schritte und lassen sich via Bluetooth mit eurem Smartphone verbinden. Dann zeigen sie auch Benachrichtigungen an oder melden euch eingehende Anrufe. Um alle Funktionen nutzen zu können, braucht ihr allerdings jeweils die herstellerspezifische Smartphone-App.


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