Fotos mit dem Smartphone: Tipps und Tricks für bessere Aufnahmen

Smartphone statt Digitalkamera: Immer öfter wird mit dem Telefon geknippst
Smartphone statt Digitalkamera: Immer öfter wird mit dem Telefon geknippst(© 2018 Shutterstock / Arman Novic)

Egal ob spontaner Schnappschuss oder ambitionierte Aufnahme - für beides wird anstelle der kompakten Digitalkamera immer häufiger das handliche Smartphone eingesetzt. Mit unseren Tipps für gelungene Bilder seid ihr auf der sicheren Seite

Längst arbeiten etablierte Kameraunternehmen mit Smartphone-Herstellern zusammen. So ziert die Rückseite des Huawei P20 Pro etwa auch der Schriftzug der Marke Leica. Gleichzeitig optimieren die Smartphone Hersteller die Foto-Apps ihrer Kameras. So werden die Smartphone-Knipsen kontinuierlich besser. Aber Super-Technik allein reicht natürlich nicht, wir haben ein paar Tipps und Tricks zusammengestellt, die Euch helfen, mit Eurem Smartphone ein gelungenes Foto aufzunehmen.

1. Die Kamera braucht Pflege

Zunächst einmal: Egal ob Apple oder Android, Smartphone-Kameras sind oft ungeschützt. Selbst wenn ihr Eurem Handy ein stabiles Case spendiert, damit der Rahmen bei Stürzen nicht leidet, das Kameraglas ist meist ohne Schutz und schubbert an Staub, Sand und Krümeln oder was sich sonst noch so in Hosen und Taschen herumtreibt. Und auch ein fettiger Finger sorgt schnell für einen schmierigen Film auf der Linse und damit für einen trüben Schleier auf dem Foto. Da die Smartphone-Objektive im Durchmesser nur wenige Millimeter groß sind, haben selbst kleinste Partikel große Wirkung und lassen das Glas schnell verschmutzen. Daher gilt: Vor der Aufnahmen erst einmal das Kameraglas auf Sauberkeit checken und gegebenenfalls reinigen.

Zur Reinigung eignet sich ein weiches Tuch aus Mikrofaser oder fusselfreier Baumwolle, auch ein trockenes Brillenputztuch eignet sich hervorragend. Küchenrolle oder Papiertaschentücher dagegen können das Objektiv zerkratzen oder fusseln unangenehm – Hände weg! Sollten am Strand oder mit den lieben kleinen an der Sandkiste auch mal Sandkörner auf der Linse landen, diese immer vorsichtig wegpusten, da Reiben Kratzer hinterlässt.

Vorsicht, Kamera: Kleine Verunreinigungen machen das komplette Bild zunichte.(© 2018 CURVED)

2. Hände weg vom Display

Aufnahmen aus der Hand verwackeln schnell, manchmal sogar bei guten Lichtverhältnissen, weil wir zum Auslösen meist den virtuellen Button der App auf dem Display nutzen. Mit dieser Berührung sorgen wir für eine Erschütterung der Kamera, zumal wir dafür oft noch die Finger verrenken müssen, wenn wir gleichzeitig die Kamera halten und den Auslöser betätigen.

Bei den meisten Geräten ist es allerdings auch möglich, mit den Lautstärketasten auszulösen und als einziger Hersteller verbaut Sony sogar in vielen Geräten einen separaten Kameraauslöser. Egal ob nun Lautstärketaste oder Extra-Auslöser, beide bedeuten weniger Wackler und damit die Chance auf bessere Ergebnisse.

3. Smartphone ruhig stellen

Zweite Maßnahme gegen Verwackeln: Beide Hände ans Smartphone, denn das gibt Stabilität. Am wenigsten wackelt das Bild, wenn ihr ein Stativ einsetzt, aber wer hat das schon (immer) dabei. Aber vielleicht lässt sich das Handy ja woanders abstellen oder aufstützen: Schrank, Hauswand Tisch oder auch ein Baum sind hier auf jeden Fall hilfreich. Ist gar keine Stütze in Reichweite, hilft es auch, die Ellenbogen am Körper abstützen.

Besonders wenn das Licht etwas schummrig ist, denn je dunkler die Szene, desto länger belichtet die Kamera und desto leichter verwackelt das Bild. Manch Hersteller spendiert seiner App auch einen Nachtmodus, der die Einstellungen für diese Situation optimiert. Bei Android-Smartphones lässt sich der Auslöser auch per Sprachsteuerung über den Google Assistant bedienen – mit der Ansage “Aufnahme” oder einem freundlichen "Bitte lächeln".

4. Auflösung und Format checken

Je nachdem, was Ihr mit Eurem Foto vorhabt, solltet Ihr vor der Aufnahme Format und Auflösung checken und anpassen. Egal ob iOS oder Android, der Menüpunkt ist meist einer der ersten in den Einstellungen. Wollt Ihr lediglich den Busfahrplan ablichten oder die schicke Couch im Möbelhaus, um Freund oder Freundin nach der Meinung zu fragen, tut es auch eine kleine Auflösung, mit der die Bilder nicht unnötig Speicherplatz verschwenden. Die Sehenswürdigkeiten vom Wochenendtrip nach Amsterdam wollt ihr aber vielleicht später abziehen lassen und ins Album kleben oder auf dem Flatscreen präsentieren. Für diesen Fall erzielt die App mit einer höheren Auflösung das bessere Ergebnis.

Denn auch wenn die Bilder auf dem Smartphone-Display noch klar und deutlich zu erkennen sind, bei geringer Auflösung wirken Abzüge später sehr pixelig. Die beste Auflösung erhaltet ihr im Format 4:3. Auf dem Fernseher macht 16:9 die bessere Figur, aber die Auflösung wird schlechter. Auch könnt Ihr dann Ausschnitte ohne Qualitätsverlust vergrößern. Regelmäßiges sichern der Daten schaufelt Euch den Platz wieder frei. Vorsicht auch, wenn Ihr nicht mit der App des Herstellers sondern mit der App eines Drittanbieters. Diese Apps haben nicht selten eigene Voreinstellungen für die Kamera.

Die höchste Auflösung erzielt man immer im Format 4:3(© 2018 Shutterstock / leungchopan)

5. Aufbau des Bildes optimieren

Wenn unsere Augen eine Szene beobachten, fokussieren sie in der Regel mittig so, dass das relevante Geschehen im Zentrum unseres Blickfeldes abspielt. In der Fotografie ist das allerdings selten die spannendste Perspektive. In der Fotografie wie auch in der Kunst wird häufig der Goldene Schnitt angeführt – eine seit der Antike bekannte Gestaltungsregel, die auf einer mathematischen Berechnung basiert um eine ausgewogene Bildkomposition sicherzustellen. Ganz so kompliziert muss es im Alltag sicher nicht werden, aber bei jeder Smartphone-Kamera lässt sich auch ein Raster einblenden, das bei der Bildkomposition hilft.

Während beim Goldenen Schnitt eine Formel zum Einsatz kommt, die die Platzierung aufwendig gestaltet, unterteilt man das Bild bei der Drittel-Regel einfach in neun gleich große Teile. Hierzu zieht man zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien. Das Motiv wird an einen der Schnittpunkte oder entlang einer der Linien platziert. Positioniert das Motiv an den Schnittpunkten oder einer der Linien. Eure Fotos gewinnen an Spannung, wenn das Motiv oder die Person nicht in der Mitte des Bildes steht, sondern auf einer Drittelsachse. Die Drittel-Regel ist die vereinfachte Form des Goldenen Schnitts.

6. Vergesst den Zoom

Die meisten Foto-Apps der Smartphonekameras haben eine Zoomfunktion – praktisch, um ein Motiv näher heran zu holen. Aber dieser Effekt funktioniert hier nicht wie der einer klassischen Spiegelreflex, die ohne Qualitätsverlust Objekte näher heran holen kann. Bei den Smartphonekameras wird das Motiv wird lediglich digital vergrößert. Auch hier gilt: Selbst wenn das Motiv auf dem Smartphone noch akzeptabel aussieht, spätestens beim Abzug im Fotolabor oder im Drogeriemarkt werden unschöne Artefakte sichtbar.

Daher besser: Finger weg vom Zoom und näher an das Motiv heranpirschen. Die Apps einiger Smartphones mit Dualkamera haben einen optischen Zoom an Bord, allerdings gilt das nur für die besten Geräte wie das Huawei P20 Pro, das iPhone Xs von Apple, das U12 Plus von HTC, Samsungs Galaxy Note 9 und Googles Pixel 3.  Hier kann man in einem bestimmten Rahmen auch ohne Qualitätsverlust zoomen.

Wer die Schärfe manuell einstellt, erzielt interessante Effekte.(© 2018 Shutterstock / LightField Studios)

7. Schärfe manuell einstellen

Klar, bei Schnappschüssen ist es praktisch wenn die Kamera automatisch scharf stellt. Aber nicht immer stellt die Kamera den Bereich scharf, den man selber gerne scharf hätte. Und interessanter werden eure Ergebnisse oft auch, wenn Ihr selber einen Fokus wählt. Das geht sowohl bei Apple als auch bei Android-Geräten ganz einfach: Mit dem Finger auf den Punkt tippen der scharf gestellt werden soll. So lässt sich der beliebte Bokeh-Effekt erzielen, bei dem ein Objekt im Vordergrund scharf und der Hintergrund unscharf dargestellt wird. Oder ihr kehrt den Effekt um und stellt den Hintergrund scharf.

8. Licht richtig einsetzen

Egal ob Smartphone oder ausgewachsene Kamera, generell gilt beim Fotografieren: Die Lichtquelle habt Ihr am besten immer im Rücken. Das bedeutet natürlich auch, dass ihr euch so hinstellen müsst, dass Euer Schatten nicht im Bild ist. Egal ob drinnen oder draußen, Profis nehmen bei schlechten Lichtverhältnissen einen Blitz zur Hilfe. Mit entsprechendem Equipment und richtig eingesetzt erzielt man damit auch hervorragende Ergebnisse. Der Handyblitz aber führt oft zu unnatürlichem Licht und roten Augen. Zudem ist die Reichweite zu gering, um eine Szene wirklich auszuleuchten. Daher lieber Hände weg vom Blitzlicht. Bei starken Kontrasten im Bild, Licht und Schatten kann auch der HDR-Modus Abhilfe schaffen, den zumindest in der Mittelklasse mittlerweile viele Kameras an Bord haben. Er hilft dabei, starke Helligkeitsunterschiede im Bild auszugleichen. Die Abkürzung steht für "High Dynamic Range" oder zu Deutsch "Hochkontrast". Das heißt, solche Bilder geben hohe Helligkeitsunterschiede – also bei schummrigen oder dunklen Szenerien – detailreicher wieder. HDR eignet sich allerdings vornehmlich für unbewegte Motive.

9. Selfies mit Selbstauslöser knipsen

Eigentlich logisch: Wer gleichzeitig mit einer Hand das Smartphone hält, das Motiv einfängt und den Auslöser der App drückt, wird selten ein ruhiges Händchen haben. Gerade bei Selfies, wo man stets nur eine Hand am am Handy hat. Zudem guckt man vielleicht auch ein bisschen verkrampft. Besser daher den Selbstauslöser einsetzen. Meistens zeigt das Display einen Countdown, damit ihr im richtigen Moment Euer schönstes Lächeln zeigt.

Wer beim Selfie den Selbstauslöser wählt, verwackelt das Bild nicht(© 2018 Shutterstock / ShotPrime Studio)

10. Mehrere Bilder aufnehmen

Wer ein gutes Ergebnis abliefern möchte, nutzt den großen Vorteil der digitalen Fotografie: Ihr könnt so viele Bilder machen, ohne dass unnötig  Material verschwendet wird und Extrakosten entstehen. Knippst Euer Motiv also mehrfach und sortiert am Ende des Tages die schlimmen Gurkenbilder aus. Variiert den Blickwinkel, geht mal einen Schritt nach vorn oder zurück. Einige Smartphones machen automatisch Serienbilder, wenn man länger auf den Auslöser drückt, praktisch wenn sich das Motiv schnell oder unberechenbar bewegt, für Fotos von Sportevents oder Kindern.

11. Der richtige Moment

Die meisten Smartphones nehmen das Foto nicht dann auf, wenn Ihr Finger den Touchscreen berührt, sondern wenn er ihn verlässt. Um im richtigen Moment abzudrücken, könnt ihr also ganz in Ruhe den Finger auf das Display legen und ihn dann im richtigen Moment wegnehmen.

12. Nahaufnahmen sind schwierig

Aus technischen Gründen können Smartphones ein Objekt erst ab einem Abstand von mehreren Zentimetern scharf stellen. Dies macht es fast unmöglich, besonders kleine Objekte aus der Nähe zu fotografieren. Hier muss man ausprobieren, um herauszufinden wo genau der Schärfebereich Eures Smartphones beginnt.

13. Problemfall Porträts

Mittlerweile bieten immer mehr Smartphone-Kameras auch sogenannte Beauty-Filter an, mit denen man eine Porträtaufnahme verschönern kann. Die Ergebnisse variieren je nach Hersteller und Foto-App, wirken aber oft künstlich. und nicht zuletzt ist es oft selbst für Profis eine hohe Kunst, ein Porträt zu schießen, mit dem am Ende alle Beteiligten, Fotograf und Model zufrieden sind. Wenn Ihr es dennoch wagen wollt: Immer auf Augenhöhe fotografieren, die Augen fixieren und scharfstellen und möglichst indirektes Licht verwenden, um unvorteilhaft ausgeleuchteten Hautpartien, Schatten oder geblendeten Augen vorzubeugen. Mehr Tipps zum Thema Porträtaufnahmen findet ihr hier.

Und los gehts!

Natürlich hat Apple in den neuen iPhones wie dem iPhone Xs wieder eine Spitzen-Kamera verbaut, bei den Android-Geräten hat das P20 Pro von Huawei die Nase ziemlich weit vorn, Aber auch HTC hat mit demHTC U12 Plus, Samsung mit dem Galaxy Note 9 wie auch mit dem Galaxy S9 PlusGoogle mit dem Pixel 3, OnePlus mit dem OnePLus 6T Smartphones am Start, mit denen Foto-Fans glücklich werden. Wenn Ihr auf der Suche nach einem Smartphone mit einer besonders guten Kamera seid, schaut Euch auf jeden Fall unsere aktuellen Kameravergleiche an. Wir haben die Spitzenmodelle miteinander verglichen. Eine Liste der besten Kamerasmartphones haben wir hier zusammengestellt. Auf geht's!


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